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Bildqualität: 8K ja, aber nicht im klassischen Sinn

Die Avata 360 zeichnet die komplette Umgebung in 8K auf. Bei einer 360-Grad-Drohne muss man die Auflösungsangaben allerdings anders lesen als bei einer klassischen Kameradrohne. Denn diese Auflösung verteilt sich nicht auf einen fertigen 16:9-Bildausschnitt, sondern auf die gesamte Kugel um die Drohne herum. Wenn man später im Schnitt nur einen bestimmten Ausschnitt nach vorn, zur Seite oder nach unten herauszieht, bleibt für dieses Bild naturgemäß weniger übrig, als die nackte 8K-Angabe zunächst vermuten lässt.

Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Bildqualität enttäuscht. Im Gegenteil: Im Test liefert die Avata 360 sichtbar mehr Reserven als die Antigravity A1. Das Material wirkt detailreicher und sauberer. Gerade in schwierigen Lichtsituationen profitiert die Drohne von ihrem aufwendigeren Kamerasystem.

Hinzu kommt ein wichtiger Vorteil für die Nachbearbeitung: Im Gegensatz zur A1 unterstützt die Avata 360 10-Bit-Farbprofile wie D-Log M. Das schafft mehr Spielraum bei Farbkorrektur und Grading. Schatten saufen weniger schnell ab, helle Bereiche fransen nicht sofort aus und auch bei wechselnden Lichtverhältnissen bleibt das Bild sauberer. Gleichzeitig handhabt die Avata 360 typische 360-Grad-Probleme wie Stitching-Fehler und Lensflares besser als die A1 – wenn auch alles andere als perfekt.

Flexibler Linseneinsatz

Ein weiterer Vorteil gegenüber der Antigravity A1: Optional lässt sich die Avata 360 auch im Single-Lens-Modus nutzen. Dann rotiert das Kameramodul so, dass nur eine einzelne Frontkamera aktiv ist und die Drohne sich eher wie ein klassisches FPV-Modell einsetzen lässt. Das ist vor allem dann interessant, wenn der Pilot Clips direkt aus dem Speicher nutzen möchte, ohne sie erst durch einen 360-Grad-Workflow mit Reframing und Keyframes zu schicken.

Der Modus macht die Avata 360 flexibler und öffnet sie auch für klassischere Aufnahmen. Im Test (Vorserienstatus) wirkte dieser Modus allerdings noch nicht völlig ausgereift. Die Drohne reagierte teils mit merkwürdigen Hüpfern in der Luft, was saubere Aufnahmen erschwerte. Als Zusatzfunktion ist der Single-Lens-Modus interessant, derzeit wirkt der eigentliche 360-Grad-Betrieb aber klar stimmiger.

Trotzdem sollte man nicht den Fehler machen, die Videoqualität der Avata 360 mit einer klassischen Single-Lens-Kameradrohne wie der Mavic 4 Pro zu vergleichen. Der eigentliche Vorteil liegt nicht in maximaler Detailtreue pro Einzelbild, sondern in der Freiheit, den finalen Bildausschnitt später festzulegen. Wer das versteht, bewertet auch die Bildqualität realistischer.


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