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Dive im Hands on: X-Ray-Variante hat noch einige Schwächen

Dive blendet Zusatzinformationen in Filme und Serien ein. Dabei spielt es keine Rolle, ob das normale Fernsehprogramm oder Videostreaming verwendet wird. Es gibt Angaben zu den Schauspielern in einer Szene, zu den Requisiten und zum Drehort. Beim Ausprobieren zeigt das Konzept aber noch Schwächen.
/ Ingo Pakalski
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Dive zeigt Zusatzinformationen zum laufenden Programm. (Bild: Dive)
Dive zeigt Zusatzinformationen zum laufenden Programm. Bild: Dive

Dive will das Fernseherlebnis komfortabler machen und ist eine erweiterte Version von Amazons X-Ray. Wer sich einmal an X-Ray gewöhnt hat, möchte es nicht mehr missen. X-Ray blendet in Amazons Videodienst abhängig von der aktuellen Szene Informationen zu den in einer Szene zu sehenden Schauspielern, zur verwendeten Musik und weitere Informationen ein, die aus der IMDB (International Movie Database) abgerufen werden. Diesen Ansatz greift Dive auf und ergänzt das um weitere Informationen.

Dive zeigt Informationen in Filmen und Serien (Herstellervideo)
Dive zeigt Informationen in Filmen und Serien (Herstellervideo) (01:49)

Während es die X-Ray-Informationen nur für Amazons Videostreamingdienst gibt, soll Dive mit allen Fernsehsendern und allen Streaminganbietern funktionieren. Auch zu DVDs und Blu-rays lassen sich Zusatzinformationen auf dem Smartphone einblenden. Dive(öffnet im neuen Fenster) steht als App für Android- sowie iOS-Smartphones zur Verfügung und kann auf aktuellen Tizen-Fernsehern von Samsung genutzt werden. Später sollen auch LGs Smart-TVs unterstützt werden. Für andere Geräte ist der Dienst nicht verfügbar.

Ohne Benutzerkonto geht es nicht

Wir probierten die Dive-App für das Smartphone aus. Zunächst einmal kann die App nicht einfach so verwendet werden. Interessenten müssen sich immer erst ein Nutzerkonto anlegen. Hier hätten wir uns gewünscht, den Dienst auch testen zu können, ohne eine E-Mail-Adresse angeben zu müssen.

Nach der Registrierung stehen zwei Optionen zur Wahl: Der Anwender muss sich entscheiden, ob er etwas auf einem Fernsehsender oder einem Streamingdienst respektive einer DVD oder Blu-ray sehen möchte. Derzeit kennt der Dienst gerade mal 2.500 Titel – das ist zum Abdecken des gesamten Fernsehprogramms und des Streamingsortiments ausgesprochen wenig. Im Laufe des Jahres soll Dive 10.000 Titel kennen, so dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der gewünschte Inhalt gefunden wird.

Manuelle Synchronisation erforderlich

Als wir den Dienst ausprobierten wollten, lief auf keinem Sender ein Film oder eine Serie, die der Dienst kannte. Daher konnten wir nur das Zusammenspiel mit einem Streamingdienst ausprobieren. Wir entschieden uns für Netflix, weil es hier noch keine X-Ray-artigen Informationen gibt. Damit Dive Informationen anzeigt, mussten wir zunächst händisch nach dem Film oder der Serie suchen, die wir ansehen wollen. Die ersten Versuche ergaben keine Treffer, aber irgendwann haben wir mit Narcos eine Serie gefunden, die Dive kennt.

Fazit

Nach Auswahl der Serie legt der Anwender fest, welche Folge angesehen wird. Danach lauscht das Smartphone dem Fernsehton und versucht so zu analysieren, an welcher Stelle der Szene sich der Nutzer gerade befindet. Dabei sollte idealerweise nicht gesprochen werden. Das dauert dann etliche Sekunden – hier muss der Anwender also viel Geduld aufbringen. Danach sind die Dive-Daten in der Smartphone-App mit der Serie synchronisiert.

Diese Art der Synchronisation birgt aber erhebliche Nachteile: Sobald die Wiedergabe pausiert oder an eine andere Stelle gespult wird, ist die Synchronisation futsch. Die Dive-App merkt nicht, wenn der Stream pausiert wird. In einem solchen Fall muss die Synchronisation nochmals vorgenommen werden, wenn der Nutzer möchte, dass die Informationen wieder zur gezeigten Szene passen.

Auf Smart-TVs gibt es eine nahtlosere Integration

Die Dive-App zeigt die Schauspieler in der Szene, informiert über die Kleidung der Protagonisten und bei Bedarf über weitere in der Szene verwendete Requisiten oder den genutzten Drehort. Nach dem Willen von Dive können Nutzer so etwa die Kleidungsstücke der Schauspieler oder andere Requisiten bestellen. Aber auch die Buchung einer Reise zum Drehort soll aus der Dive-App möglich sein.

Wer einen Tizen-TV von Samsung besitzt, kann die Dive-Informationen direkt auf dem Fernsehbildschirm anzeigen lassen. Dann wird das laufende Bild verkleinert und die Zusatzinformationen werden daneben angezeigt. Die Darstellung ähnelt damit stärker der X-Ray-Einblendung in Amazons Smart-TV-App oder auf Amazons Fire-TV-Geräten.

Fazit

Dive ist an sich ein vielversprechender Ansatz. Noch ist die Titelauswahl allerdings entschieden zu klein, so dass der Dienst oftmals einfach nicht helfen kann. Der Einsatz mit einem Smartphone hat den entscheidenden Nachteil, dass der Nutzer einen Stream nicht anhalten oder darin spulen sollte, wenn die Dive-Informationen weiterhin stimmen sollen.

Wer sich mit diesen Nachteilen arrangieren kann, erhält aber zumindest gegen Hinterlegung einer E-Mail-Adresse entsprechende Zusatzinformationen zu Filmen und Serien. In den nächsten Monaten könnte der Dienst praxistauglicher werden, wenn mehr Titel unterstützt werden. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn der Dienst auch für Streaminggeräte wie die Fire-TV-Geräte von Amazon angeboten wird.


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