DJI Osmo Action 6: Verfügbarkeit und Fazit
Das Stabilisierungssystem bleibt ein zentraler Baustein. Rocksteady 3.0 und 3.0+, Horizonbalancing und Horizonsteady ergänzen einander sinnvoll und ermöglichen sogar in 4K/60 eine stabile, ausgerichtete Aufnahme. Die Kamera neutralisiert starke Schwenks, hält den Horizont gerade und reduziert Verwacklungen umfassend.
Für die meisten Sportarten wirkt das Paket überzeugend. Natural Wide wiederum sorgt für ein breites Sichtfeld mit reduzierter Verzerrung, was vor allem Reisenden und Vloggern helfen dürfte.
Das Handling wurde ebenfalls verbessert: Beide OLED-Displays sind hell, scharf und dank Touchbedienung leicht zu steuern. Der 0,3-Sekunden-Snapshot-Start ist ein praktisches Detail, das die Kamera gefühlt dauerhaft einsatzbereit macht.
Der interne Speicher von 50 GB verhindert, dass spontane Aufnahmen an fehlenden Micro-SD-Karten scheitern – die kann man aber auch verwenden.
Die Wasserdichtigkeit bis 20 Meter ohne Gehäuse, kombiniert mit Höhen- und Tiefensensorik, erweitert das Einsatzspektrum gegenüber vielen Konkurrenten.
Besonders unter Wasser dürfte sich auch der Farbtemperatursensor auszahlen, der harte Farbsprünge und dominante Blaustiche kompensieren soll.
Optional erhältliches Zubehör wie Makroobjektiv und FOV-Boost-Optik ist clever integriert. Die Extras sind wegen eines überarbeiteten Gewindes nicht kompatibel mit der Osmo Action 5, nur die Akkus können in beiden Generationen verwendet werden.

Die Tonausstattung profitiert von der direkten Kopplung an bis zu zwei DJI-Mikrofon-Transmitter ohne Empfänger. Interviews, Dialoge oder parallele Tonquellen gelingen damit deutlich einfacher als bei klassischen Actioncams. Das integrierte Drei-Mikrofon-Array arbeitet sauberer als in früheren DJI-Modellen und filtert Wind effektiver.
Die DJI Osmo Action 6(öffnet im neuen Fenster) ist ab sofort erhältlich. Die Standard-Combo kostet 380 Euro und umfasst die Kamera, einen 1.950-mAh-Akku und ein paar Extras. Die Adventure-Combo für 480 Euro enthält unter anderem zusätzlich zwei weitere Akkus und eine Akkuladeschale sowie einen 1,5 Meter langen Verlängerungsstab.





















Beispieldateien: Von Golem aufgenommene, unbearbeitete Video- und Bilddateien stehen hier zum Download (rund 1,4 GByte) bereit.
Fazit
Wir finden es sehr sympathisch, dass DJI bei der Osmo Action 6 nicht nur auf immer bessere KI-Algorithmen setzt, sondern auch so etwas Altmodisches wie eine variable Blendenöffnung zurück in den Mittelpunkt rückt. Das Ergebnis revolutioniert die Actioncam-Welt nicht, aber es wirkt in vielen Szenen natürlicher als jede softwareseitige Aufhellung.
Uns gefällt auch, wie einfach DJI die Funktion umgesetzt hat. Die Kamera übernimmt auf Wunsch alle Entscheidungen, wählt passende Stufen und hält das Bild stabil, ohne dass wir uns mit komplizierten Parametern beschäftigen müssten.
Gleichzeitig lässt sich die Blende manuell nutzen. Zwar nicht in voller Flexibilität und nicht in jedem Modus, aber ausreichend, um Bildcharakter und Stimmung zu beeinflussen.
Auch der neue quadratische Sensor liefert keine völlig neue Bildästhetik, aber er bietet etwas mehr Dynamik und Reserven, gerade bei starkem Gegenlicht oder anspruchsvollen Nachtaufnahmen.
Und der 4K-Custom-Modus ist eine angenehm praktische Ergänzung: Erst aufnehmen und dann später entscheiden, ob das Ergebnis im Hoch- oder Querformat erscheinen soll. Das spart Zeit und bietet mehr Optionen für Social-Media-Inhalte.
Unterm Strich ist die Osmo Action 6 die interessanteste Actioncam von DJI seit Jahren. Sie hebt sich nicht durch radikale Sprünge ab, sondern durch viele kleine Entscheidungen, die zusammengenommen eine spürbare Verbesserung ergeben.
Wer viel bei Nacht, in Innenräumen oder mit schnell wechselnden Lichtverhältnissen filmt, wird diese Unterschiede sehr viel deutlicher wahrnehmen als in hellen Standardszenen. Genau dort zeigt die Osmo Action 6 ihre Stärken.



