Doku-Thriller über Wirecard-Skandal: Stromberg spielt den Wirecard-Chef

Ein erster Film zum Wirecard-Skandal startet diese Woche - mit Christoph Maria Herbst als Manager.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der große Fake - die Wirecard-Story auf TVNow
Der große Fake - die Wirecard-Story auf TVNow (Bild: TVNow)

Wirecard - noch vor einem Jahr verband man mit diesem Namen den fast schon märchenhaften Aufstieg eines Zahlungsdienstleisters. Im vergangenen Sommer dann der Schock: Ein Finanzloch von rund 1,9 Milliarden Euro wurde offenbar und löste den womöglich größten Bilanzskandal der Nachkriegsgeschichte aus. Nun erscheint ein erster Spielfilm dazu.

Stellenmarkt
  1. Data Engineer (d/m/w)
    NÜRNBERGER Versicherung, Nürnberg
  2. Cyber Security Experte (m/w/d)
    Ebee Smart Technologies GmbH, Berlin
Detailsuche

Ex-Chef Markus Braun sitzt seitdem in Untersuchungshaft, Topmanager Jan Marsalek ist auf der Flucht. Ein Finanzthriller, der auch die Filmbranche reizte. Der Streaminganbieter TVnow macht den Beginn und zeigt ab dem 31. März 2021 den Doku-Thriller Der große Fake - die Wirecard-Story. Am 22. April 2021 um 20:15 Uhr läuft das Stück bei RTL. Und Sky plant einen Dokumentarfilm.

Der 90-minütige Film unter Regie von Raymond Ley soll interessante Einblicke liefern. Er verbindet Spielfilmszenen mit Dokumentarischem. Eine gute Wahl sind die Schauspieler, allen voran Stromberg-Darsteller Christoph Maria Herbst als Braun und Franz Hartwig als Marsalek. Nina Kunzendorf spielt eine fiktive Journalistin, die dem rasanten Aufstieg des Unternehmens aus Aschheim bei München misstraut und mit einer Kollegin dank investigativer Recherche Ungereimtheiten entdeckt.

Journalisten hatten den Wirecard-Skandal aufgedeckt

Im realen Leben hatten Journalisten der britischen Financial Times den Skandal aufgedeckt und damit den Fall des Unternehmens eingeleitet. Die Idee zu dem jetzigen Film stammte von der freien Journalistin Bettina Weiguny und von Georg Meck von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, virtuell
  2. Terraform mit AWS: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Dezember 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Trotz der guten Leistung von Schauspiel und Regie kann der Film nicht überzeugen. Für einen Thriller gibt es zu wenig Action. Für einen Dokumentarfilm dagegen fehlt die nüchterne Distanz. Denn auch wenn die Macher aufwendig recherchiert haben und viel Realistisches einfließt, müssen sie immer wieder interpretieren. Wie haben sich Marsalek und Braun in dieser Szene wohl verhalten? Wer könnte was gesagt haben?

Der Film verschenkt Potenzial

Gerade weil diese Momente von Herbst, Hartwig, Kunzendorf und den anderen so gut gespielt sind, ist es schade, dass der Film nie zu der Spannung abhebt, die die Realität ja bietet. Nicht mal ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals im Juni 2020 wäre ein gut strukturierter dokumentarischer Ansatz wohl besser gewesen, auch weil unkundige Zuschauer dann vieles besser verstehen könnten.

Bad Company: Meine denkwürdige Karriere bei der Wirecard AG

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Geschichte mit zeitlichem Abstand dann doch irgendwann als Thriller kommt, vielleicht sogar ins Kino und gerne mit Herbst und Hartwig. Noch ist vieles unklar und die Filmemacher müssen sich auch aus rechtlichen Gründen in engen Grenzen bewegen. Denn weiterhin ermittelt die Staatsanwaltschaft. Auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestages läuft, in dem es auch um ein mögliches Versagen der Finanzaufsichtsbehörde Bafin geht.

Der Doku-Thriller endet im Sommer 2020 - als der damalige Dax-Konzern in einem Sumpf aus Bilanzfälschungsverdacht und juristischen Problemen versinkt. Zu sehen sind ein ungläubiger Markus Braun, ein Marsalek, der sich mit Flucht aus der Affäre zieht, und ein verzweifelter Kleinanleger, Brauns Chauffeur. Der Absturz des Konzerns hat ihn um sein bisschen Vermögen gebracht. Nun schreit er verzweifelt seinen Chef an: Wo ist mein Geld?.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Feldversuch E-Mobility-Chaussee
So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit

Das Laden von Elektroautos stellt Netzbetreiber auf dem Land vor besondere Herausforderungen. Ein Pilotprojekt hat verschiedene Lösungen getestet.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Feldversuch E-Mobility-Chaussee: So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit
Artikel
  1. Encrochat-Hack: Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen
    Encrochat-Hack
    "Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen"

    Der Anwalt Johannes Eisenberg hat sich die Daten aus dem Encrochat-Hack genauer angesehen und viel Merkwürdiges entdeckt.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  2. Geforce Now (RTX 3080) im Test: 1440p120 mit Raytracing aus der Cloud
    Geforce Now (RTX 3080) im Test
    1440p120 mit Raytracing aus der Cloud

    Höhere Auflösung, mehr Bilder pro Sekunde, kürzere Latenzen: Geforce Now mit virtueller Geforce RTX 3080 ist Cloud-Gaming par excellence.
    Ein Test von Marc Sauter

  3. SpaceX: Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen
    SpaceX
    Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen

    Bald dürften mehrere Flugesellschaften Starlink-Service anbieten. Laut einem Manager soll es so schnell wie möglich gehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G9 49" 32:9 Curved QLED 240Hz 1.149€) • Spiele günstiger: PC, PS5, Xbox, Switch • Zurück in die Zukunft Trilogie 4K 31,97€ • be quiet 750W-PC-Netzteil 87,90€ • Cambridge Audio Melomonia Touch 89,95€ • Gaming-Stühle zu Bestpreisen [Werbung]
    •  /