Docsis 3.1: Kabelnetzbetreiber sehen sich bei Gigabit als Marktführer

Zum Jahresende ziehen die Kabelnetzbetreiber Bilanz. Durch den Docsis-3.1-Ausbau seien 7,3 Millionen Anschlüsse mit Gigabit-Datenraten verfügbar. Doch ist das wirklich Gigabit wie Glasfaser?

Artikel veröffentlicht am ,
Auf der Angacom 2018
Auf der Angacom 2018 (Bild: Anga)

Im Kabelnetz sind 7,3 Millionen Anschlüsse mit Gigabit-Datenraten verfügbar. Das gab der Kabelnetzbetreiberverband Anga am 17. Dezember 2018 bekannt. Verbandschef Thomas Braun sagte: "Bei Gigabit-Internet sind unsere Netzbetreiber die klaren Marktführer. Damit leisten unsere Mitglieder den größten Beitrag, um das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel Gigabit bis 2025 zu erreichen."

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, sah das im März 2018 allerdings anders: "Es reicht nicht, uns auf die Kabelnetze zu verlassen und drum herum noch etwas Glasfaser zu bauen." Homann weiß, dass im Kabelnetz oft zu viele Haushalte an einem Node oder Cluster hängen und sich die Kapazität teilen müssen. Daher kann das Kabelnetz echte Glasfaser nicht ersetzen. Dazu kommen weitere Schwächen: "Die Latenz muss konkurrenzfähig sein, und das ist nicht leicht zu machen", sagte Eric Kuisch, Chief Technology Officer (CTO) bei Vodafone Deutschland, am 12. Juni 2018. Ludwig Modra, CTO von Tele Columbus, betonte: "Wir haben mit Docsis 3.1 Verbesserungen bei der Latenz erreicht. Das ist aber noch nicht ausreichend."

Die von der Anga vertretenen Kabelnetzbetreiber planen nach Angaben des Verbands, bis zum Jahr 2025 drei von vier Haushalten mit Gigabit-Anschlüssen zu versorgen. Hinzu kommt der Anschluss hunderter Gewerbegebiete und Schulen.

"Zur Beschleunigung des Ausbaus brauchen wir insbesondere Augenmaß bei der Zugangsregulierung, eine bessere Akzeptanz für alternative Verlegemethoden und effizientere Genehmigungsverfahren", betonte Braun.

Wer gehört zum Anga?

Zu den Mitgliedsunternehmen des Anga zählen Vodafone, Unitymedia, Tele Columbus (Pyur), Telekom Deutschland und lokaler und mittelständischer Netzbetreiber wie Willy.tel in Hamburg oder RFT Kabel in Brandenburg. Die Deutsche Telekom ist auch als Kabelnetzbetreiber aktiv und versorgt Kunden von Wohnungsgesellschaften.

Vodafone und Unitymedia setzen den Kabelnetzstandard Docsis 3.1 breit in ihrem Netz ein. Der Kabel-Tarif von Vodafone bietet im Download bis zu 1.000 und im Upload bis zu 50 MBit/s. Drei Monate nach Vermarktungsstart von Docsis 3.1 hatte Vodafone Gigabit-Geschwindigkeit für rund 6 Millionen Haushalte im Angebot. Auch Unitymedia bietet diese Datenraten. Der Betreiber setzt auf den Ausbau von Städten: Zunächst wurden Bochum, Düsseldorf, Köln und Frankfurt ausgebaut. Tele Columbus bietet erst vereinzelt Gigabit-Zugänge an.

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FiX49 19. Dez 2018

Du kannst Bridge Modus im Kunden Interface einstellen. Dann geht das

SanderK 19. Dez 2018

Ah! Ok, Danke für die Informationen. Richtig, würde ich auch nicht ;-)

derdiedas 19. Dez 2018

? Warum sollte man es kaum Nutzen können? Ich kann halt "nur" mit 50MBit uploaden, aber...

LinuxMcBook 18. Dez 2018

Erst einmal abwarten, wann sich deren Führung dem echten Problem stellt, DOCSIS 3.1 full...



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