DLR: Bremssegel soll Satelliten schneller abstürzen lassen

Um Weltraumschrott zu verringern, will das DLR Satelliten mit Bremssegeln ausstatten. Ein Test des Systems war erfolgreich.

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Entfaltetes Bremssegel: Der Satellit wird in einigen Monaten verglühen.
Entfaltetes Bremssegel: Der Satellit wird in einigen Monaten verglühen. (Bild: HPS)

Bremsen für den Wiedereintritt: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ein Segel getestet, das Satelliten nach dem Ende ihrer Mission schneller zum Absturz bringen soll. Das soll das Aufkommen von Weltraumschrott verringern.

Das Bremssegel mit der Bezeichnung Adeo wurde vom Münchener Raumfahrtunternehmen HPS zusammen mit dem DLR entwickelt. Der Test wurde mit einem Satelliten des italienischen Unternehmens D-Orbit durchgeführt.

Der Test sei erfolgreich verlaufen, teilte das DLR mit: Adeo habe den Satelliten in kürzester Zeit durch die dünne Restatmosphäre der Erde abgebremst, er sei dann in die dichtere Erdatmosphäre eingetreten. Dort werde er in den kommenden Monaten rückstandslos verglühen.

Das Segel wiegt 800 Gramm

Das Bremssegel hat ausgebreitet eine Fläche von 3,6 Quadratmetern und wiegt 800 Gramm. Auf dem Satelliten fliegt es als 10 Kubikzentimeter großes Päckchen mit. Wird es entfaltet, verstärkt es durch die große Oberfläche die Bremswirkung der Restatmosphäre und trägt so dazu bei, dass ein Satellit schneller absteigt und schließlich beim Wiedereintritt in Erdatmosphäre verglüht.

Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen sind ständig der Bremswirkung der Restatmosphäre ausgesetzt. Deshalb sind regelmäßige Bahnkorrekturen notwendig, sonst würde der Satellit abstürzen. Dennoch kann es laut DLR Jahrzehnte dauern, bis ein Satellit verglüht. In dieser Zeit können sie eine Gefahr für andere Satelliten oder die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) darstellen.

Bremssegel wie Adeo könnten in Zukunft "eine unkontrollierte Verschmutzung des Weltraums durch neue Schrott- und Kollisionstrümmer verhindern." Zudem soll ein solches Segel dazu beitragen, die Betriebszeit eines Satelliten zu verlängern, da für die Entfaltung und den passiven Abstieg kein Antrieb benötigt werde.

HPS und DLR arbeiten bereits an einer Verbesserungen des Systems, unter anderem am Material des Segels. Ein Test mit einem 26 Quadratmeter großen Segel ist für das Jahr 2023 geplant.

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