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DJI Osmo Pocket 4P im Test: Kleine Kamera, großer Dynamikumfang

Die DJI Osmo Pocket 4P liefert hervorragende Bilder. Im Vergleich mit der Insta360 Luna Ultra zeigt sich aber, wie wichtig das Bedienkonzept ist.
/ Peter Steinlechner
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DJI Osmo Pocket 4P (links) und Insta360 Luna Ultra (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
DJI Osmo Pocket 4P (links) und Insta360 Luna Ultra Bild: Peter Steinlechner / Golem
Inhalt
  1. DJI Osmo Pocket 4P im Test: Kleine Kamera, großer Dynamikumfang
  2. Ein ganz kleines bisschen mehr Detail gefällig?
  3. DJI Osmo Pocket 4P: Verfügbarkeit und Fazit

DJI und Insta360 liefern sich seit Jahren einen ungewöhnlichen Wettstreit. Was mit Actioncams und 360-Grad-Kameras begann, setzt sich inzwischen bei Drohnen und Gimbal-Kameras fort. Beide Unternehmen verfolgen ein ähnliches Ziel: möglichst viel Technik in ein möglichst kleines Gehäuse zu packen.

Mit der Osmo Pocket 4P und der Luna Ultra (Test auf Golem) stehen sich nun zwei Geräte gegenüber, die sich auf den ersten Blick ähnlich sind. Beide kombinieren einen motorisierten Drei-Achsen-Gimbal mit einer Weitwinkel- und einer Telekamera, setzen bei der Hauptkamera auf einen 1-Zoll-Sensor und richten sich sowohl an Content Creator als auch an ambitionierte Hobbyfilmer und -fotografen.

Beide sind in einigen Teilen der Welt schon etwas länger erhältlich. Die Insta360 Luna Ultra ist seit Ende Juni 2026 offiziell in Deutschland erhältlich, nun folgt die DJI Osmo Pocket 4P. Golem konnte beide Geräte mehrere Wochen lang testen.

Die beiden Kameras stehen exemplarisch für eine noch junge Geräteklasse, die ein altes Versprechen der Kamerabranche tatsächlich ein Stück weit einlöst: sehr hochwertige Aufnahmen ohne große Vorkenntnisse. Der mechanische Gimbal hält den Horizont automatisch gerade und gleicht selbst hektische Bewegungen aus.

Tracking, Autofokus und Belichtung arbeiten meist unauffällig im Hintergrund, während die vergleichsweise großen Sensoren oft schon ohne Zutun für eine angenehme Hintergrundunschärfe sorgen.

DJI Pocket 4P und Insta360 Luna Ultra - Datenblatt
DJI Pocket 4PInsta360 Luna Ultra
Sensor1-Zoll-Sensor (Hauptkamera) + 1/1,28-Zoll-Sensor (Telekamera)1-Zoll-Sensor (Hauptkamera) + 1/1,3-Zoll-Sensor (Telekamera)
ProzessorImaging-Plattform mit LOFIC-Unterstützung und Dual-Imaging-PipelineTriple-AI-Chip-System (1x AI-Prozessor + 2x dedizierte Imaging-Chips)
Blende / Brennweitef/2,0 bei 20 mm (Hauptkamera), f/1,8 bei 60 mm (Telekamera)f/1,8 bei 20 mm (Hauptkamera), f/2,0 bei 60 mm (Telekamera)
Größe139,7 × 41,2 × 32,8 Millimeter169,9 × 52,4 × 38,5 Millimeter
Gewicht230 Gramm233 Gramm (Schwarz) bzw. 235 Gramm (Weiß)
Max. Videoauflösung4K240 (3.840 × 2.160 Pixel)8K30 (7.680 × 4.320 Pixel)
Open Gate4K30 in 4:38K30 in 4:3
HDR / Farbprofile10-Bit D-Log M, D-Log 2, HLGDolby Vision HDR, 10-Bit I-Log
Max. Bitrate180 MBit/s120 MBit/s
Zeitlupebis 4K240, 2,7K240 und 1080p240bis 4K120, 2,7K120 und 1080p240
Fotoauflösung / Pixelmaßebis 37 MP / 7.680 × 4.320 Pixelbis 37 MP / 7.040 × 5.288 Pixel (4:3) oder 7.680 × 4.320 Pixel (16:9)
FotoformateJPG, DNG-RawJPG, DNG-Raw
BildstabilisierungMechanischer 3-Achsen-GimbalMechanischer 3-Achsen-Gimbal
Mikrofone34
Audio48 kHz, 24 Bit, AAC; DJI Mic 2/Mic Mini/Mic 3 direkt koppelbar48 kHz, 32 Bit, AAC; Windschutz integriert
2-Zoll-OLED-Touchdisplay2-Zoll-OLED-Touchdisplay (abnehmbar)
Datenspeicherintern 103 GByte, MicroSDintern 47 GByte, MicroSD bis 1 TByte
Akku / Laufzeitbis zu 210 Minuten laut Hersteller1.550 mAh (Kamera) + 210 mAh (Display); bis zu 240 Minuten laut Hersteller
Ladezeit80 Prozent in ca. 16 Minuten (65 Watt PD)80 Prozent in ca. 23 Minuten (45 Watt)
AnschlüsseUSB-C 3.1USB-C 3.0
FunkWLAN 6, Bluetooth sowie drahtlose Kopplung mit der DJI-Mic-SerieWLAN 6, Bluetooth sowie drahtlose Kopplung mit der Insta360-Mic-Serie
Mountsnur 1/4-Zoll-Gewindenur 1/4-Zoll-Gewinde
Wasserdichtkeine Herstellerangabekeine Herstellerangabe

Gleichzeitig bieten Kameras wie die Pocket 4P genügend Reserven für ambitionierte Anwender – von 10-Bit-Aufzeichnung über Log-Farbprofile bis hin zu hohen Bildraten und manuellen Einstellmöglichkeiten. Wer möchte, kann die Kamera einfach einschalten und filmen. Wer mehr herausholen will, findet genügend Werkzeuge für die Nachbearbeitung.

Auf den ersten Blick wirkt die Pocket 4P wie eine konsequente Weiterentwicklung ihres Vorgängers. Tatsächlich steckt im Gehäuse eine Reihe technischer Neuerungen: Die Kamera besitzt ein Dual-Kamerasystem mit einer 20-mm-Weitwinkelkamera und einer 60-mm-Telekamera, beide mit eigenem Sensor.

Und: Für die Hauptkamera verwendet DJI erstmals einen sogenannten LOFIC-Sensor. Hinter der Abkürzung für Lateral Overflow Integration Capacitor verbirgt sich eine Sensortechnik, die den Dynamikumfang direkt auf Sensorebene erweitert.

Vereinfacht gesagt kann der Sensor sehr helle Bildbereiche erfassen, ohne dass diese sofort ausfressen, während gleichzeitig mehr Details in dunklen Bereichen erhalten bleiben. Anders als klassisches HDR geschieht dies bereits bei einer einzigen Aufnahme und nicht durch das Zusammenrechnen mehrerer Bilder.

DJI gibt für die Pocket 4P bis zu 17 Blendenstufen an, Insta360 für die Luna Ultra bis zu 14 Blendenstufen. Solche Herstellerangaben sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil es dafür keinen einheitlichen Messstandard gibt und verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen. Trotzdem zeigt sich im direkten Vergleich, dass DJI aus dem neuen Sensor tatsächlich einen kleinen Vorteil herausholt.

Besonders deutlich wird das bei schwierigen Lichtverhältnissen. Fotografiert oder filmt man gegen die Sonne oder kombiniert einen hellen Himmel mit tiefen Schatten, besitzt die Pocket 4P etwas mehr Reserven. Wolken behalten länger ihre Struktur, helle Fassaden brennen etwas später aus und gleichzeitig bleiben in dunklen Bereichen mehr feine Details erhalten.

Das zeigte sich auch in meinen Vergleichsaufnahmen, etwa bei Gegenlicht und kontrastreichen Szenen mit Himmel, Wasser und Vegetation. Die Unterschiede waren nie dramatisch, im direkten Vergleich aber sichtbar.

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Der Unterschied fällt kleiner aus, als die nackten Zahlen auf dem Datenblatt vermuten lassen, ist bei identischen Motiven aber reproduzierbar. Vor allem bei Aufnahmen, die später noch bearbeitet werden, macht sich dieser zusätzliche Spielraum bemerkbar.

Mindestens ebenso wichtig ist allerdings, dass sich der Vorsprung nicht auf den Dynamikumfang beschränkt. Die Pocket 4P erzeugt insgesamt ein ausgesprochen harmonisches Bild. Feine Strukturen in Blättern, Wasseroberflächen oder Mauerwerk wirken etwas sauberer, Farben natürlicher und Hauttöne ausgewogener.

Dabei geht es weniger um spektakuläre Unterschiede als um viele kleine Details, die sich über zahlreiche Aufnahmesituationen hinweg summieren. Wer beide Kameras getrennt betrachtet, dürfte mit beiden sehr zufrieden sein.


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