Weniger als vier Solarmodule sollten es nicht sein
Je mehr Energie von der Sonne geerntet werden kann, desto besser. Im Idealfall muss der Akku nur selten puffern, was die mögliche Ladezeit und Lademenge erhöht. Mit nur zwei Solarmodulen, selbst, wenn es moderne und leistungsstarke 500-Watt-Module sind, bringt das Laden keinen Spaß.
Vier Module mit je 450 bis 500 Watt sind erfahrungsgemäß das Minimum, mit dem die Elektrotankstelle Spaß bringt. Wer Platz für mehr Module hat, sollte darauf achten, dass der Wechselrichter genug Kapazität dafür mitbringt. Einige Modelle lassen mehr Solar-Input zu, wenn ein zusätzlicher Wechselrichter angeschlossen wird – dafür wird aber üblicherweise die AC-Notstromsteckdose genutzt, an die ja das Auto zum Laden angeschlossen werden muss. Diese Erweiterung funktioniert also nicht.
Wenn möglich, sollten daher einfach so viele Module verbaut werden, wie möglich sind. Die Preise für Solarpanele sind nicht allzu hoch, die Investition rechnet sich für das Auto-Ladeprojekt und auch unabhängig davon meistens.
Schließlich erreichen die Panele auch nicht immer ihre maximale Leistung. Eigentlich sogar eher selten: Diesiges Wetter senkt den Ertrag ebenso wie Wolken. Auch, wenn es zu warm wird, sinkt die Leistung ein wenig: Solarmodule produzieren bei hohen Temperaturen etwas weniger Energie. Wichtig ist es auch, dass der Wechselrichter selbst nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt wird.
Am besten ist es daher, die Wechselrichter-Akku-Kombination im Schatten aufzustellen, idealerweise mit guter Belüftung. Eine Garage eignet sich hervorragend dafür. Bei zu hohen Temperaturen drosseln Wechselrichter teils stark.
Dagegen kann aber bereits ein schnöder 120-mm-Lüfter mit USB-Anschluss oder eigenem Mini-Solarpanel für ein paar Euro, der einfach auf den Kühlkörper des Wechselrichters gerichtet wird, helfen.
Langsames Laden, aber dafür ohne Zusatzkosten
Dass sich so keine rasanten Ladegeschwindigkeiten realisieren lassen, dürfte bereits deutlich geworden sein. Auch die Ladeverluste sind beim AC-Laden bei geringer Leistung höher als beim Laden per DC. Die Verluste kosten aber zumindest nichts: Die Sonne liefert den Strom ja umsonst.
Wenn weniger Strom im Auto ankommt, verlängert das allerdings die Ladezeit noch weiter. Bei einem zum Test genutzten MG4 kamen von 1.380 Watt eingespeister Energie nur knapp über 1.100 Watt im Auto an, die Differenz verpufft zwischendrin (beziehungsweise wird in Wärme umgewandelt).
Bei einer Leistung von nur einem oder zwei kWh ist die Balkonsolar-Methode nichts für ungeduldige Menschen. Ein E-Auto-Akku mit 55 Kilowattstunden Kapazität – also schon eher im unteren Mittelfeld der Kapazität – bräuchte da mehr als die 24 Stunden eines irdischen Tages, bei dem ja dummerweise in der Nacht nicht einmal die Sonne scheint.
Aber darum geht es gar nicht: Auch fünf oder sechs Kilowatt zusätzlicher Akkuladung an einem sonnigen Sommernachmittag reichen für einige Kilometer, und das Auto steht meist ja ohnehin ungenutzt herum und kann laden. Angesichts der weiter steigenden Benzinpreise ist es da schon ein schönes Gefühl, kostenlos fahren zu können. Und das einfach nur durch ein eventuell sowieso schon vorhandenes Balkonkraftwerk.
Ist noch keine passende Solarhardware vorhanden: Ein passendes Akkusystem kostet circa 1.000 bis 1.500 Euro, dazu kommt die benötigte Menge an Solarmodulen und ein AC-Ladeadapter fürs Auto. Das ist schon eine spürbare Investition, allerdings funktioniert das System ja auch abseits der Tankstellen-Option als normales Balkonkraftwerk. Damit lassen sich, je nach eigenem Stromverbrauch natürlich, auch ohne E-Auto mehrere Hundert Euro im Jahr auf der Stromrechnung einsparen – das System bezahlt sich innerhalb der Garantiezeit also meistens selbst.
Nachtrag:
Wir haben den umgangssprachlichen, aber nicht ganz korrekten Ausdruck "Kilowatt pro Stunde" durch "KWh" ersetzt. Außerdem haben wir eine Passage ergänzt, die genauer erklärt, bis zu welcher Leistungsgrenze ein Steckersolargerät mit vereinfachten Anmeldungen und ohne Elektrikerbesuch für das Verlegen einer Einspeisesteckdose betrieben werden darf.
- Anzeige Hier geht es zum Veska Balkonkraftwerk 1000/800W bei Netto Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

