DMA: Spotify will Abos und Hörbücher an Apple vorbei verkaufen
Spotify will Nutzer in der EU direkt aus seiner App zu zahlungspflichtigen Angeboten leiten, was Apple bisher untersagt – und begründet das mit dem DMA.
Spotify will mit dem Greifen des Digital-Regelwerks DMA (Digital Markets Act) in der EU Abos und Hörbücher auf dem iPhone an Apple vorbei verkaufen. Interessierte Nutzer sollen aus der App per Link auf eine Seite geleitet werden, wo sie ihre Kreditkarteninformationen eingeben können, wie der Musikstreaming-Marktführer in einem Blogeintrag am 24. Januar 2024 erläuterte.
Von Apple gab es zunächst keine Reaktion. Das Unternehmen bestreitet, dass sein App-Store-Geschäft unter den DMA (Digital Markets Act) fällt. Die DMA-Regelungen greifen vom 7. März an.
Auf Apples iPhones ist der hauseigene App Store des Konzerns bisher die einzige Quelle, aus der Anwendungen auf das Gerät geladen werden können. Beim Erwerb digitaler Artikel in einer App müssen Entwickler 30 Prozent vom Kaufpreis an Apple abführen. Bei Abonnements sind es zunächst 30 und später 15 Prozent.
Apple besteht auf eigenes Bezahlsystem bei In-App-Käufen
Die Abgabe kann nicht umgangen werden, weil die Nutzung von Apples System für In-App-Zahlungen vorgeschrieben ist. Apps wie Spotify oder Netflix können zugleich Abonnements außerhalb der Apple-Plattform im Web verkaufen – und ihre Kunden können sie dann auch auf dem iPhone und iPad nutzen.
Apple bekommt in diesem Fall keine Abgabe. Spotify beklagt jedoch schon seit langem, dass Apple es nicht erlaube, in der App über Preise und Orte zum externen Kauf der Abos zu informieren. Die Möglichkeit, ein Abo in der App zum höheren Preis wegen der Apple-Abgabe zu kaufen, bietet Spotify seit einigen Jahren nicht mehr an.
Apple muss seit kurzem nach einem Gerichtsurteil auch in den USA zulassen, dass App-Entwickler ihre Nutzer zu externen Kaufmöglichkeiten leiten. Allerdings legte der Konzern dort für solche Fälle eine reduzierte Abgabe von 27 beziehungsweise 12 Prozent fest.
Apples Pläne für DMA-Anpassung sind noch unbekannt
Apple veröffentlichte noch keine Pläne zur DMA-Umsetzung. Der Konzern argumentiert unter anderem, dass er eigentlich fünf App Stores betreibe, da die Plattformen für verschiedene Geräte wie iPhones, iPads oder Mac-Computer separat betrachtet werden müssten. Einzeln fielen sie nicht unter den DMA.
Dem Wall Street Journal zufolge plane Apple neue Einschränkungen und Gebühren für Europa. Der Konzern muss nach dem DMA unter anderem erlauben, Apps aus anderen Download-Quellen auf das iPhone zu laden. Spotify kontert, dass Apple die Regelungen auch bei einem Widerspruch zunächst umsetzen müsse. Eine 27-Prozent-Lösung würde der Streaming-Marktführer als Umgehung des DMA betrachten, sagte die zuständige Managerin Olivia Regnier. Spotify hoffe, dass die EU-Kommission den DMA hart durchsetzen werde.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed










Als würde es bei Spotify um Moral und Fairness gehen ...
Warum? Fuer welche Leistung?
Gar nicht lange, wieso? Ich kann doch das eine Gesetz gut finden und es einklagen, das...
Nee, nicht nur Apple ist so dreist, das ist ja allgemein nen Ding. 30% von etwas, an dem...
Kommentieren