Abo
  • Services:

DLR und Adva: Terabit-Versorgung über Satelliten-Internet für das Land

Satelliten-Internet mit hohen Datenübertragungsraten soll möglich werden. Das haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Adva demonstriert.

Artikel veröffentlicht am ,
Optisches "Bodenterminal"
Optisches "Bodenterminal" (Bild: DLR)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat zusammen mit Adva 13,16 Terabits pro Sekunde mit einem optischen Freistrahl übertragen. Das gab das Unternehmen aus dem bayerischen Martinsried bekannt. Das Ziel sei, ländliche Gebiete, die nicht an ein terrestrisches Breitbandnetz angeschlossen sind, vom Satelliten aus zu versorgen.

Stellenmarkt
  1. Fachhochschule Südwestfalen, Hagen
  2. Triona - Information und Technologie GmbH, Frankfurt am Main, Mainz

"Satelliten spielen eine Schlüsselrolle, um den Breitbandanschluss in der Fläche anbieten zu können", erklärte Christoph Günther, Direktor des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation. Das Versorgungsgebiet wird hierfür vom Satelliten aus mit zahlreichen Strahlen ausgeleuchtet. Die Funkfrequenzen werden dabei ständig wiederverwendet, wodurch eine höhere Kommunikationskapazität zwischen Nutzern und Satelliten entstehe.

Um diese Kapazität nutzen zu können, muss sie auch zwischen Internet und Satelliten bereitgestellt werden. Das erfolge durch optische Freiraumübertragung, wie sie in dem Versuch getestet wurde. Diese transportiere die großen Datenströme in ähnlicher Weise wie die Glasfaser in den terrestrischen Transportnetzen.

Turbulenz ähnlich dem Flimmern über einer heißen Straße

Das DLR hat das Konzept und die optischen Systeme zur atmosphärischen Übertragung bereitgestellt. In der gemeinsamen Demonstration wurde der Einfallswinkel der auf den Empfänger auftreffenden Wellenfront korrigiert. Die Wellenfrontverzerrungen (Phasenfluktuationen des Strahlprofils) entstehen dabei durch Temperaturunterschiede in der Atmosphäre, diese Turbulenz ist ähnlich dem Flimmern über einer heißen Straße. Das empfangene Signal, das auf der zwei Zentimeter großen Empfangsapertur auftrifft, muss am Empfänger in eine Glasfaser eingekoppelt werden, um danach verstärkt und weiterverarbeitet werden zu können.

Danach kamen das Faserkommunikationsequipment, beziehungsweise die Demultiplexer und Empfängerbänke der Firma Adva zum Einsatz. Der fast achtfache Anstieg des Datenvolumens in einem um 40 Prozent schmaleren Spektrum sei durch Adva FSP 3000 Cloudconnect ermöglicht worden. Die Daten wurden mit 53 Lasern auf unterschiedlichen Frequenzen mit einem Abstand von 50 Gigahertz (Wavelength Division Multiplex) übertragen. Dabei wurden die jeweiligen Laser mit Dual Polarization 16 QAM (Quadratur-Amplitude Modulation) moduliert und mit Soft-Decision Vorwärtsfehlerkorrektur auf einer Nutzdatenrate von 200 Gigabit/s pro Kanal empfangen. Zusätzlich wurde ein 100-Gigabit/s-System des DLR benutzt, um die Verzerrungen des Signals durch atmosphärische Turbulenzen zu analysieren. Die Distanz, die bei den Versuchen überbrückt wurde, betrug 10,45 Kilometer.

Laut Bundesnetzagentur nutzten zum Jahresende 2017 nur rund 26.000 Kunden Satellitensysteme als nahezu ortsunabhängigen Zugang zum Internet. "Da die kabelgebundenen Alternativen preisgünstiger angeboten werden und auch höhere Bandbreiten ermöglichen, bleiben die Nutzerzahlen dieser Technologie niedrig. Internetzugänge über Satellit können jedoch in Regionen, die nicht oder unzureichend durch andere Technologien erschlossen sind, einen Beitrag zu einer vollständigen Breitbandabdeckung leisten", erklärte die Behörde.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. B360-Pro Gaming WiFi für 96,89€ statt 112,99€ im Vergleich und X470-Plus Gaming für...
  2. (u. a. MU9009 55-Zoll-Curved für 929€ statt ca. 1.100€ im Vergleich)

nawiro 14. Mai 2018 / Themenstart

Sach blos du bist so ein Flat earth typ? Ich dachte die gibs nur in USA wegen der...

Eheran 14. Mai 2018 / Themenstart

Steht da irgendwas davon, dass einer der beiden Körper eine Kugel sein muss? Wiki: Orbit...

Kondom 14. Mai 2018 / Themenstart

Als ich Anfang der 2000er studiert habe, war unser Wohnheim per "Laser-Link" an die Uni...

M.P. 13. Mai 2018 / Themenstart

Der Vorteil von GeoSTATIONÄREN Satelliten ist bereits im Namen genannt.... Bei LEO muss...

cicero 13. Mai 2018 / Themenstart

So ein Satelliten-Internet wäre schon eine feine Sache denn es stellt auch eine gewisse...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Golem.de ist Kratos - God of War (Live, keine Spoiler)

Die Handlung verraten wir nicht, trotzdem wollen wir das andersartige neue God of War besprechen. Zu diesem Zweck haben wir eine stellvertretende Mission herausgesucht, in der es nicht um die primäre Handlung geht. Ziel ist es, den Open-World-Ansatz zu zeigen, das Kampfsystem zu erklären und die Spielmechaniken zu verdeutlichen.

Golem.de ist Kratos - God of War (Live, keine Spoiler) Video aufrufen
Ryzen 5 2600X im Test: AMDs Desktop-Allrounder
Ryzen 5 2600X im Test
AMDs Desktop-Allrounder

Der Ryzen 5 2600X ist eine der besten sechskernigen CPUs am Markt. Für gut 200 Euro liefert er die gleiche Leistung wie der Core i5-8600K. Der AMD-Chip hat klare Vorteile bei Anwendungen, das Intel-Modell in Spielen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Golem.de-Livestream Wie gut ist AMDs Ryzen 2000?
  2. RAM-Overclocking getestet Auch Ryzen 2000 profitiert von schnellem Speicher
  3. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs

Datenschutz-Grundverordnung: Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen
Datenschutz-Grundverordnung
Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen

Ab dem 25. Mai gilt europaweit ein neues Datenschutz-Gesetz, das für Unternehmen neue rechtliche Verpflichtungen schafft. Trotz der nahenden Frist sind viele IT-Firmen schlecht vorbereitet. Wir erklären, was auf Geschäftsführung und Admins zukommt.
Von Jan Weisensee

  1. IT-Konzerne Merkel kritisiert Pläne für europäische Digitalsteuer
  2. EU-Kommission Mehr Transparenz für Suchmaschinen und Online-Plattformen
  3. 2019 Schweiz beginnt UKW-Abschaltung

Kryptographie: Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator
Kryptographie
Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator

Einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte der Kryptographie beschäftigte vor zehn Jahren Nutzer der Debian-Distribution. Wenn man danach sucht, findet man noch heute vereinzelt verwundbare Schlüssel.
Von Hanno Böck


      •  /