Einschränkungen bei Auto und Ladeadapter
Gängige XL-Balkonkraftwerke nutzen 2.000 Watt Peak-Solarleistung mit vier oder mehr Solarmodulen, einen Akku mit 2 Kilowattstunden (kWh) Kapazität oder mehr – der Trend geht zu 4 bis 8 kWh – und einen integrierten Wechselrichter für 800 Watt Einspeisung sowie üblicherweise eine AC-Notstromsteckdose. Bei der Anschaffung für eine E-Auto-Tankstelle ist es wichtig, auf die Ausgangsleistung und natürlich Vorhandensein eben dieser Notstromdose zu achten.
Einfache oder ältere Systeme wie Zendure Solarflow 800 Pro oder Ecoflow Stream geben nur um die 1.000 Watt darüber aus. Bei Ecoflow ließe sich mit einem parallel angeschlossenen zweiten Stream-System das Doppelte herauskitzeln, womit es wieder interessant wird. Bei Zendure bleibt nur der Griff zum Solarflow 2400 Pro oder noch größeren Systemen.
Bei Anker Solix bietet sich nur die neue Solarbank 4 E5000 an: Die Vorgängergeräte liefern im Notstrombetrieb nur maximal 1.200 Watt (Solarbank 3). Bei weniger bekannten Herstellern ist Eigenrecherche gefragt.
Warum ist dieser Wert so wichtig? Unsere E-Auto-Tankstelle wird ohnehin nur recht langsam laden können, vor allem im Vergleich zu DC-Ladeanschlüssen. Je schwächer die fürs Laden genutzte AC-Notstromsteckdose, desto langsamer können wir das Auto laden. Und bei einigen Autos und/oder Ladeadaptern wird Laden bei zu geringer Leistung sogar unmöglich.
Also noch eine Recherche vor dem Kauf: Mit welchem Watt-Minimum kann das eigene Auto überhaupt beladen werden? Die meisten erlauben tatsächlich auch geringe Werte. Es gibt aber Ausnahmen: Renaults Zoe beispielsweise lädt erst ab 10 Ampere, was eine minimale Ladeleistung von ca. 2.300 Watt ergibt. Die meisten anderen Elektroautos können aber bereits mit 6A und 1.380 Watt geladen werden. Nehmen wir diesen Wert also als Minimum für das Ladeprojekt an, auch wenn es in Ausnahmen sogar noch kleiner geht.
Der Ladeadapter muss nun ebenfalls eine Einstellung der Ladeleistung unterstützen, was aber viele Modelle beherrschen. Im Selbstversuch haben ein günstiger Goneo-Adapter für rund 140 Euro und der bei Tesla beiliegende Ladeziegel diese Einstellung ermöglicht, gearbeitet haben wir primär mit dem im eigenen Besitz befindlichen Goneo-Adapter. Er erlaubt Einstellungen ab 6 Ampere, also ca. 1.380 Watt. Interessant fürs Balkonsolarladen ist auch die Einstellung mit 8 Ampere, rund 1.840 Watt also. Bei ausreichend Akkukapazität und Solarmodul-Leistung (sowie: guter Sonne) kann mit 10 Ampere auch etwas schneller und mit über 2.000 Watt geladen werden.
Ohne Akku geht es nicht
Daraus ergibt sich, dass die Balkonsolar-Tankstelle nur bei idealer Sonneneinwirkung die erzeugte Sonnenenergie direkt durchleiten kann. In der Realität gibt es aber immer Schwankungen in der Erzeugung und die gleicht der Akku aus.
An Tagen ohne perfekte Sonneneinstrahlung ist der Akku daher der begrenzende Faktor, wie weit geladen werden kann: Liefert die Sonne im Schnitt ihre 1.300 Watt, muss bei der kleinsten (6A) Einstellung nur sehr wenig aus dem Akku bezogen werden, ein voller Speicher puffert den Ladevorgang daher sehr lange.
Je höher die gewünschte (oder benötigte) Ladeleistung, desto mehr Energie wird aus dem Akku entnommen und desto schneller endet der Ladevorgang. Ohne zwischengeschalteten Akku sieht es düster aus: Sobald eine Wolke die Sonne kreuzt, bricht der Vorgang wegen zu geringer Leistung ab.
Ein wenig knifflig wird es, wenn die DIY-E-Tankstelle gar nicht mit dem Stromnetz verbunden sein soll, also als Inselsystem geplant wird: Die meisten Balkonsolarakkusysteme setzen auf den Schutzleiter der AC-Verbindung für eine normgerechte Erdung. Als Inselsystem wird das System aber nicht mit der Steckdose verbunden.
Viele Ladeadapter erlauben aber keinen Betrieb ohne korrekte Erdung und lassen sich so gar nicht erst aktivieren. Da gibt es zwar Workarounds, bei einem potenziellen Versicherungsfall würde das aber zu Erklärungsnot führen.
Ist ein Betrieb als Inselsystem unbedingt erforderlich, beispielsweise weil ein Solar-Carport zu weit von den eigenen Steckdosen aufgebaut werden muss, ist eine korrekte Erdungsmöglichkeit des Balkonsolar-Wechselrichters ein Punkt, auf den beim Kauf geachtet werden muss. Meist bieten das allerdings eher die teureren Aufsteiger-Systeme mit großer Akkukapazität.
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