DNS:NET: Überbau bei Glasfaser durch die Telekom droht zuzunehmen
Der Netzbetreiber DNS:NET erwartet in Zukunft eine starke Zunahme durch Überbauen von bestehenden Glasfasernetzen durch die Deutsche Telekom. "Ich glaube, was wir in den letzten anderthalb Jahren gesehen haben, war nur ein Geplänkel im Vergleich zu dem, was in den nächsten Monaten und Jahren bezüglich Überbau passieren wird." Das sagte(öffnet im neuen Fenster) Stefan Holighaus, CSO & CMO bei DNS:NET am 17. November bei der Breko Jahrestagung 2022. Überbau sei ein sehr emotionales Thema, betonte Holighaus.
Dies bereite ihm und seinen Investoren zunehmend Kopfschmerzen. "Wir bauen Netze und die müssen sich natürlich auch rechnen. Überbauen schmälert die Wirtschaftlichkeit und verlangsamt Deutschland insgesamt" , betonte Holighaus. Jeder in der Branche habe in dieser Woche ein Interview auf der Website eines großen Mitbewerbers zum Thema Überbau gesehen, sagte er über umstrittene Aussagen von Josef Scherl, Konzernbevollmächtigter für die Region Süd der Telekom, über die Golem.de zuerst berichtet hatte . Holighaus meinte: "Eigentlich ging es darum zu sagen: 'Wir sind groß und als Großer überbauen wir sämtliche Alternativen" . Die Telekom hatte das Interview nach kritischen Berichten und heftigen Reaktionen aus der Branche ohne eine Erklärung offline genommen. Über den Google Cache ist der Beitrag weiter auffindbar(öffnet im neuen Fenster) . Scherl hatte erklärt, dass mehrere Netze "einen großen Vorteil (bieten), weil die Vielfalt der Anbieter entsprechend größer wird." Zudem würden viele alternative Anbieter die nächsten Jahre wohl nicht überleben, betonte der Telekom-Manager.
Open Access noch mit vielen Schwierigkeiten
Bei der Lektüre des Interviews würden die Kopfschmerzen des DNS:Net-Managers Holighaus "zur Migräne" . Der Wettbewerb auch zwischen den alternativen Anbietern sei hart, räumte er ein. Man kämpfe um jeden Ort und jeden Kunden und schenke sich nichts. "Ich habe bisher noch nicht erlebt, dass die Alternativen sich gegenseitig überbauen. Das tun sie einfach nicht. Zwei unterschiedliche Glasfasernetze in einem Ort mit einer Penetration von 20 Prozent für jedes Netz bringt gar nichts."
Open Access werde nur funktionieren, wenn es ein Standard für alle Unternehmen werde, große oder kleine. Die Preise lägen derzeit viel zu weit auseinander. Bis zu einer vernünftigen Einigung in der Branche sei noch ein ziemlich langer Weg, sagte er.
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