Do Kwon: Terra-Luna-Gründer wird vorerst nicht ausgeliefert
Eigentlich sollte Do Kwon wegen des Zusammenbruchs der Kryptowährung Terra aus Montenegro abgeschoben werden – das Berufungsgericht wies die Entscheidung zurück.
Das Berufungsgericht in Montenegro hat die Abschiebung des Südkoreaners Do Kwon verhindert. Kwon sollte eigentlich entweder in die USA oder seine Heimat Südkorea abgeschoben werden, nachdem er im März 2023 nach seiner Flucht in Montenegro verhaftet wurde.
Dem Berufungsgericht zufolge machte der Oberste Gerichtshof Montenegros bei der Gerichtsverhandlung, die zur Auslieferung führen sollte, einen Fehler. Kwon wurde nur die Gelegenheit gegeben, zum Auslieferungsersuchen Südkoreas Stellung zu nehmen und seinen Fall zu verteidigen. Die Richter versäumten es allerdings, ihn auch zum Ersuchen der USA zu befragen und ihn Stellung nehmen zu lassen.
Dies widerspreche den gesetzlichen Vorgaben in Montenegro, erklärt das Berufungsgericht. Das Urteil werde daher kassiert und der Fall an die erste Instanz zurückverwiesen, wo der Fall neu aufgerollt werden soll. Im gleichen Zug nahm das Berufungsgericht auch die Suspendierung der Haftstrafe, die Kwon in Montenegro wegen Dokumentenfälschung absitzen sollte, zurück, da eine Ausweisung nun vorerst auf sich warten lassen dürfte.
Kwons Stablecoin-System brach krachend zusammen
Do Kwon ist Gründer des sogenannten Stablecoins Terra. Das Terra-Luna-System brach im Mai 2022 spektakulär und für seine Anleger dramatisch zusammen. Nachdem Luna Anfang April 2022 einen Höchststand von 116 US-Dollar erreichte und für gewöhnlich zwischen 50 und 100 US-Dollar lag, stürzte die Währung ab dem 5. Mai 2022 ab. Binnen einer Woche sank der Kurs fast auf 0 US-Dollar. Insgesamt sollen 42 Milliarden US-Dollar bei dem Crash verlorengegangen sein.
Kwon floh nach dem Zusammenbruch der Währung, Interpol suchte nach ihm mit einem internationalen Haftbefehl. Nach Gerüchten, Kwon halte sich in Serbien auf, wurde er im März 2023 in Montenegro verhaftet, als er nach Dubai fliegen wollte. Der montenegrinischen Polizei zufolge hatten Kwon und ein Begleiter gefälschte costa-ricanische und belgische Pässe bei sich.
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