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USA: Regierungsangestellte sollen automatisiert entlassen werden

Entwickler von Doge arbeiten an einer Software, die Entlassungen vereinfacht. Andere Mitglieder weigern sich, den Abbau kritischer Dienste voranzutreiben.
/ Mike Faust
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Einige Doge-Angestellte treten zurück, weil sie ihrem Eid nicht mehr Folge leisten können. (Bild: USA TODAY Network via Reuters Connect)
Einige Doge-Angestellte treten zurück, weil sie ihrem Eid nicht mehr Folge leisten können. Bild: USA TODAY Network via Reuters Connect

Entwickler des Department of Government Efficiency (Doge) arbeiten an einer Software, mit der sich Massenentlassungen von US-Regierungsangestellten automatisieren lassen sollen. Wie Wired berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wurde die Software ursprünglich vom US-Verteidigungsministerium entwickelt und Doge modifiziert diese nun für eigene Zwecke.

Die Software mit dem Namen Autorif (Automated Reduction in Force) wurde vor über 20 Jahren erstmals vom US-Verteidigungsministerium entwickelt, seitdem mehrfach aktualisiert und von verschiedenen US-Behörden eingesetzt. Das Programm nimmt Personalverantwortlichen die Arbeit ab, Listen von Mitarbeitern zu erstellen, die für eine Entlassung infrage kommen.

"Aber auch bei Verwendung eines automatisierten Systems müssen laut OPM-Anleitung (Office of Personnel Management) alle Daten manuell bestätigt werden und die Mitarbeiter dürfen die Listen einsehen" , sagte ein ehemaliger Personalverantwortlicher der US-Regierung gegenüber Wired. Weitere Quellen zeigen sich besorgt, dass Doge Autorif nicht einfach nur zum Erstellen von Listen verwendet, sondern die Software so modifiziert, dass Massenentlassungen noch schneller durchgeführt werden können.

Von Elon Musk für Doge angeworbenen Personen sind politische Ideologen

Besonders könnten davon Regierungsmitarbeiter betroffen sein, die sich noch in der Probezeit befinden und dadurch keinen besonderen Kündigungsschutz genießen, wie bisherige Beispiele von Entlassungen in US-Behörden durch Doge zeigen. Eine Doge-E-Mail vom Wochenende deutet zudem darauf hin, dass gerade die nächste große Entlassungswelle vorbereitet wird.

Laut einem Bericht des Guardian(öffnet im neuen Fenster) sind derweil 21 Doge-Angestellte von ihren Posten zurückgetreten. Diese waren zuvor bereits beim United States Digital Service (USDS), der von Donald Trump in United States Doge Service (ebenfalls USDS) umbenannt wurde. Sie begründeten ihren Schritt damit, dass sie sich weigern würden, ihr Fachwissen für den Abbau kritischer öffentlicher Dienste einzusetzen.

"Wir haben geschworen, dem amerikanischen Volk zu dienen und unseren Eid auf die Verfassung über alle Präsidentschaftsregierungen hinweg aufrechtzuerhalten" , hieß es in einem gemeinsam verfassten Rücktrittsschreiben. Ihnen sei klar geworden, dass sie diese Verpflichtung nicht länger einhalten könnten, schrieben die Verfasser weiter. Sie sprachen zudem die Warnung aus, dass viele der von Elon Musk für Doge angeworbenen Personen politische Ideologen seien, die nicht die notwendige Erfahrung für die an sie übertragenen Aufgaben besäßen.

Obwohl die Echtheit des Kündigungsschreibens von Associated Press bestätigt werden konnte, bezeichnete Elon Musk dieses als Fake-News. Gleichzeitig zog er über die zurückgetretenen Mitarbeiter her und bezeichnete diese als "politische Überbleibsel der Demokraten, die sich weigerten, in ihr Amt zurückzukehren" .


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