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Dogfighting: US-Militär will vom Beobachter zum Akteur im Weltraum werden

Das Start-up True Anomaly entwickelt mit Jackal Satelliten für taktische Manöver, um die US-Vorherrschaft im Erdorbit zu sichern.
/ Patrick Klapetz
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Illustration von zwei Satelliten, die Dogfighting betreiben. (Bild: True Anomaly)
Illustration von zwei Satelliten, die Dogfighting betreiben. Bild: True Anomaly

Während der Weltraum lange Zeit primär als Ort für Aufklärung und Kommunikation galt, wandelt sich das Bild hin zu einem potenziellen Gefechtsfeld, wie Ars Technica schreibt(öffnet im neuen Fenster) . Das US-Start-up True Anomaly(öffnet im neuen Fenster) positioniert sich hierbei als technologischer Vorreiter.

Das Unternehmen entwickelt Satelliten, die speziell für hochdynamische Einsätze (High-Tempo-Engagements) im Weltraum konzipiert sind. Ziel ist es, der Weltraumstreitmacht U.S. Space Force Werkzeuge an die Hand zu geben, um auf Bedrohungen durch Akteure wie China oder Russland flexibel reagieren zu können.

Mit einer Finanzierung von rund 400 Millionen US-Dollar und einem Team aus ehemaligen Militärs und Tech-Experten hat sich True Anomaly in kurzer Zeit zu einem Schwergewicht der Verteidigungsindustrie entwickelt.

Jackal: Ein Jäger für den Weltraum

Der Satellit Jackal, ein etwa kühlschrankgroßes autonomes Raumfahrzeug (AOV: Autonomous Orbital Vehicle), bildet das Herzstück der Raumfahrtfirma. Im Gegensatz zu herkömmlichen Satelliten, die oft auf festen Bahnen verbleiben, ist Jackal auf extreme Manövrierfähigkeit ausgelegt. Ausgestattet mit einem leistungsstarken Antriebssystem und präzisen Sensoren kann er sich anderen Objekten im All bis auf wenige Meter nähern (Proximity Operations), diese inspizieren oder im Ernstfall taktische Manöver durchführen.

Diese Fähigkeiten werden oft mit dem Begriff Dogfighting assoziiert. Anders als im Luftkampf handelt es sich um keine rasanten Manöver, sondern eher um ein methodisches, tagelanges Schachspiel unter den Bedingungen der Orbitalmechanik. Ein solches Weltraumgefecht fand 2022 zwischen dem US-amerikanischen USA-270-Satelliten und den beiden chinesischen Satelliten Shiyan 12-01 und Shiyan 12-02 statt.

Wappnen für den Ernstfall

Die U.S. Space Force beobachtete in den letzten Jahren zunehmend komplexe Manöver mit chinesischen Kleinsatelliten. Dazu gehörten auch Tankmanöver im Weltraum oder die Änderung der Flugrichtung während des Aufstiegs . Mit diesen Fähigkeiten könnten sich die Satelliten unbemerkt an kritische US-Infrastrukturen annähern.

True Anomaly will mit dem Jackal eine Abschreckung schaffen. Durch die Fähigkeit zur schnellen Identifikation und Verfolgung soll sichergestellt werden, dass gegnerische Aktivitäten im Orbit nicht unbeantwortet bleiben. Ein entscheidender Vorteil von True Anomaly ist der Fokus auf Skalierbarkeit. In der firmeneigenen Fabrik Gravityworks in Denver (Colorado, USA) sollen die Satelliten in Serie gefertigt werden. Dadurch können im Konfliktfall verlorengegangene Satelliten schnell ersetzt werden.

Während der Space-Force-Mission Victus Haze(öffnet im neuen Fenster) soll der Ernstfall simuliert werden. Dabei sollen ein Satellit von True Anomaly(öffnet im neuen Fenster) und einer von Rocket Lab demonstrieren, wie schnell sie auf ein unbekanntes Objekt im All reagieren und dieses abfangen oder untersuchen können.


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