DJI Mini 5 Pro im Test: Kleine Drohne mit großartigem Sensor
Die Mini-Serie von DJI gilt seit Jahren als cleverer Kompromiss: ultraleicht, unkompliziert und trotzdem mit Funktionen, die viele Freizeitpiloten zufriedenstellen.
Es schien, als wäre die Reihe mit der Mini 4 Pro fast am Ende ihres Entwicklungsspielraums angekommen zu sein. Doch die neue Mini 5 Pro zeigt, dass noch mehr geht – vor allem bei der Kamera und der Sicherheit.
DJI bringt einen größeren Sensor, erweitert das Gimbal und führt erstmals Lidar in dieser Gewichtsklasse ein. Damit rückt die Mini 5 Pro technisch näher an Semi-Pro-Drohnen wie die Mavic heran, bleibt aber unter 250 Gramm.
Der größte Fortschritt steckt in der Kamera. Erstmals setzt DJI in einer Mini auf einen 1-Zoll-Sensor. Fotos mit bis zu 8.192 × 6.144 Pixel (JPG + RAW) wirken sichtbar detailreicher, Farben haben mehr Tiefe und in dunklen Bildbereichen bleibt die Struktur erhalten.
Gerade bei Sonnenauf- und -untergängen oder in Innenstädten mit starkem Kontrast liefert die Mini 5 Pro Material, das man sonst eher aus höheren Klassen kennt. Auch bei Videos ist der Unterschied auf den ersten Blick sichtbar: 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde im HDR-Modus bieten saubere Übergänge und kräftige Farben.
| DJI Mini 5 Pro | DJI Mini 4 Pro | |
|---|---|---|
| Startgewicht | 249,9 Gramm | 249 Gramm |
| Größe (gefaltet) | 157 × 95 × 68 mm | 148 × 94 × 64 mm |
| Max. Flugzeit | ca. 36 Minuten | ca. 34 Minuten |
| Akku | 2788 mAh, 7,16 V, 19,52 Wh, ~71,9 g | 2590 mAh, ~7,38 V, 18,1 Wh, ~80 g |
| Max. Geschwindigkeit | 19 m/s (S-Mode) | 16 m/s (S-Mode) |
| Max. Flughöhe | 6.000 Meter | 4.000 Meter |
| Windresistenz | 12 m/s | 10,7 m/s |
| Sensor | 1-Zoll CMOS, 50 MP effektiv | 1/1,3-Zoll CMOS, bis 48 MP |
| Max. Fotoauflösung | 8192 × 6144 Pixel | 8064 × 6048 Pixel |
| Objektiv | 24 mm (KB), f/1.8, FOV 84°, Fokus 0,5 m–∞ | 24 mm (KB), f/1.8, FOV 84°, Fokus 0,5 m–∞ |
| Video | 4K: 24/25/30/48/50/60/120*; FHD: bis 240* | 4K bis 100 fps; FHD bis 200 fps |
| Videoformate / Bitrate | MP4 (H.264/H.265), bis 130 Mb/s | MP4/MOV (H.264/H.265), bis 150 Mb/s |
| HDR/Log | HLG & D-Log M (10-bit 4:2:0, H.265) | HDR verfügbar (inkl. 10-bit-Modi) |
| Digitalzoom | Foto 12 MP: 1–3×; 4K: 1–3×; FHD: 1–4× | bis 4× |
| Gimbal | 3-Achsen mech.; mech. Range: Tilt −135°/80°, Roll −230°/95°, Pan −25°/25°; controllable Tilt −90°/55° | 3-Achsen mech.; echtes Hochkant (90°) |
| Hinderniserkennung | Omnidirektional (Stereo-Vision) + vorwärts gerichtetes LiDAR + IR unten | Omnidirektional (Stereo-Vision), ohne LiDAR |
| Übertragung | O4+, Live-View 1080p/30/60; Latenz ~120 ms; Reichweite (FCC) bis 20 km | O4, bis 20 km (FCC) |
| Interner Speicher | 42 GByte | 2 GByte |
| Fernsteuerung | RC-N3 (offiziell); in Bundles auch RC 2 möglich | RC-N2 oder RC 2 |
Zusätzlich gibt es nun Zeitlupen in 4K mit bis zu 120 fps sowie Full-HD mit bis zu 240 fps. Damit lassen sich Sportaufnahmen oder sich bewegende Tiere in beeindruckender Klarheit verlangsamen.
Unterstützt wird das Ganze durch 10-Bit-Aufzeichnungen in D-Log M und HLG, jeweils in H.265 kodiert, wodurch Farbverläufe feiner abgestuft wirken. DJI gibt für die Mini 5 Pro bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang an. Das ist für eine Drohne dieser Gewichtsklasse ein außergewöhnlicher Wert.
Das Gimbal hat DJI stark erweitert. Es erlaubt nun extreme Neigungs- und Rollwinkel, die neue kreative Perspektiven erschließen. Neben klassischem Querformat und dem echten Vertikalmodus für soziale Netzwerke sind nun Schwenks und Kippbewegungen möglich, die an Kamerafahrten auf professionellem Niveau erinnern.
Dazu kommen mehrere neue Flugmanöver, etwa Quickshot Rotate oder Waypoint Flight. Optimiert wurden einige bewährte Modi wie Panorama, Spotlight oder die klassischen Quickshots. Panoramaaufnahmen lassen sich direkt anfertigen, was vor allem für Landschaftsaufnahmen spannend ist.
DJI Mini 5 Pro: Verfügbarkeit, Preis und Fazit
Ein weiterer Pluspunkt ist die Hinderniserkennung. Die Mini 5 Pro kombiniert die bekannten Stereokameras mit einem nach vorn gerichteten Lidar-Sensor. Damit erkennt die Drohne Hindernisse früher und zuverlässiger – auch bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Rückkehrfunktionen arbeiten dadurch sicherer, und Flüge in engen Umgebungen lassen sich entspannter durchführen. In der Praxis fühlt sich das wie ein Sicherheitsnetz an, das den Spielraum für kreative Manöver erweitert.
Beim Flugverhalten punktet die Mini 5 Pro mit immerhin etwas mehr Leistung. Bis zu 19 Meter pro Sekunde im Sportmodus, eine verbesserte Steiggeschwindigkeit und eine längere Flugzeit bis zu 36 Minuten mit Standardakku zeigen, dass DJI nicht nur an der Kamera gefeilt hat. Gleichzeitig bleibt die Steuerung intuitiv.
Wer bereits eine Mini geflogen ist, findet sich sofort zurecht. Neu ist außerdem das verbesserte Active Track 360 Grad, das Objekte verfolgt und beim Sport oder in dynamischen Szenen wie kurvigen Straßen stabiler arbeitet.
Statt knapper 2 Gigabyte stehen nun 42 Gigabyte interner Speicher zur Verfügung – genug, um mehrere Flüge ohne eingelegte MicroSD-Karte abzusichern. Für längere Sessions empfiehlt sich zwar dennoch eine schnelle Speicherkarte, doch das Plus an Reserve ist praktisch.
Dateien lassen sich per Off-State Quicktransfer mit bis zu 100 MB/s direkt vom ausgeschalteten Gerät an die App übertragen. Das ist eine willkommene Verbesserung für alle, die Clips schnell weiterverarbeiten möchten.
Beim täglichen Gebrauch zeigt sich: Das Handling ist DJI-typisch sauber, aber etwas komplexer als bei den jüngsten Lifestyle-Drohnen wie der Flip. Das Ausklappen braucht einen Moment länger, die Sensorik erfordert hin und wieder Kalibrierung. Die Vielzahl an Optionen lädt zum Spielen und zum Studieren der Menüs ein.
Immerhin ist der Akkuwechsel nun einfacher gelöst als bei den Vorgängern. Akkustatus sowie Ein- und Austaste sind auch im zusammengeklappten Zustand erreichbar. Die Steuerung erfolgt mit eingespanntem Smartphone über die DJI Fly App in der RC-N3 oder über die RC 2 mit integriertem Display.
Die DJI Mini 5 Pro(öffnet im neuen Fenster) ist ab sofort erhältlich. Die Standardversion kostet 800 Euro, das Fly More Combo mit RC-N3 rund 1.000 Euro, mit RC 2 rund 1.130 Euro. Beide Bundles enthalten zusätzliche Akkus und Zubehör und sind über den DJI-Store sowie autorisierte Handelspartner verfügbar.
Beispieldateien: Von Golem.de aufgenommene, unbearbeitete Video- und Bilddateien stehen hier zum Download bereit.
Rechtliches: Wie bei allen Drohnen braucht man für die DJI Mini 5 Pro eine Drohnen- oder passende Haftpflichtversicherung. Außerdem muss man sich beim Luftfahrt-Bundesamt(öffnet im neuen Fenster) registrieren und die Registrierungsnummer am Fluggerät anbringen. Weil die Mini 5 Pro weniger als 250 Gramm wiegt, ist kein Drohnenführerschein nötig.
Fazit
Die Bildqualität und der neue Sensor sprechen sehr für die Mini 5 Pro. Fotos und Videos erreichen ein beeindruckendes Niveau, das fast schon ins Profisegment reicht. Wer Wert auf sehr hochwertige Aufnahmen legt, bekommt hier das bislang stärkste Update der Mini-Reihe.
Auch die Hinderniserkennung ist ein Plus. Lidar in Kombination mit den klassischen Sensoren macht Flüge sicherer und eröffnet Möglichkeiten, die bisher größeren und teureren DJI-Drohnen vorbehalten waren. In Kombination mit den optimierten Flugeigenschaften ergibt das ein Paket, das sich deutlich von der Vorgängerin absetzt.
Eine kleine Einschränkung bleibt: Ausklappen und Handling sind komplexer als bei einfacheren Modellen. Wer Spontaneität sucht, könnte lieber warten, bis Sensorik und Bildqualität in leichteren Modellen wie einer künftigen DJI Flip ankommen. Für ambitionierte Piloten aber ist die Mini 5 Pro ein klares Update und derzeit die beste Wahl in der Kompaktklasse.
Peter Steinlechner hat ein Faible für leichte und ultraleichte Drohnen. Besonders wichtig ist ihm die Kameratechnik: Sensoren, Objektive und Bildqualität. Ob Landschaft, Architektur oder Action – er sucht nach der besten Aufnahme und vergleicht dafür kritisch die Foto- und Videofunktionen neuer Modelle.
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