Dojo ist spät dran: Tesla beginnt Bau seines Supercomputers erst jetzt
Dass Tesla an einem neuen Supercomputer namens Dojo, der auf eigens entwickelten Prozessoren basiert, arbeitet, gab der Hersteller schon im Sommer 2021 bekannt . Ursprünglich sollte dieser sogar noch im Jahr 2022 fertiggestellt werden. Wie aus dem jüngsten Quartalsbericht (PDF)(öffnet im neuen Fenster) des Elektrofahrzeugherstellers hervorgeht, hat der Bau des Systems jedoch erst kürzlich begonnen.
In dem Bericht heißt es, der Produktionsstart des Dojo-Trainingscomputers sei "in diesem Monat" erfolgt. Ferner stelle das System einen bedeutsamen "Schritt in Richtung schnelleres und kostengünstigeres Training neuronaler Netze" dar. Damit bediene der Konzern eine der "vier wichtigen technologischen Säulen" , die für autonomes Fahren in großem Maßstab erforderlich seien und die der Hersteller allesamt intern entwickeln wolle. Dazu gehören neben dem Training mit neuronalen Netzen ebenso "extrem große reale Datensätze" sowie die Hard- und Software der Fahrzeuge.
Darüber hinaus erklärt Tesla, das Unternehmen habe mit dem Produktionsbeginn von Dojo ein neues Kapitel in seinem Bestreben aufgeschlagen, "an der Spitze der KI-Entwicklung zu stehen" . Unter Einsatz seiner eigens entwickelten Hardware und der hohen Rechenleistung des Supercomputers sei der Konzern zuversichtlich, seinen "immensen Bedarf an neuronalen Netzen" decken und das eigene Autopilot-Team erfolgreich bei der Entwicklung neuer Lösungen unterstützen zu können.
Dojo profitiert von Teslas eigenen D1-Chips
Tatsächlich hat Tesla für Dojo eigene Prozessoren mit der Bezeichnung D1 entwickelt. Diese sind vornehmlich auf eine hohe BF16-Leistung ausgelegt. Jeder einzelne Chip, von denen Tesla in seinem Supercomputer 3.000 Stück verbauen will, schafft 362 Teraflops, womit sich für Dojo insgesamt eine Rechenleistung in Höhe von rund 1,1 Exaflops ergibt. Noch dazu ist der Platzbedarf des Systems sehr überschaubar: Dojo soll sich aus lediglich zehn Serverschränken zusammensetzen, von denen jeder mehr als 100 Petaflops beisteuert.
Zum schnellsten Supercomputer der Welt wird Dojo damit gewiss nicht mehr, nachdem Frontier die Marke von 1,1 Exaflops schon im Jahr 2022 überschritten hat und seitdem fortlaufend aufgerüstet wird. Frontier hat jedoch auch einen anderen Schwerpunkt und zielt mit seiner AMD-Hardware eher auf eine hohe FP64-Leistung ab. Dennoch könnte sich Dojo bis zur Fertigstellung noch einen der oberen Ränge auf der Liste der schnellsten Supercomputer(öffnet im neuen Fenster) sichern.
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