DJI FPV vermittelt Fluggefühl eines Mini-Jets

Der Start erfolgt in zwei Phasen. Zunächst werden durch die Bewegung der Steuerknüppel in die äußerste rechte und linke Position die Rotoren angeworfen, dann hebt man mit dem linken Stick ab. Den ersten Flug absolvierten wir im normalen Modus, der Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h erlaubt.

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Selbst das ist schon sehr schnittig, was wir auch gleich in der Magengrube bemerkten. Wer FPV-Flüge nicht gewohnt ist, sollte sich eine Sitzgelegenheit suchen. Gerade beim Verändern der Flughöhe kann durchaus Übelkeit auftreten. Wir hatten nach ein paar Minuten allerdings keine Probleme mehr - weil der Wow-Effekt der Ego-Perspektive einsetzte.

Die DJI FPV gab uns das Gefühl, im Pilotensitz eines Jets zu sitzen, eines kleinen, sehr wendigen Jets. Sofort probierten wir einige einfache Manöver aus und hatten nach kurzer Zeit den Eindruck, souverän unsere Runden über dem Feld fliegen zu können. Sicherheit gab uns dabei die Pause-Taste am Controller, die uns jederzeit mit vollem Gegenschub stoppen ließ. Auch dies ist zwar alles andere als magenfreundlich - aber es hilft ungemein, um die Kontrolle zu behalten.

Zusätzlich werden potenzielle Hindernisse in diesem Modus nicht nur erkannt und am äußeren Sichtfeld der Brille als farbige Balken eingeblendet, sondern die Drohne stoppt auch rechtzeitig, bevor sie im Busch verschwindet.

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Unsere nächste Herausforderung war der Sport-Modus. Hier gibt es zwar die Hinderniserkennung, aber keinen automatischen Halt mehr. Dafür erhöht sich die Geschwindigkeit auf fast 100 km/h.

Wir passten demzufolge auch unsere Flughöhe an, um das Risiko zu minimieren. Wenn die Drohne über unseren Köpfen vorbeisauste, war nur noch ein kurzes "Wusch!" zu vernehmen und die von uns eingestellte Grenze der maximalen Entfernung war innerhalb von Sekunden erreicht. Auch in diesem Modus erschien uns die DJI FPV als wendig und reaktionsfreudig. Wir vergaßen schnell, dass wir einen recht schweren Quadcopter mit extrem hoher Geschwindigkeit steuerten. Hilfreich war die jederzeit eingeblendete Startposition. So konnten wir uns nicht verfliegen, was bei der enormen Beschleunigung und einer theoretischen Reichweite von vier Kilometern nicht ganz unwahrscheinlich ist.

Ebenfalls praktisch ist die automatische Rückflug-Funktion, die in einer voreingestellten Höhe bei niedrigem Akkustand oder verlorenem Funksignal einsetzt.

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Unser Eindruck: So muss Drohnenfliegen eigentlich sein. Wir möchten in unserem Fluggerät Platz nehmen und die Welt von oben sehen. Rennen fliegen? Muss gar nicht sein, fürs Erste genügte uns der Adrenalinrausch auch ohne Hindernisparcours.

Den manuellen Modus ließen wir mangels Erfahrung im FPV-Flug in unserem Test aus: Ohne entsprechendes Training wollten wir uns nicht an die komplett manuelle Steuerung mit 140 km/h Maximalgeschwindigkeit herantrauen. Hierfür sind auch kleinere Modifikationen am Controller nötig, die mit einem Schraubendreher vorgenommen werden können. So wird der linke Stick entkoppelt, damit er nicht mehr in die Mittelposition zurückschnellt, wenn er losgelassen wird.

Rotoren in Szene gesetzt

Die DJI FPV hat natürlich auch eine Kamera für Foto- und Videoaufnahmen. Der Fokus liegt klar auf Letzterem. Mit bis zu 120 MBit/s kann 4K-Material bei 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Fotos sind lediglich Standbilder aus dem Videostream, sie liegen als .jpeg mit 8 Megapixeln Auflösung vor.

  • Die DJI FPV hat eine eher ungewöhnliche Form. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Akku wird an der Rückseite eingesteckt, er kann nicht über USB-C geladen werden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Controller ist sehr gut verarbeitet und liegt angenehm in der Hand. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Der Motion Controller ist ebenfalls ergonomisch, aber die Steuerung gewöhnungsbedürftig. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Das Set für die DJI FPV. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Am Headset ist eine LED-Matrix angebracht, die Statusinformationen anzeigen kann. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Alle Menüeinstellungen erfolgen in der Brille. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Dank heller, verschiedenfarbiger LEDs an den Beinen ist der Quadcopter gut zu erkennen. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Die DJI FPV kann lediglich .jpgs fotografieren, die Auflösung beträgt 8 Megapixel. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Die DJI FPV kann lediglich .jpgs fotografieren, die Auflösung beträgt 8 Megapixel. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Dabei ist zu beachten, dass die FPV keineswegs Videos produziert, wie man sie von anderen Multicoptern gewohnt ist. Der Gimbal ist nur in der vertikalen Achse stabilisiert, um die Orientierung zu gewährleisten. Da sich die Drohne beim Beschleunigen und Abbremsen neigt, sind immer wieder auch die Rotoren im Bild.

Komfortfunktionen wie Objektverfolgung, Szenenmodi und automatische Manöver fehlen ebenfalls. Wer mit der DJI FPV filmen will, sollte sich eher auf effektvolle Verfolgungen von sich schnell bewegenden Objekten oder rasante Landschaftsflüge spezialisieren. Die Bildqualität ist hoch genug für eine professionelle Weiterverwendung.

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