Displayserver: Verwirrung um Lizenzierung von Wayland

Der Code des Wayland-Projekts steht offenbar nicht wie von den Entwicklern angenommen unter der MIT-Lizenz. Der verwendete Lizenztext ähnelt dieser lediglich. Noch sind die Konsequenzen unklar, eine Umlizenzierung wird aber bereits besprochen.

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Das Wayland-Projekt nutzt offenbar eine andere Lizenz als gedacht.
Das Wayland-Projekt nutzt offenbar eine andere Lizenz als gedacht. (Bild: Kristian Høgsberg/Youtube)

Im Gegensatz zu der Annahme, dass der Code des Wayland-Projekts unter der MIT-Lizenz steht, weicht der tatsächlich verwendete Lizenztext von dieser in einigen Teilen ab. Auf diese Diskrepanz hat ein Wikipedia-Autor die Entwickler hingewiesen. In einer Antwort bestätigt das der Projektgründer von Wayland, Kristian Høgsberg. Er schreibt aber auch, dass dies nicht beabsichtigt sei.

Bei der im Quellcode vorhandenen Lizenz handelt es sich um die Historical Permission Notice and Disclaimer (HPND). Høgsberg hatte schlicht angenommen, dass es sich bei der HPND um die aktuelle Version der MIT-Lizenz handele. Schließlich werde dieser Text in vielen X-Projekten eingesetzt, sogar in vergleichsweise aktuellen.

Konsequenzen sind unklar

Welche Einzelheiten sich aus dieser Situation ergeben, ist aber unklar. So wertet zum Beispiel die FSF die HPND als frei und kompatibel zur GPL - offiziell bezieht sich die FSF damit aber auf einen minimal verschiedenen Wortlaut als jener, der im Wayland-Quelltext vorhanden ist.

Darüber hinaus wird die Lizenz aber auch von der Open Source Initiative (OSI) anerkannt. Bei der OSI findet sich jedoch der Hinweis, dass die Lizenz von ihrem Autor als veraltet betrachtet wird. Welche stattdessen benutzt werden soll, gibt die OSI allerdings nicht an.

Ob sich daraus jurisitische Konsequenzen für das Wayland-Projekt ergeben, ist zwar nicht abschließend geklärt, jedoch unwahrscheinlich. Immerhin ist Wayland damit veröffentlicht worden, so gilt zunächst der Lizenztext für alle Benutzer. Da dieser aber keine besonders großen Abweichungen etwa zur MIT-Lizenz aufweist und auch bei X.org verwendet wird, sollten daraus keine Probleme entstehen.

Um sich dennoch darüber zu vergewissern, soll ein Anwalt die Angelegenheit für die Entwickler überprüfen. Zudem hat Høgsberg angeregt, den verwendeten Lizenztext anzupassen und die aktuelle Version der MIT-Lizenz zu verwenden.

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