Ein ganz kleines bisschen mehr Detail gefällig?
Im direkten Vergleich entsteht jedoch der Eindruck, dass DJI aus sehr ähnlicher Hardware noch ein kleines bisschen mehr Bildqualität herauskitzelt. Gerade bei identischen Testmotiven fiel mir mehrfach auf, dass die Pocket 4P feine Strukturen einen Tick ruhiger und natürlicher wiedergibt.
Einen wichtigen Anteil daran hat auch das neue D-Log-2-Farbprofil, vor allem in Kombination mit dem Dynamikumfang. Log-Profile speichern ein flaches, kontrastarmes Bild, um möglichst viele Farb- und Helligkeitsinformationen für die spätere Nachbearbeitung zu erhalten.
Das Material wirkt zunächst unspektakulär, eröffnet beim Color Grading aber deutlich mehr Möglichkeiten. D-Log 2 bietet nochmals mehr Reserven als das reguläre D-Log und erlaubt es häufiger, ausgefressene Himmel oder zugelaufene Schatten wieder sichtbar zu machen.
Eine Einschränkung gibt es allerdings: D-Log 2 steht ausschließlich an der Weitwinkelkamera der Pocket 4P zur Verfügung, während die Telekamera auf das normale D-Log beschränkt bleibt. Im Alltag dürfte das nur ambitionierte Videofilmer stören, die regelmäßig zwischen beiden Brennweiten wechseln.
Auch jenseits der reinen Bildqualität hinterlässt die Pocket 4P einen ausgesprochen ausgereiften Eindruck. Das beginnt beim Autofokus, der Motive schnell und zuverlässig erfasst, und setzt sich bei der Nachverfolgung mit Active Track 8.0 fort. Personen oder Fahrzeuge bleiben selbst dann im Fokus, wenn sie sich schnell bewegen oder kurz hinter einem Hindernis verschwinden.
Im direkten Vergleich mit der Luna Ultra arbeitete das Tracking in meinen Testaufnahmen etwas zuverlässiger und fand verlorene Motive schneller wieder. Der Vorsprung ist nicht groß, sorgt aber gerade bei Vlogs oder Sportaufnahmen für etwas mehr Sicherheit in Grenzsituationen.
Bei der Stabilisierung fällt ein klarer Sieger dagegen schwer. Beide Kameras setzen auf einen mechanischen Drei-Achsen-Gimbal und liefern selbst beim Gehen oder Laufen beeindruckend ruhige Aufnahmen. Anders als bei einer rein elektronischen Stabilisierung entstehen dabei kaum störende Bildausschnitte oder sichtbare Korrekturen.
Immer schön gerader Horizont
Genau dieser Gimbal gehört nach wie vor zu den größten Stärken der Pocket-Serie. Er sorgt nicht nur für ruhige Videos, sondern hält den Horizont auch automatisch gerade und ermöglicht flüssige Kamerabewegungen, die sonst meist nur mit deutlich größerem Equipment gelingen.
Ebenfalls gelungen ist die zweite Kamera mit ihrer kleinbildäquivalenten Brennweite von 60 Millimetern. Anders als ein einfacher Digitalzoom nutzt sie einen eigenen Sensor und liefert dadurch sichtbar mehr Details.
Gerade Porträts profitieren von der längeren Brennweite, weil Gesichter natürlicher wirken und sich das Motiv besser vom Hintergrund abhebt. Gleichzeitig eröffnet die Telekamera Bildausschnitte, die mit einem Smartphone oft nur durch digitales Zuschneiden erreicht werden.
Auch bei den Videoformaten lässt die Pocket 4P kaum Wünsche offen. Neben D-Log 2, der 10-Bit-Aufzeichnung und Zeitlupen bis 4K240 richtet sie sich klar auch an ambitionierte Videofilmer.
Bei aller Technik entscheidet am Ende aber nicht nur die Bildqualität über den Spaß im Alltag und über das finale Foto oder Video. Hier verfolgt Insta360 mit der Luna Ultra einen anderen Ansatz. Das abnehmbare Display dient gleichzeitig als Fernbedienung und Funkmikrofon, lässt sich flexibel platzieren und eröffnet Perspektiven, die mit der Pocket 4P nur über optionales Zubehör möglich sind.
Das ist neben der App auf dem Smartphone insbesondere eine kleine, schon von der Pocket 4 (ohne P) bekannte Fernbedienung, die dem Bundle der 4P beiliegt. Auch damit kann man die Ausrichtung der 4P aus der Ferne steuern, den Auslöser betätigen, den Fokuspunkt festlegen und Einstellungen vornehmen. Allerdings ist das wegen des sehr viel kleineren Displays etwas fummeliger – und es gibt kein Mikrofon.
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