Disney+-Streaming-Tipps: Superhirn mit Tennisschuhen und andere Kuriositäten
Beim Durchsehen der Filmlisten von Disney+ ist so manche Perle aus früherer Zeit zu entdecken. Die Star-Wars- und Marvel-Produktionen sind sicher Highlights des Streamingdienstes, aber die kennt ohnehin jeder. Uns geht es in diesem Text um nicht so naheliegende Filme: um Klassiker und obskure fantastische Filme, die ihr mit euren Kids neu entdecken oder bei denen ihr selbst nostalgisch werden könnt. Aber auch ohne emotionale Bindung an vergangene Zeiten ist einiges Sehenswertes dabei.
Die Katze aus dem Weltraum (1978)
An den von Star Wars ausgelösten Science-Fiction-Hype Ende der 1970er Jahre hänge sich auch Disney an – wenn auch auf für die Firma eher typische Art und Weise, nämlich mit reichlich niedlicher Unterhaltung. In Die Katze aus dem Weltraum strandet eine außerirdische Katze auf der Erde und benötigt die Hilfe einiger Wissenschaftler, um ihr havariertes Raumschiff zu reparieren und nach Hause zurückkehren zu können. Allerdings sind hinter dem außerirdischen Besucher auch die Behörden und ausländische Spione her.
Der Film ist in erster Linie Unterhaltung für Kinder, die "echte" Science-Fiction noch etwas überfordert. Er ist ein wenig albern und kitschig, hat aber – wie bei Disney üblich – das Herz auf dem rechten Fleck und ist sehr unterhaltsam. Zudem nimmt der Film praktisch E.T. – Der Außerirdische und die Serie Alf gleich vorweg. Für alle, die den Film gern auf Deutsch schauen würden, sei aber gesagt: Er hat derzeit keine deutsche Tonspur.
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The Computer Wore Tennis Shoes – Superhirn mit Tennisschuhen (1969)
Gut 50 Jahre nach seiner Entstehung ist dieser Film besonders im Hinblick auf die Darstellung von Computern faszinierend. Denn Hollywood hat den Geräten schon damals mehr zugetraut, als in der Realität möglich war. In The Computer Wore Tennis Shoes hat ein junger Mann an einem College einen Unfall mit einem Computer und erhält dadurch die Fähigkeit, jegliches Wissen, das er sich aneignet, perfekt zu erinnern und anzuwenden.
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Amüsant ist daran auch, dass die Hauptrolle von Kurt Russell gespielt wird – in Teenagerjahren war der spätere Actionheld noch ein Disney-Star.
Frankenweenie (1984)
Den Animationsfilm kennen wahrscheinlich viele, noch sehenswerter ist aber der 30-minütige Kurzfilm von Tim Burton aus dem Jahr 1984. In atmosphärischem Schwarz-Weiß wird die Geschichte von Victor erzählt, dessen Hund Sparky bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Victor holt Sparky aus dem Grab zurück und belebt ihn mit Hilfe gewaltiger Energien neu. Von den Nachbarn wird Sparky jedoch für ein Monster gehalten und so jagt man ihn bis zu dem bekannten, riesigen Windmühlenmodell auf dem Minigolfplatz.
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Burton erweist mit diesem Film den Universal-Monsterfilmen der 1930er im Allgemeinen und James Whales Frankenstein (1931) im Besonderen seine Reverenz. In den 30 Minuten seiner Laufzeit ist Frankenweenie eine liebevoll gestaltete Hommage an den Klassiker, benutzt ähnliche Motive und Einstellungen, die direkt mit Whales Film korrespondieren. Dabei ist Frankenweenie gleichzeitig so etwas wie eine Blaupause für Burtons vielleicht schönstes Märchen, Edward mit den Scherenhänden. Hier wie dort geht es um eine unverstandene Kreatur, die ihres Aussehens wegen gehasst und gejagt wird. Doch im Gegensatz zum späteren Edward, dem das Glück mit seiner Liebe verwehrt wird, trifft Sparky auf seine Braut.
Blackbeard, Roger Rabbit, Käpt'n Nemo
Weiter geht es mit weniger unheimlichem Stoff.
Käpt'n Blackbeards Spuk-Kaschemme (1968)
Dieser Film ist unschuldige, komische Disney-Unterhaltung für die ganze Familie, mit einem wundervoll aufspielenden Peter Ustinov als Pirat Käpt'n Blackbeard. Die Geschichte: Ein junger Mann nächtigt in dem Hotel, das von Blackbeards Nachkommen geleitet wird. Sie werden von Gangstern bedrängt, aber mit Hilfe von Blackbeards Geist werden sie mit diesen Halsabschneidern fertig.
Star des Films ist Peter Ustinov, der Blackbeard herrlich pompös anlegt. Der Humor ist dabei von eher einfacher Art, die Chemie zwischen Ustinov und Ko-Star Dean Jones stimmt aber, so dass es immer etwas zu schmunzeln gibt(öffnet im neuen Fenster) . Denn Jones' Figur ist die einzige, die Blackbeard tatsächlich sehen kann.
Falsches Spiel mit Roger Rabbit (1988)
Versuche, Realfilm mit Zeichentrick zu mischen, gab es einige, keiner war jedoch so erfolgreich wie Falsches Spiel mit Roger Rabbit, in dem der Titelstar eines Mordes beschuldigt wird und zusammen mit dem Privatdetektiv Eddie Valiant seine Unschuld beweisen muss. Der Reiz des Films liegt nicht nur darin, dass die Verschmelzung von Real- und Trickfilm hier so perfekt funktioniert, sondern auch darin, dass neben bekannten Toon-Figuren aus dem Hause Disney auch Helden anderer Firmen auftauchen. Grandios ist das musikalische Duell zwischen Donald und Daffy Duck, also Disney gegen Warner.
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Gut 30 Jahre sind vergangen, ein Sequel war immer wieder angedacht, mehr als ein paar Kurzfilme hat es jedoch nie gegeben. Eine echte Schande, aber nun kann man diesen Film zumindest bei Disney+ neu entdecken.
20.000 Meilen unter dem Meer (1954)
Fast seit Anbeginn des Kinos gab es Adaptionen von Jules Vernes fantastischen Romanen. Darunter sind einige wirklich schöne, die schönste ist aber Disneys Version von 20.000 Meilen unter dem Meer. Es wird ein Schiff ausgesandt, um das mysteriöse Sinken einiger Handelsschiffe zu untersuchen. Dabei trifft die Besatzung auf ein U-Boot, die Nautilus, die von Käpt'n Nemo kommandiert wird, der mit der Welt noch eine Rechnung offen hat.

Die Disney-Version erlaubt sich ein paar Freiheiten im Vergleich zur literarischen Vorlage. So wird Nemo von James Mason gespielt, während Jules Verne ihn als indischen Prinzen beschrieben hat. Das schmälert den Unterhaltungswert dieses großen Abenteuers nicht, dessen prächtige Unterwasseraufnahmen rund um die Bahamas gedreht wurden.
In den Hauptrollen agieren der jüngst verstorbene Kirk Douglas als wackerer Seemann und der Deutsche Peter Lorre. Ein Highlight des Films ist der Kampf gegen den Oktopus.
Taran, Tron, schwarzes Loch und Rocketeer
Obgleich ein Zeichentrickfilm, ist der nächste Tipp nicht für kleine Kinder geeignet.
Taran und der Zauberkessel
Der Zeichentrickfilm war schon 1985, im Jahr seiner Veröffentlichung ungewöhnlich. Denn die Fantasy-Geschichte mit ihren gruseligen Gestalten, darunter dem gehörnten Schurken(öffnet im neuen Fenster) , der an Skeletor von Masters of the Universe erinnert, ist nicht unbedingt für die kleinsten Kinder gedacht – anders als üblich bei Disney-Zeichentrickfilmen.
Im Mittelpunkt steht der junge Taran(öffnet im neuen Fenster) , der mit seinen Freunden ein dunkelmagisches Artefakt finden muss, bevor es in die Hände eines diabolischen Tyrannen fällt.
Es ist eine klassische Quest, wie sie in der Fantasy häufig vorkommt. Natürlich gibt es dabei Disney-typische süße Figuren und Details, unterm Strich ist Taran und der Zauberkessel aber ein Film, der sich an ältere Kinder und Erwachsene richtet.
Tron (1982)
Fast 40 Jahre ist es her, dass Tron in die Kinos kam und die Effekttechnik revolutionierte. Was hier geboten wurde, hatte man noch nie gesehen, und kein Film hat diesen Look seitdem je erreicht. Sicher, aus heutiger Sicht mag die visuelle Ausstattung des Films schon etwas angestaubt erscheinen, aber sie hat Charme – und das nicht nur, wenn man mit der rosa gefärbten Nostalgiebrille auf den Film blickt.
Die Geschichte eines Programmierers, den es in sein eigenes Spiel verschlägt und der dort nicht nur ums Überleben, sondern auch gegen das bösartige Master Control Program kämpfen muss, ist noch immer gut. Über den Film selbst muss man im Grunde kaum viele Worte verlieren. Er hat im Herzen zahlreicher Filmfans einen Platz, und das zu Recht.

Das Cyberspace-Abenteuer, das hier geboten wird, erreichte in den 1980er Jahren ein Publikum, das gerade selbst begann, sich mit Computern auseinanderzusetzen. Viele Erwachsene blieben damals noch außen vor, so dass sich der Film fast wie der Meilenstein einer ganzen (damals jungen) Generation anfühlt.
Das schwarze Loch (1979)
Das schwarze Loch war Disneys großbudgetierter, ambitionierter Versuch, im Fahrwasser von Star Wars mitzuschwimmen. Erzählt wird von einer Forschungsmission, die auf ein vermisstes Raumschiff trifft, das von einem Wissenschaftler am Rande eines schwarzen Lochs kommandiert wird. Der von Maximilian Schell gespielte Dr. Hans Reinhardt wird für die Besatzung des anderen Schiffs zur Gefahr.
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Es gibt Weltraum, es gibt Roboter, es gibt Action und Laserkämpfe, und das alles mit erlesen guten Effekten. Dass es eine Disney-Produktion ist, merkt man im Grunde nur an dem schwebenden Roboter V.I.N.CENT. und seinen niedlichen, riesengroßen Augen. Ansonsten ist das ein großes, episches SF-Abenteuer – mit einem Finale, das man gerade bei Disney nie erwartet hätte. Denn das Ende ist mit seiner religiösen Himmel-Hölle-Metaphorik atemberaubend.
Rocketeer (1991)
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Comic von Dave Stevens, der ein Abenteuer ganz im Stil der Heldengeschichten der 1930er Jahre erzählt. Der Film steht dem in nichts nach und erinnert an die große Zeit der Abenteuerfilme jener Zeit. Protagonist ist Cliff Secord. Er ist Pilot und erhält durch Zufall ein Jetpack, zu dem sein Kumpel ihm einen passenden Helm schmiedet. So kann er sich als Rocketeer in die Lüfte erheben. Doch ausländische Spione sind hinter ihm her, die diese Technik für ihr Land wollen.
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Obschon die Geschichte des Films eine gänzlich andere als die des Comics ist, vermittelt er das gleiche Gefühl und die gleiche Stimmung, die Dave Stevens Comic so außergewöhnlich gemacht hat. Der Film ist pures Abenteuer, das nicht nur das Herz eines Kindes höherschlagen lässt, sondern mit einer Unschuld daherkommt, die dem Kino der 1930er Jahre inne war. Rocketeer lässt ein goldenes Zeitalter wiederauferstehen, und das mit großartiger Musik, toller Optik, perfekten Schauspielern und dem Gefühl des ganz großen Abenteuers.
Wem das alles noch nicht reicht: Zu den Disney+-Highlights gehören auch noch Sieg der Sternenkinder, Flucht zum Hexenberg, Zotti das Urviech, König Artus und der Astronaut und der originale Muppets-Kinofilm.

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