Zum Hauptinhalt Zur Navigation

DMCA: Nintendo nimmt Switch-Emulatoren ins Visier

Neue DMCA-Welle auf Github trifft zahlreiche Projekte gleichzeitig. Nintendo verschärft damit erneut seinen jahrelangen Kampf gegen Emulation.
/ Peter Steinlechner
5 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Zubehör für die Nintendo Switch (Bild: Michael M. Santiago/Getty Images)
Zubehör für die Nintendo Switch Bild: Michael M. Santiago/Getty Images

Nintendo geht erneut massiv gegen die Emulationsszene vor. US-Magazine wie Nintendo Everything melden(öffnet im neuen Fenster) , dass der japanische Konzern eine neue Welle von DMCA-Takedown-Aufforderungen an auf Github gehostete Nintendo-Switch-Emulatoren verschickt hat.

Betroffen sind nicht nur einzelne Projekte, sondern praktisch die gesamte öffentlich zugängliche Szene rund um entsprechende Software.

Zu den genannten Projekten zählen unter anderem Eden, Citron, Kenji-NX und MeloNX, aber auch bereits eingestellte Emulatoren wie Sudachi oder Skyline. Teilweise waren die Repositories zunächst noch erreichbar, ihre Deaktivierung gilt jedoch als wahrscheinlich.

Nintendo argumentiert wie nahezu immer in solchen Fällen mit der Umgehung technischer Schutzmaßnahmen. Switch-Spiele sind verschlüsselt und die zum Entschlüsseln nötigen Schlüssel gelten als Teil des Kopierschutzes. Selbst wenn Emulator-Programme diese nicht direkt enthalten, sieht der Konzern ihre Nutzung häufig als Vorbereitung zur Umgehung des Schutzsystems an.

Emulatoren sind nicht grundsätzlich illegal

Die aktuelle Aktion ist Teil einer länger laufenden Strategie. Bereits 2024 hatte Nintendo den populären Emulator Yuzu verklagt; die Entwickler stellten das Projekt ein und zahlten 2,4 Millionen Dollar Vergleichssumme. Kurz darauf verschwand auch der Konkurrent Ryujinx.

Mit den neuen DMCA-Maßnahmen zielt Nintendo nun besonders auf Github als zentrale Plattform für Quellcode-Verteilung. Das Entfernen der Projekte erschwert das Auffinden und Weiterentwickeln deutlich, beendet die Emulation aber nicht vollständig: Entwickler können schlicht auf eigene Server oder private Kopien ausweichen.

Rechtlich bleibt die Lage kompliziert. Emulatoren sind an sich nicht automatisch verboten, können aber gegen Urheberrecht verstoßen, wenn sie Schutzmechanismen umgehen oder illegale Kopien erleichtern. Genau an diesem Punkt setzt Nintendo seit Jahren mit juristischen Mitteln an – und verschärft den Kurs nun erneut.


Relevante Themen