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DIY: Das Balkonkraftwerk als E-Auto-Tankstelle

Das E-Auto mit Strom aus eigener Produktion zu laden, war lange Hausbesitzern mit großer Dach-PV vorbehalten. Nun gibt es moderne Akku-Balkonkraftwerke – was geht damit bereits?
/ Dennis Ziesecke
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Ein wenig Platz benötigt der Aufbau der Solarmodule natürlich, mit zu geringer PV-Leistung bringt das Projekt aber nur wenig Spaß. (Bild: Dennis Ziesecke)
Ein wenig Platz benötigt der Aufbau der Solarmodule natürlich, mit zu geringer PV-Leistung bringt das Projekt aber nur wenig Spaß. Bild: Dennis Ziesecke
Inhalt
  1. DIY: Das Balkonkraftwerk als E-Auto-Tankstelle
  2. Einschränkungen bei Auto und Ladeadapter
  3. Weniger als vier Solarmodule sollten es nicht sein

Die Elektromobilität wächst in Deutschland, nie wurden so viele neue E-Autos angeschafft wie in den letzten Monaten. Hohe Benzinpreise sind da sicherlich nicht unschuldig, während der Strompreis stabil geblieben ist. Mit einem günstigen Vertrag und einem sparsamen Auto lässt sich so der Akku für gut drei Euro pro 100 km füllen.

Aber geht das nicht noch günstiger? Hausbesitzer mit geeigneter Dachfläche freuen sich: Eine PV-Anlage und ein Wechselrichter, der Überschussladen unterstützt, reichen aus, um bei Sonnenschein, abgesehen von den PV-Investitionen, so gut wie kostenlos nachzuladen. Nun hat aber nicht jeder ein eigenes Haus oder Zugang zum Dach für eigene Solarpanels. Oft muss ein Garten, eine Terrasse, ein Carport oder ein Balkon reichen.

Wir sind der Frage nachgegangen, ob eine deutlich unbürokratischer zu realisierende Mini-Solaranlage nicht schon ausreicht, um die eine oder andere Strecke mit selbsterzeugtem Strom zurücklegen zu können. Denn immer mehr vergleichsweise günstige XL-Balkonkraftwerke mit eigenem Akku bringen die Voraussetzungen zur DIY-Tankstelle schon mit.

Natürlich stellt auch das weitere Anforderungen, bevorzugt an die nähere Umgebung: Ein Stellplatz direkt am Haus, zu dem sich ein Kabel legen lässt, müsste es beispielsweise schon sein. Für jeden ist also auch diese Lösung nicht geeignet.

Balkonkraftwerke werden erwachsen

Schon seit Jahren verbreiten sich privat genutzte Mini-Solaranlagen, umgangssprachlich nach ihrem Initiator Holger Laudeley auch Balkonkraftwerk genannt. In behördlichen Unterlagen werden Balkonkraftwerke als Steckersolargerät bezeichnet.

Dabei gibt es Regeln, bis zu welcher Leistungsgrenze ein Steckersolargerät mit vereinfachten Anmeldungen und ohne Elektrikerbesuch für das Verlegen einer Einspeisesteckdose betrieben werden darf. Für ein Steckersolargerät gelten gesetzlich bis zu 2.000 Watt Modulleistung (Wp) und maximal 800 Watt Wechselrichterleistung (VA). Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Anlage mit 2.000 Wp Modulen einfach über einen normalen Schuko-Stecker betrieben werden kann.

Für den normgerechten Anschluss über eine Haushaltssteckdose sieht die aktuelle Produktnorm DIN VDE V 0126-95 maximal 960 Wp Modulleistung bei höchstens 800 VA Wechselrichterleistung vor. Sollen bis zu 2.000 Wp Modulleistung genutzt werden, ist eine spezielle Energiesteckvorrichtung beziehungsweise ein entsprechender Anschluss vorgesehen, dessen Installation durch eine Elektrofachkraft erfolgt.

Wird die E-Tankstelle allerdings im Inselbetrieb genutzt, also nicht mit dem Hausstromnetz verbunden, gilt diese Regelung nicht. Dann funktioniert der Aufbau komplett ohne Elektriker.

Wichtig für potenzielle Versicherungsleistungen sind bei der Installation die Regelungen des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e.V.) und hier kommen seit 2026 erstmals auch Batteriespeicher zu Worte.

Die neue Norm VDE-AR-N 4105:2026-03 führt einen vereinfachten Anschlussprozess für sogenannte Kleinsterzeugungsanlagen mit maximal 800 VA (umgangssprachlich: Watt) Einspeiseleistung ein. Die bisherige Grenze von 2.000 Wp für die genutzten PV-Module gilt dabei weiterhin für das gesetzlich definierte Steckersolargerät, darüber kann eine Anlage jedoch unter bestimmten Voraussetzungen als Kleinsterzeugungsanlage mit ebenfalls maximal 800 VA betrieben werden. Moderne Systeme integrieren den Wechselrichter direkt in den Akkuspeicher. Geben sie maximal 800 Watt ins Stromnetz ab, sind sie normgerecht. Der Clou: Wie viel sie über eine dedizierte Notstrom-Steckdose (also ohne Einspeisung ins Stromnetz) abgeben, ist egal.

Hier setzen wir an: Solche Steckersolargeräte lassen sich mit vereinfachten Mitteln recht unkompliziert anmelden, sie sind überschaubar teuer und auch vom Platzbedarf zwar anspruchsvoll, aber vertretbar.

Dazu ein AC-Ladeziegel, einigen Autos liegt ein solches Notfall-Ladekabel sogar gleich bei, und schon steht in der Theorie die eigene E-Tankstelle. Aber was ist mit der Praxis?


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