Großes Cloud-Geschäft dank Zukäufen

Für Suses kommende Cloud Application Platform hat das Team von Flaxa die einzelnen Bestandteile von Cloud Foundry mehr oder weniger aufgespalten und containerisiert, so dass Cloud Foundry selbst im Prinzip lediglich eine Sammlung von Anwendungen ist, die auf Suses CaaS läuft und von Kubernetes orchestriert wird.

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Für Suse ergibt sich daraus der operative Vorteil, die bestehende Technik von Cloud Foundry wiederverwenden zu können, die von einer Vielzahl von Unternehmen als Community bereits erstellt worden ist. Konkurrent Red Hat baut im Gegensatz dazu bei Openshift auf eigene Technik, die zusammen mit den Kunden entsteht.

Darüber hinaus wird Cloud Foundry laut Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation, inzwischen von mehr als der Hälfte der Fortune-500-Unternehmen eingesetzt. Der potenzielle Markt für Suse ist also sehr groß. Viele dieser Unternehmen verstehen Software zudem oft nur als Mittel zum Zweck für das eigentliche Geschäft. Das Auslagern an einen Dienstleister wie zum Beispiel Suse, ohne die genutzte Technik und das aufgebaute Know-how ändern zu müssen, ist dabei wohl ein sehr vielversprechendes Angebot für einige Manager.

Hinzu kommt, dass bisher große öffentliche Anbieter von Cloud Foundry - IBM, Huawei, Fujitsu und SAP - allesamt teilweise langjährige Partner von Suse sind. Deren Hauptgeschäft besteht aber nicht zwingend aus Softwaresupport und -dienstleistungen, so dass Suse hier eventuell seine Erfahrung in diesem Bereich ausspielen kann, um die Partnerschaften zu vertiefen oder gar Marktanteile der genannten Unternehmen in diesem Segment zu übernehmen.

Suse-Mutter bringt Geld für Team und Technik

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Dass Suse es innerhalb von nur einem Jahr augenscheinlich geschafft hat, auch im Cloud-Geschäft in direkte Konkurrenz zu Red Hat zu treten und darüber hinaus weitere Geschäfte erreichbar erscheinen, ist wohl vor allem auf das neue Mutterunternehmen Micro Focus zurückzuführen, zu dem Suse seit etwa drei Jahren gehört.

Das Mutterunternehmen ist finanziell derart gut aufgestellt, dass im vergangenen Herbst ein wichtiger Teil der HP-Enterprise-Software-Sparte für 2,5 Millionen Dollar von Micro Focus übernommen worden ist. Viele Teile davon, wie eben Cloud Foundry oder die Cloud-Infrastruktur-Lösung Openstack, sind kurz darauf bei Suse gelandet. Darauf baut das Unternehmen nun massiv auf.

Ebenso hat Suse im vergangenen Jahr mit dem Kauf von Openattic seine erste Übernahme in der Unternehmensgeschichte durchgeführt und dadurch sein Angebot für Software Defined Storage auf Basis von Ceph sinnvoll erweitert.

Das Unternehmen kann damit nun einen ziemlich großen und weite Teile der Cloud- und Containertechnologie umfassenden Software-Stack bieten wie seine größten Konkurrenten. Bei einem jährlichen Umsatz von zuletzt rund 300 Millionen US-Dollar hätte Suse das trotz eines Wachstums von rund 20 Prozent wohl nicht ohne Unterstützung von Micro Focus stemmen können. Das gilt auch für den massiven Zuwachs von Angestellten. Laut CEO Nils Brauckmann hat das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 300 Angestellte hinzugewinnen können. Dabei hatte Suse erst im Frühjahr dieses Jahres mehr als 1.000 Angestellte. Laut Jahresbericht ist die Zahl der Angestellten sogar um über 40 Prozent gewachsen, vor allem durch die Zukäufe.

All das zeugt von einem deutlichen und auch aggressiven Wachstumskurs, den Suse mit Unterstützung von Micro Focus umsetzt. Der könnte das Unternehmen eventuell auch für die kommenden 25 Jahre absichern.

Offenlegung: Golem.de war auf Einladung von Suse in Prag. Die Reisekosten wurden von Suse übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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