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Disney+: The Mandalorian ist echtes Star Wars

Vice bezeichnet The-Mandalorian-Fans als "wahnsinnig dumm". Das ist wahnsinnig schade. Denn die Serie ist genau deshalb bestes Star Wars, weil sie schlicht ist.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Die zwei Hauptstars der Serie The Mandalorian fliegen gemeinsam zu neuen Abenteuern.
Die zwei Hauptstars der Serie The Mandalorian fliegen gemeinsam zu neuen Abenteuern. (Bild: Disney)

Es ist ein heißer Tag in Mos Eisley. Der silbern glänzende Mandalorianer ist mal wieder auf der Suche nach Arbeit. "Was führt euch in diese Gegend?", schallt es aus einer Ecke der lokalen Cantina. Ein schäbig gekleideter Rodianer starrt den fremd wirkenden und komplett in Beskar gehüllten Mann fragend an. "Arbeit", grunzt der Mandalorianer. In seinem Arm hält er das Kind, das mit seinen großen Augen und langen Ohren Gäste und Wirt inspiziert.

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Obwohl diese Szene nicht exakt so in der Star-Wars-Serie The Mandalorian zu sehen ist, könnte sie jedoch als eine Art Vorlage herhalten. The Mandalorian ist einfach gestrickt und folgt an vielen Stellen Klischees, die andere Genres mit Erfolg durchgesetzt haben. Hier werden Elemente von Western und klassischen Samurai-Filmen in ein bekanntes Gewand geschnürt.

Die daraus resultierende simple Erzählweise und eine gewisse Vorhersehbarkeit sind auch durchaus berechtigte Kritikpunkte eines aktuellen Vice-Artikels, der unter der Fan-Gemeinschaft der Serie Diskussionen entfacht hat. Der Text vergleicht die Disney+-Show mit Trash-Serien aus den Neunzigern, mit Power Rangers, Baywatch und Xena.

Ja, The Mandalorian ist teils einfach und vorhersehbar. Allerdings ist das die Essenz des gesamten Star-Wars-Universums, wie wir es als Fans seit dem ersten Star-Wars-Film 1977 lieben gelernt haben. Und diese ist es, die der Vice-Artikel anscheinend übersieht.

The Mandalorian ist Star Wars

The Mandalorian will und soll nicht höchst intelligent und überraschend sein. Die Serie soll uns stattdessen in eine weit, weit entfernte Galaxis entführen und ein bereits komplexes Universum noch immersiver machen. Das geschieht durch allerhand Anspielungen auf diverse Star-Wars-Filme, Serien und sogar Spiele. So ist der furchterregende Krait-Drache in Kapitel 9 ein Ungetüm aus dem beliebten Rollenspiel Star Wars: Knights of the Old Republic. Auch der von der Macht erfüllte Planet Tython wird in Büchern und Spielen als Jedi-Tempelstätte beschrieben.

Fans freuen sich zudem über Figuren, die in der Star-Wars-Welt einen gewissen Kultstatus erreicht haben. So hat die Togruta Ahsoka Tano, die von Vice nur als "orangefarbene Jedi-Frau mit weißen Streifen" bezeichnet wird, einige tolle Szenen und wird von der Schauspielerin Rosario Dawson in Mimik und Gestik wunderbar stilecht ihrem animierten Vorbild nachempfunden. Dabei ist Tano nicht, wie in der Kritik beschrieben, eine typische Jedi, die wie jede andere Jedi handelt. Wenn wir uns die Figur näher anschauen, merken wir, dass sie ihren Gefühlen oft freien Lauf lässt. Sie hat Angst, das emotional angeschlagene Kind unter ihre Obhut zu nehmen - und sie macht offensichtlich auf einem Rachefeldzug keine Gefangenen.

Kein Schwarz und Weiß

Dass Charaktere nicht schwarz und weiß handeln, sehen wir zudem an einem der Stars der Show: Das Kind ist niedlich und knuddelig, frisst aber auch Nachkommen einer Aliendynastie auf, klaut anderen Kindern blaue Weltraumkekse oder nutzt die Macht, um Feinde zu würgen. Wird er sich von Emotionen leiten lassen oder wird es Rettung für ihn geben? Es dürfte spannend werden, wo die Reise für den machtbegabten kleinen Kerl noch hinführt.

Alle Folgen von The Mandalorian auf Disney+

Laut Vice ist die Zuneigung von Star-Wars-Fans zu The Mandalorian "wahnsinnig dumm", nur weil sie für ihre Lieblingsfiguren mitfiebern und die klare und simple Erzählweise schätzen, für die das gesamte Star-Wars-Universum bekannt ist. Auch werden Bücher und Animationsserien wie Star Wars: The Clone Wars von Vice als "Schund" und "billig animiert" abgetan. Dabei werden gerade die späteren Staffeln der Animationsserien von Fans und in Rezensionen für ihre tollen Charaktere und unterhaltsame Storys gelobt.

The Mandalorian selbst ist zudem rein technisch ein sehr ambitioniertes Projekt, was die Show schon deshalb vom 90er-Fernsehtrash absondert, den Vice vergleichend heranzieht. Das Filmteam dreht etwa vor OLED-Leinwänden, die sich je nach Kulisse verändern können. Dadurch werden auch Licht- und Schatteneffekte bereits realistisch simuliert. Wie stark Dave Filoni und Jon Favreau am ursprünglichen Material der Star-Wars-Filme hängen, zeigen zudem andere, schon als vergessen geglaubte Methoden. So wurden speziell für die Serie echte Modelle des Raumschiffs Razor Crest gebaut. Wo es nur geht, werden Kostüme und Animatronics statt digitaler Effekte genutzt, wie es auch George Lucas in seiner Urtrilogie nicht anders gemacht hätte.

Das Star-Wars-Universum hatte nie den Anspruch, durch Intrigen und tiefgründige Charaktere zu glänzen. Und The Mandalorian ist echtes Star Wars. Es soll ein Spaß für Groß und Klein sein - und man sollte diejenigen nicht beleidigen, die diesen Spaß auch haben. Denn wie Obi-Wan Kenobi sagte: "Nur ein Sith denkt in Extremen".

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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Nulltorejancker 16. Dez 2020

Das ist exakt mein erster Gedanke! Dann bin ich wohl blind ... im Internet bin ich...

Kein Kostverächter 14. Dez 2020

Hier regt sich niemand auf. Hier wird einfach nur ein Sache mit einer Fangemeinde...

der_mexx 14. Dez 2020

so wie es aussieht, geht es eigentlich darum, wie es zur first, bzw auch final order...

Sybok 13. Dez 2020

Es ist Star Wars. Wenn Du eine komplexe Handlung willst, bist Du da seit 1977 falsch. Es...


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