Dogfighting: USA und China liefern sich Weltallkämpfe zwischen Satelliten
Der Weltraum ist hart umkämpft, deswegen kann es auch zu tatsächlichen Kampfhandlungen kommen, sogenannten Dogfights(öffnet im neuen Fenster). Diese Art von orbitalen Gefechten findet unsichtbar statt und wird kaum bemerkt, außer von Raumfahrt- und Verteidigungsspezialisten. Die Kämpfe finden in einer Entfernung von etwa 35.000 km statt, in der geostationären Umlaufbahn.
Dabei sausen Militärsatelliten aneinander vorbei, um sich strategische Vorteile zu verschaffen. Besonders die Rivalität zwischen China und den USA führt zu einer Vielzahl solcher Manöver, denn Satelliten sind entscheidend für die militärische Vorherrschaft.
Spionage und Verteidigungszwecke
Laut der Washington Post interpretieren Verteidigungsanalysten das meist als Spionageaktivitäten. Es entstehen Fotos, die für die Öffentlichkeit meist unter Verschluss bleiben, und dazu dienen, mehr über die Systeme an Bord der Satelliten und deren Fähigkeiten herauszufinden.
Ein Beispiel ist das orbitale Auftankmanöver vom 30. Juni 2025. Allerdings stammen die Aufnahmen des chinesischen Andockmanövers vom Schweizer Weltraumforschungsunternehmen s2a systems(öffnet im neuen Fenster), nicht vom Militär.
Nicht alle Weltraumaktivitäten können im Orbit geheim gehalten werden. Dazu gehören auch die Missionen des US-amerikanischen Raumgleiters X-37B oder des chinesischen Shenlong-Raumschiffs, über deren Missionen überwiegend Stillschweigen gewahrt wird.
Dogfight im Weltraum
Bei den Dogfighting-Aktivitäten werden die ausgesendeten Signale und Daten von Satelliten abgefangen, um die Kommunikation zwischen der Bodenstation und den Satelliten abzuhören. Der zunehmende technologische Wettbewerb zwischen Großmächten reicht so weit, dass es zu Störattacken kommt.
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte im September 2025, dass China und Russland "Satelliten stören, blenden, manipulieren oder kinetisch zerstören" können. Das betrifft meist Satelliten, die Raketenwarnungen senden oder wichtige Informationen an die Truppen weiterleiten.
Weltraumgefecht zwischen China und den USA
Eine solche dynamische Nahbegegnung erfolgte im Februar 2022. Der US-amerikanische USA-270-Satellit näherte sich zwei gerade gestarteten experimentellen Satelliten aus China, Shiyan 12-01 und Shiyan 12-02 (SY-12 01 und SY-12 02). Diese befanden sich in einer westwärts gerichteten Bewegung in der geostationären Umlaufbahn.
Der US-Satellit näherte sich von hinten, so dass die Sonne hinter USA-270 stand und die beiden chinesischen Satelliten beleuchtete. Den Chinesen fiel das auf und sie konterten das Manöver, indem sie ihre Satelliten trennten. Dabei manövrierte sich SY-12 02, mit der Sonne im Rücken stehend, hinter den US-amerikanischen Aufklärungssatelliten.
Nach dieser ersten Begegnung setzte USA-270 die Verfolgung von SY-12 01 fort und näherte sich diesem auf etwa 40 km. Doch die Sonne stand vor dem US-Satelliten, mit der Folge, dass das chinesische Raumfahrzeug schwierig zu fotografieren war. Im Weltraum kann die Helligkeit der Sonne blenden, da keine Atmosphäre vorhanden ist.
Anschließend manövrierte sich auch Shiyan 12-01 hinter den US-Satelliten. Am nächsten Tag beendeten die USA die Verfolgungsjagd und flogen davon. Einige Wochen später verlangsamte sich USA-270 dramatisch, möglicherweise, um SY-12 01 und 02 vorbeiziehen zu lassen und sich in eine günstige Position zu bringen. Doch anstatt vorbeizufliegen, verlangsamten sich die beiden chinesischen Satelliten und trennten sich voneinander.
Shiyan 12-02 zündete seine Triebwerke, um den Kurs zu ändern, SY-12 01 flog erneut an dem US-Satelliten vorbei. Mehr ist über das Manöver im Jahr 2022 nicht bekannt.
Besonders die USA, China und Russland setzen mittlerweile auf dynamische, flugzeugähnliche Flugtechnologien, bei denen Fähigkeiten wie starkes Abbremsen, Beschleunigen und sogar Tandemflüge möglich sind.
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