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Display-Standard: HDMI 2.1 dran, aber kein HDMI 2.1 drin

Hersteller führen mit der Bezeichnung des Display-Standards HDMI 2.1 bewusst Kunden in die Irre - viele Funktionen sind optional.
/ Marc Sauter
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HDMI 2.1 umfasst allerhand optionale Fuktionen. (Bild: Nico Jenner)
HDMI 2.1 umfasst allerhand optionale Fuktionen. Bild: Nico Jenner / CC-BY 4.0

Wer einen Fernseher oder einen Monitor mit HDMI 2.1 kauft, erwartet üblicherweise auch Technik wie 4K mit 120 Hz oder Variable Refresh Rate (VRR). Tatsächlich aber sagt der für den Standard zuständige HDMI Licensing Administrator, dass solche und weitere Funktionen optional sind.

Auf Nachfrage von TFT Central(öffnet im neuen Fenster) gibt der HDMI Licensing Administrator an, dass HDMI 2.0 als Standard de facto nicht mehr existiert und alle Funktionen als Sub-Sets von HDMI 2.1 zu verstehen sind. Die höhere Bandbreite von bis zu 48 GBit/s durch FRL ist überdies genauso optional wie der für Gaming gedachte Auto Low Latency Mode (ALLM) und die Variable Refresh Rate (VRR).

Anlass der Anfrage ist ein neues PC-Display von Xiaomi(öffnet im neuen Fenster) , das mit 1080p bei 240 HZ sowie HDMI 2.1 beworben wird. Im Kleingedruckten findet sich jedoch der Hinweis, dass statt des FRL (Fixed Rate Link) nur das ältere TMDS (Transition Minimised Differential Signalling) verwendet wird - faktisch also HDMI 2.0 zum Einsatz kommt.

HDMI 2.1 kann auch HDMI 2.0 bedeuten

Für Endkunden bedeutet dies, dass trotz Werbung mit HDMI 2.1 keine der damit eingeführten Neuerungen zwingend vorhanden sein muss - was irreführend, vom HDMI LA aber offiziell so vorgesehen ist. Somit bleibt einzig die Option, genau hinzuschauen, welche technischen Daten ein Fernseher oder Monitor aufweist.

Als positives Beispiel nennt TFT Central den ROG Swift PG32UQX von Asus(öffnet im neuen Fenster) , der zwar VRR sowie 4K mit 120 Hz beherrscht - aber nur mit 8 Bit Farbtiefe und 4:2:0 Chroma Subsampling. Der Hersteller wirbt nicht mit HDMI 2.1, sondern mit HDMI 2.0 und führt die Limitierungen auf.

Das Problem gibt es ähnlich beim USB-Standard. So können Hersteller mit USB 3.2 oder gar USB 4 werben, obgleich die Datenrate mit 5 GBit/s dem entspricht, was einst als USB 3.0 eingeführt und später in USB 3.1 Gen1 sowie USB 3.2 Gen1 umbenannt wurde.


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