DIY: Bastler baut Kamera aus alter Maus

Der Bastler Doctor Volt hat aus einer alten Logitech-Maus eine funktionierende Kamera gebaut. In einem Youtube-Video(öffnet im neuen Fenster) zeigt er, wie er den Sensor der optischen Maus zu einem Kamerasensor umfunktioniert und so Bilder generiert, auf denen tatsächlich etwas zu erkennen ist.
Halbwegs moderne Computermäuse verwenden einen Sensor, um den unterschiedlichen Lichteinfall einzufangen, der beim Bewegen der Maus entsteht. Aus diesen Informationen errechnet sich die Bewegungsrichtung und der Mauszeiger verändert entsprechend seine Position.
Die von Doctor Volt verwendete Logitech-Maus ist gut 20 Jahre alt und verwendet einen ADNS-2610 als optischen Sensor. Dieser hat insgesamt 324 Photodioden, die das Licht einfangen und so die Bewegungsberechnung ermöglichen. Für einen Kamerasensor ist das sehr wenig; wie Hackaday(öffnet im neuen Fenster) korrekterweise bemerkte, ließe sich die Auflösung verbessern, wenn eine modernere Maus mit mehr Photodioden verwendet würde.
Bastler kann Daten des Sensors abrufen
Das Kameramodul in der Maus hat ein SPI-Interface. Doctor Volt ermittelte mit einem Oszilloskop das Register, welches die Sensorinformationen enthält. Mithilfe selbst geschriebener Software, einer grafischen Benutzeroberfläche und einem ESP32-Board konnten die Daten abgerufen werden.
Ohne ein Objektiv ist ein Sensor aber keine Kamera. Doctor Volt verwendet ein kleines Objektiv für eine Raspberry-Pi-Kamera, das mithilfe eines 3D-gedruckten Bauteils vor den Sensor montiert wird. Die dabei entstehenden Bilder werden noch interpoliert, dann ist tatsächlich etwas zu erkennen.
Die Aufnahmen erinnern die Bilder alter Spielzeugkameras. Über die drahtlose Verbindung zum Rechner sind maximal 3 Bilder pro Sekunde möglich – wird die Framerate erhöht, gibt es Bitrauschen und das Bild ist nicht mehr gut zu erkennen. Wer die Mauskamera nachbauen will, findet die Software bei Github(öffnet im neuen Fenster) .