Doc Patch: Das Grundgesetz wird Open Data
Am 23. Mai 1949 ist das Grundgesetz in Kraft getreten. Seither wurde einiges an der Verfassung der Bundesrepublik geändert – nicht immer zum Besten. Zum 64. Geburtstag hat der Chaos Computer Club (CCC) das Grundgesetz als Open-Data-Projekt(öffnet im neuen Fenster) präsentiert.
Doc Patch heißt die Plattform, auf der das Gesetzeswerk abrufbar ist. Sie sei "ein umfassendes Werkzeug, um die Entwicklung der deutschen Verfassung transparenter zu machen" , schreibt der CCC(öffnet im neuen Fenster) . Der Nutzer kann auf der Plattform das Grundgesetz studieren und sich ansehen, wann und wie es geändert wurde und von wem die Änderungen stammen. Mit Hilfe einer Zeitleiste kann der Nutzer sehen, wie die politischen Verhältnisse im Land zum jeweiligen Zeitpunkt aussahen. Er kann aber auch verschiedene Fassungen des Grundgesetzes miteinander vergleichen.
Maschinenlesbarer Text
Initiiert wurde das Projekt von Chaospott(öffnet im neuen Fenster) , einer CCC-Gruppe aus Essen. Die Gruppe hat das Gesetzeswerk mit Hilfe von freier Software aufbereitet – so enthält die Plattform nicht nur den vollständigen Gesetzestext. Er ist zudem auch maschinenlesbar sowie mit Metadaten, die damit in Verbindung stehen, annotiert. Der Text kann in jeder Fassung auch heruntergeladen werden – in etwa 15 verschiedenen Formaten, darunter als einfache Textdatei, als PDF, HTML-Datei oder in dem E-Book-Format ePub.
Ziel des Projektes sei, "öffentliche Daten wie Verfassungen und Gesetzestexte von unfreien Formaten zu 'befreien' und umfassend zu erschließen" , erklärt der CCC(öffnet im neuen Fenster) . Gesetzestexte ließen sich gut aufbereiten, da sie "wie Software" seien: "Der 'Quelltext' ist gut strukturiert mit einfacher Syntax und Änderungen sind auch nichts anderes als Patches, um Fehler zu beseitigen oder neuen Anforderungen zu genügen."
Das Grundgesetz sei nur der Anfang. Der CCC will andere dazu motivieren, weitere Gesetzestexte oder Parteisatzungen in ähnlicher Weise aufzubereiten und auf Doc Patch zur Verfügung zu stellen. "Wir wollen am Beispiel des Grundgesetzes die Möglichkeiten von Open Data in anschaulicher Form zeigen" , sagt Manuel Prinz vom Chaospott Essen. "Unsere Entwicklung ist offen und erweiterbar, so kann sie jeder für andere Inhalte nutzbar machen."
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



