Document Foundation: Libreoffice will Ende von Openoffice
Die Libreoffice-Macher fordern ziemlich deutlich das Ende von Openoffice. "Libreoffice ist die Zukunft von Openoffice. Lasst uns alle hinter diesem Ziel zusammenkommen!", schreibt die für den Fork Libreoffice zuständige Document Foundation in einem offenen Brief an die derzeitigen Verwalter des Rests von Openoffice(öffnet im neuen Fenster), die Apache Software Foundation (ASF). Anlass ist das 20-jährige Jubiläum der Veröffentlichung des Openoffice-Quellcodes.
Konsequent umgesetzt hieße das vermutlich, dass das Libreoffice-Team nicht nur offiziell als Nachfolger von Openoffice angesehen wird, sondern dies allen Nutzern weltweit auch so kommunziert wird und das Projekt abseits der eventuell notwendigen Pflege der alten Codebasis komplett eingestellt wird. Auch der Name und die dazugehörigen Marken könnten dann wohl zur Document Foundation wandern.
So explizit äußert sich die Organisation zwar nicht, bringt jedoch vor, dass es seit 2014 keine größere Veröffentlichung mehr von Openoffice gegeben habe. "Dennoch wissen viele Benutzer nicht, dass Libreoffice existiert. Die Marke Openoffice ist immer noch so stark, obwohl die Software seit über sechs Jahren keine bedeutende Veröffentlichung mehr hat und kaum entwickelt oder unterstützt wird", heißt es in dem Schreiben. Geht es nach dem Willen der Document Foundation soll sich dies aber eben ändern.
Von der Hand zu weisen sind die Argumente der Document Foundation nicht. Tatsächlich lässt sich die Entwicklung von Openoffice als stagnierend bezeichnen. Und das betrifft nicht nur die Arbeit an neuen Funktionen oder die Kompatibilität zu proprietären Office-Suiten, die Libreoffice im Vergleich zu Openoffice immer weiter ausbaut. Das Openoffice-Projekt hatte in der Vergangenheit darüber hinaus immer wieder Probleme damit, Sicherheitslücken zeitnah zu schließen, was definitiv nicht im der Sinne der Nutzer sein kann. Das Libreoffice-Team hat dagegen schnell Updates verteilt.
Die Document Foundation schließt ihren offene Brief an die ASF mit der Forderung, "das Richtige zu tun". Gemeinsames Ziel sollte es sein, "so vielen Menschen wie möglich leistungsstarke, aktuelle und gut gewartete Produktivitätswerkzeuge in die Hand zu geben".
Nachtrag vom 15. Oktober 2020, 9:22 Uhr
Die ASF zelebriert ebenfalls das 20-jährige Jubiläum der Codefreigabe(öffnet im neuen Fenster) in ihrem Blog, geht darin aber nicht auf die Problematik der stagnierenden Entwicklung oder überhaupt auf Libreoffice ein. Der offizielle Twitter-Account von Apache Openoffice ist da deutlicher(öffnet im neuen Fenster). Dort wird die Documentfoundation aufgefordert, die Lizenz von Libreoffice zu ändern, falls der Aufruf zur Zusammenarbeit ernst gemeint sei. So sollen auch Beiträge aus Libreoffice in Openoffice eingepflegt werden können.
Interessant daran ist, dass die Document Foundation in Libreoffice jedoch die schon seit Openoffice 2.0 genutzte Copyleft-Lizenz LGPL weiterverwendet. Die ASF hat dies für ihren Code jedoch nach der Übernahme des Projekts geändert und nutzt nun die Apache License und erlaubt keinen Copyleft-Code in seinen Projekten.
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