DIY: Bastler baut mechanische Uhr aus alter Apple Watch

Ein Bastler hat aus einer alten Apple Watch eine funktionsfähige mechanische Uhr gebaut. Beim Umbauprozess versuchte Jack Spiggle, das ursprüngliche Design der Apple Watch mit der Krone im oberen rechten Rahmen und dem Button unten rechts beizubehalten. Um das mechanische Uhrwerk dennoch verwenden zu können, musste sich Spiggle einiges einfallen lassen; den Prozess dokumentierte er ausführlich auf einer Webseite(öffnet im neuen Fenster) und auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) .
Zunächst kaufte sich Spiggle eine Apple Watch der ersten Generation, die kosmetisch in gutem Zustand war. Der Akku hielt aber nur noch vier Stunden lang, zudem unterstützt Apple die Uhr seit Jahren nicht mehr mit Softwareupdates. Nachdem Spiggle die Uhr ausgeräumt hatte, begann der komplizierte Prozess des Uhrwerkeinbaus.
Spiggle verwendete das Automatikwerk NH38 von Seiko, eine Variante des vor allem bei kleineren Uhrenfirmen beliebten NH35. Das Modell NH38 hat eine offene Unruh, die von vorne durch eine Öffnung des Ziffernblattes sichtbar ist. Das größte Problem für Spiggle war, dass die Krone des NH38 samt Schaft an der 3-Uhr-Position angebracht ist, die digitale Krone der Apple Watch aber weiter oben - eher im Bereich der 2-Uhr-Markierung einer traditionellen Uhr.
Tüftler wollte Gehäuse nicht verändern
Die einfache Lösung wäre gewesen, ein Loch in das Gehäuse zu bohren und die Krone des NH38 zusätzlich zu den bestehenden Bedienelementen zu montieren. Spiggle wollte die ursprüngliche Optik der Apple Watch aber so gut es geht erhalten und daher keine zusätzlichen Bedienelemente hinzufügen. Daher dauerte der Umbau auch mehrere Monate.
Nach mehrmonatigem Tüfteln entwickelte Spiggle ein System, in dem der Button der Apple Watch herausgezogen werden kann, um die Uhr zu stellen. Dafür ist er mit dem Schaft der Krone verbunden. Damit die Konstruktion funktioniert, musste der Tüftler Teile des Uhrwerks bearbeiten. Gleichzeitig ist die digitale Krone der Apple Watch über einen winzigen Seilzug mit dem Aufziehschaft des NH35 verbunden, um die Uhr über die ursprüngliche Krone aufzuziehen.
Aufgrund des dabei entstehenden Widerstandes lässt sich die analoge Apple Watch aber nur bis ca. 20 Prozent aufziehen, was für den Start der Uhr mehr als ausreicht. Das restliche Aufziehen wird über das Schwungrad des Automatikmechanismus erledigt. Das Schwungrad versah Spiggle mithilfe eines Lasercutters mit einem Apple-Logo.
Das Ziffernblatt schnitt Spiggle mit einem Lasercutter aus Zirkonium. Um das Projekt zu vervollständigen, musste der Bastler noch zahlreiche Teile des Gehäuses und des Uhrwerks modifizieren, damit am Ende alles zusammenpasste. Dank Silikondichtungen sollte die Uhr zumindest vor Wasserspritzern geschützt sein.
Die mechanische Apple Watch dürfte trotz des Aufwandes deutlich weniger teuer sein als die Version des Schweizer Luxusuhrenherstellers H. Moser. Die Swiss Alp Watch kostete bei Veröffentlichung 28.500 Euro.



