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DMA-Umsetzung von Apple: Web-Apps für iPhones offenbar in der EU kaputt

Die Vorabversionen von iOS , mit denen Apple seine kritisierte Umsetzung des Digital Market Acts testet, haben gravierende Probleme mit Web-Apps.
/ Sebastian Grüner
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Ein iPhone mit Apps auf dem Startbildschirm (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Ein iPhone mit Apps auf dem Startbildschirm Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Entwickler und Nutzer, die auf die Funktion von Web-Apps auf iPhones setzen, könnten wegen der umstrittenen technischen Umsetzung des Digital Market Acts (DMA) durch Apple auf iOS künftig Probleme bekommen. Denn auch mit der inzwischen dritten Beta-Version von iOS 17.4 , die die Technik für das Regelwerk in der EU mitliefert, funktionieren Progressive Web Apps (PWAs) nicht mehr wie vorgesehen. Darauf weist unter anderem der auf die Entwicklung von PWAs spezialisierte Entwickler Maximiliano Firtman hin, der Apple auch unterstellt(öffnet im neuen Fenster) , die PWA-Unterstützung schlicht absichtlich deaktiviert zu haben.

Die PWA-Technik ermöglicht es, Webseiten so zu gestalten und auf dem Startbildschirm zu installieren, dass diese dann ohne die übliche Browser-UI dargestellt werden. Diese verhalten sich dabei außerdem weitgehend wie native Apps für das Betriebssystem und können etwa Push-Benachrichtigungen erhalten oder auf im Prinzip dauerhaft bereitstehenden Speicher zugreifen. Unterstützt worden ist das bisher nur für den Safari-Browser. Alternative Browser, die bisher zwingend Apples Webkit-Engine verwenden mussten, konnten dagegen keine Web-Apps ausliefern.

Mit den aktuellen Vorabversionen von iOS 17.4 können wohl auch in Safari innerhalb der EU faktisch keine Web-Apps mehr verwendet werden. Berichte(öffnet im neuen Fenster) und Beschwerden(öffnet im neuen Fenster) dazu gibt es schon länger, wie etwa Mac Rumors berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die hinterlegten Web-Apps verhalten sich demnach inzwischen einfach wie auf dem Startbildschirm hinterlegte Lesezeichen und starten auch nicht in einem eigenen Fenster, sondern eben im Safari-Browser mit dessen kompletter UI wie der URL-Zeile. Der fehlende Zugriff auf weitere Funktionen hat dem Bericht zufolge auch schon zu Datenverlust geführt, weil die Web-Apps nun nicht mehr auf ihren Speicher zugreifen können.

Zudem deutet einiges darauf hin, dass die Änderungen im Zusammenhang mit Web-Apps nur Nutzer innerhalb der EU betreffen, was über Informationen der SIM-Karten ermittelt wird, heißt es in dem Bericht von Mac Rumors. Ein direkter Zusammenhang mit dem DMA ist also naheliegend. Denn dieser schreibt Apple auch vor, alternative Browser auf seinen iPhones zuzulassen. Ob der fehlende Web-App-Support allerdings wirklich nur ein Fehler ist oder Absicht, bleibt abzuwarten.


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