Die Krise beginnt
Ende März 2025 erkannte auch Trump plötzlich Interessenskonflikte bei Elon Musk , auch wenn er diese zunächst nur mit China in Verbindung brachte. Er teilte seinen engsten Vertrauten Anfang April 2025 mit, dass Musk in den nächsten Wochen von seiner Regierungsarbeit zurücktreten und wieder zu seinen Unternehmen zurückkehren werde.
Zu diesem Zeitpunkt zeigten sich bereits viele Trump-Unterstützer unzufrieden mit der Arbeit von Musk sowie dessen Unberechenbarkeit und nahmen ihn als politische Belastung wahr. Das Weiße Haus dementierte zwar entsprechende Berichte und auch Elon Musk bezeichnete dies als Fake-News, der Anfang vom Ende seiner Regierungsarbeit war damit aber gesetzt.
Tesla leidet am meisten
Weniger aus politischen, sondern mehr aus wirtschaftlichen Gründen fing auch Musk offenbar an, seine Arbeit für die US-Regierung zu überdenken. Besonders Tesla litt unter dem schlechten Ruf , den Musk mittlerweile um seine Person aufgebaut hatte. Filialen des Autobauers wurden zum Ziel von Demonstrationen und Anschlägen , Kunden boykottierten den Hersteller und die Absatzzahlen gingen weltweit drastisch zurück.
Nachdem Tesla Ende April 2025 einen Gewinnrückgang von 71 Prozent im ersten Quartal 2025 vermelden musste, erklärte Musk, dass er seine Regierungsarbeit auf ein bis zwei Tage pro Woche beschränken werde. Gleichzeitig verteidigte er seine Arbeit für Doge als notwendig, um Verschwendung und Betrug einzudämmen.
Diese Arbeit sah Musk aber ausgerechnet von Donald Trump konterkariert. Der US-Präsident äußerte bereits Anfang März 2025 zurückhaltende Kritik an Musk und Doge, als er empfahl, die Axt einzupacken und lieber das Skalpell anzusetzen .
Das Ende der Bromance
Ein offener Streit entbrannte aber erst, als Trump sein neues Haushaltsgesetz, das Big Beautiful Bill, präsentierte. Als Musk nach den ersten 100 Tagen der Trump-Regierung am 29. Mai 2025 seinen Ausstieg aus der Regierungsarbeit bekanntgab , hatte er das Gesetz in Interviews bereits heftig kritisiert.
Es untergrabe die Arbeit von Doge, weil es das Haushaltsdefizit erhöhe und erhebliche Steuererleichterungen für Reiche beinhalte, sagte Musk. Schätzungen zufolge erhöht das Gesetz die US-Staatsverschuldung in zehn Jahren um 3,3 Billionen US-Dollar.
Am 21. November 2024 fragte Golem, wie lange die Bromance zwischen Donald Trump und Elon Musk halten wird. Am 5. Juni 2025 hatten wir die Antwort.
In den Tagen nach seinem Rücktritt, verschärfte Musk seinen Ton gegenüber Trump enorm. Das neue Haushaltsgesetz bezeichnete er als "widerliche Abscheulichkeit" und "Schulden-Sklaverei-Gesetz" . Er rief die Bevölkerung dazu auf, Senatoren und Kongressabgeordnete anzurufen, um zu verhindern, dass die USA in den Bankrott getrieben werden.
Musk drohte zudem mit Blick auf die US-Zwischenwahlen im November 2026, dass man alle Politiker entlassen werde, "die das amerikanische Volk verraten haben" . Aber auch hinter diesen Tiraden könnten eher wirtschaftliche als politische Gründe stecken. Das Big Beautiful Bill enthält nämlich nicht nur Steuergeschenke an Reiche, sondern streicht auch Steuervergünstigungen für die Anschaffung von Elektroautos und Solaranlagen, von denen Tesla bislang profitierte.