DMARC: "Yahoo macht weltweit jede Mailingliste kaputt"

Mit DMARC sollen eigentlich Spam- und Phishing-E-Mails verhindert werden. Eine neue DMARC-Richtlinie von Yahoo beschränkt aber die Nutzung von Mailinglisten sehr stark. Das betrifft auch weitere Provider und die Entwickler der Mailinglisten.

Artikel veröffentlicht am ,
DMARC verursacht Probleme mit Mailinglisten.
DMARC verursacht Probleme mit Mailinglisten. (Bild: DMARC)

E-Mail-Providern wie Google, Microsoft oder Yahoo soll DMARC dabei helfen, Spam- und Phishing-E-Mails aufzufinden. Werden nur noch E-Mails zugestellt, die von DMARC als korrekt erkannt werden - wie bei Yahoo geschehen -, ist die Nutzung von Mailinglisten allerdings kaum noch möglich. Der Informatiker und Berater für E-Mail-Infrastruktur John R. Levine kommentiert deshalb bei der IETF: "Yahoo macht weltweit jede Mailingliste kaputt, inklusive die der IETF."

Stellenmarkt
  1. Informatiker im IT Support für Applikationen (m/w/d)
    MLP Finanzberatung SE, Wiesloch bei Heidelberg
  2. IT Systemadministrator*in (m/w/d) 100 % Homeoffice / Remote
    Wikando GmbH, verschiedene Einsatzorte
Detailsuche

Levine sei auf das Problem aufmerksam geworden, als über eine seiner abonnierten Mailinglisten "ein Blizzard von Bounce-Nachrichten" verteilt worden sei. Denn eine gesendete Nachricht sei unter anderem von "Gmail, Yahoo, Hotmail und Comcast" zurückgewiesen worden, wohl wegen der DMARC-Richtlinie.

Mailinglisten sind DMARC-Schwachpunkt

Warum die E-Mails zurückgewiesen werden, ist schnell ersichtlich. DMARC, das für "Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance" steht, besteht hauptsächlich aus den zwei Systemen DKIM (Domainkeys Identified Mail) und SPF (Sender Policy Framework).

DKIM soll die Authentizität eines E-Mail-Absenders über eine Signatur gewährleisten, allerdings verändern die Listen sehr oft E-Mails, etwa um eine Markierung im Betreff oder auch Fußzeilen hinzuzufügen, wodurch die Signatur nicht mehr stimmt. Darüber hinaus wird das SPF etwa dadurch außer Kraft gesetzt, dass Listen ihre "eigenen unveränderlichen Bounce-Adressen nutzen".

Schuld der Provider oder der Entwickler?

Golem Karrierewelt
  1. Certified Network Defender (CND): virtueller Fünf-Tage-Workshop
    06.-10.02.2023, Virtuell
  2. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    12./13.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Für Levine ist eindeutig, dass die E-Mail-Provider mit ihren DMARC-Richtlinien für das Problem zuständig sind. Er empfiehlt Admins, Yahoo-Adressen vorübergehend zu sperren, um Schaden zu begrenzen, die Nutzer aufzufordern sich neue Adresse zuzulegen und Verantwortliche bei Yahoo auf das Problem aufmerksam zu machen.

Für den Gentoo-Listenadmin Robin H. Johnson stellt sich die Situation allerdings nicht so eindeutig dar. Denn er weist darauf hin, dass die freien Mailinglistenserver derzeit noch keine Unterstützung für DMARC aufweisen, was für Sympa ebenso gelte wie für Mlmmj, Ezmlm oder auch GNU Mailman. Wobei zumindest für Letzteres an einer Unterstützung gearbeitet werde. Doch auch Johnson gibt zu, dass es für die Listen-Admins derzeit keine tatsächliche Möglichkeit gibt, das Problem zu lösen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Twitter
Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah

Nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist klar: Das Netzwerk hat wesentlich weniger Mitarbeiter. Es ist aber noch viel mehr passiert.
Ein Bericht von Oliver Nickel

Twitter: Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah
Artikel
  1. Responsible Disclosure: Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer
    Responsible Disclosure
    Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer

    Ein Sicherheitsforscher hat eine Lücke bei mehreren Unternehmen und Stadtverwaltungen gemeldet. Obi machte es ihm besonders schwer.

  2. Telefónica: Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert
    Telefónica
    Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert

    Seit August 2010 laufen in Deutschland LTE-Netze. Nun wird 5G langsam wichtiger, doch die Berliner U-Bahn ist noch immer nicht für alle mit 4G versorgt.

  3. Sono Motors: Solarauto Sion steht vor dem Aus
    Sono Motors
    Solarauto Sion steht vor dem Aus

    Sono Motors hat nicht mehr genug Geld für den Aufbau der Serienproduktion des Solarautos Sion. Nun soll die Community finanziell helfen. Mal wieder.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon • Samsung SSDs bis -28% • Rabatt-Code für ebay • Logitech Mäuse, Tastaturen & Headsets -53% • HyperX PC-Peripherie -56% • Google Pixel 6 & 7 -49% • PS5-Spiele günstiger • Tiefstpreise: Palit RTX 4080 1.369€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ [Werbung]
    •  /