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Disney+: Die Simpsons endlich im richtigen Format

Disney hat einen lästigen Fehler im Katalog von Disney+ behoben – viele andere bleiben.
/ Ingo Pakalski
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Disney hat die Fehler bei den Simpsons korrigiert - andere Fehler bestehen weiter. (Bild: Alberto E. Rodriguez/Getty Images)
Disney hat die Fehler bei den Simpsons korrigiert - andere Fehler bestehen weiter. Bild: Alberto E. Rodriguez/Getty Images

Über ein halbes Jahr hat sich Disney Zeit damit gelassen, alle Folgen der Fernsehserie Die Simpsons auf Disney+ im korrekten Seitenverhältnis anzubieten. Angekündigt wurde es für den 28. Mai 2020, aber erst in den Abendstunden des Tages wurde die Änderung bei Disney+ umgesetzt(öffnet im neuen Fenster) . Weitere Fehler bei den Simpsons sind aber noch da und andere Serien und Filme sind immer noch im falschen Format zu sehen.

Seit den Abendstunden des 28. Mai 2020 stehen die ersten 19 Staffeln und ein Teil der 20. Staffel wahlweise im 4:3- oder im 16:9-Format zur Verfügung. Disney hatte bisher nicht bekannt gegeben, ob beide Varianten angeboten werden. Im Details-Bereich der Serie gibt es in der aktuellen Version der App von Disney+ und auf der Disney+-Webseite einen neuen Schalter mit der Bezeichnung Überarbeitetes Seitenverhältnis. Ist dieser deaktiviert, werden alle alten Folgen im 4:3-Format gezeigt, ansonsten im veränderten 16:9-Format. Bei uns wurde die Serie standardmäßig im 16:9-Format angezeigt, wir mussten also selbst aktiv werden, um das korrekte Seitenverhältnis zu erhalten. Alle neueren Staffeln haben das 16:9-Format, in dem sie auch aufgenommen wurden.

Schon kurz nach dem Start des Streamingabos im November 2019 war aufgefallen, dass ein Großteil der Simpsons-Serie im falschen Seitenverhältnis gezeigt wurde: Disney+ hatte die ursprünglich im 4:3-Format im Fernsehen gezeigten Staffeln überarbeitet und an sein 16:9-Format angepasst.

Fehler bei der Zählung der Simpsons-Episoden

Dafür wurde in das Bild hineingezoomt. Durch solche Maßnahmen werden Bildinformationen abgeschnitten und der gesamte Seheindruck verändert sich. Zudem kann es vorkommen, dass Gags nicht mehr erkennbar sind. Anfang April versprach das Hollywoodstudio , das Format bis Ende Mai zu korrigieren.

Nach der Korrektur des Seitenverhältnisses bleibt ein Fehler bei der Episodenzählung im deutschen Angebot von Disney+ bestehen: Die Staffel 21 reicht bis Folge 24 statt 23, weil die Episoden nicht korrekt durchnummeriert sind. Nach der zehnten Episode folgt nicht die elfte, sondern die zwölfte.

Zudem stören sich einige Simpsons-Fans daran, dass die Folge Die Geburtstagsüberraschung (Stark Raving Dad) fehlt, in der Michael Jackson auftritt. Sie rufen Disney+ auf, diese erste Folge der dritten Staffel nachzuliefern. Sie wurde im Frühjahr 2019 aus allen digitalen Distributionskanälen der Simpsons entfernt, nachdem in dem Dokumentarfilm Leaving Neverland neue Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson erhoben worden waren.

Fans haben Disney zudem aufgefordert, auch die im Prinzip verfügbaren Kommentarspuren zu der Serie auf Disney+ zu veröffentlichen. Das Hollywoodstudio kam dem Wunsch bisher nicht nach.

Weitere TV-Serien bei Disney+ im falschen Seitenverhältnis

Auch bei anderen Serien und Inhalten gibt es Probleme. Die Simpsons sind nicht die einzige TV-Serie, bei der Disney das Seitenverhältnis vom 4:3-Format auf das 16:9-Format gebracht hat. Unter anderem sind auch die Fernsehserien Chip und Chap, Goofy und Max sowie Arielle, die Meerjungfrau betroffen. Auch die beiden Aladdin-Fortsetzungen Dschafars Rückkehr sowie Aladdin und der König der Diebe gibt es im 16:9- statt im ursprünglichen 4:3-Format. Disney äußert sich bisher nicht dazu, ob auch bei diesen Inhalten das falsche Seitenverhältnis korrigiert wird. Immer wieder tauchen solche Forderungen auf den Disney+-Kanälen der sozialen Medien auf, ohne dass sie bisher beantwortet worden sind.

Außerdem sind bei mehreren Disney-Serien die Episoden durcheinandergewürfelt, etwa bei Chip und Chap, Darkwing Duck sowie Ducktales. Wer diese Serien in der richtigen Abfolge sehen möchte, muss sich immer erst anderweitig erkundigen, in welche Reihenfolge die Episoden gehören.

Merkwürdige Lücken im Katalog von Disney+ und andere Fehler

Außerdem gibt es rätselhafte Lücken im Katalog: Von der Marvel-Serie Agents of S.H.I.E.L.D. gibt es bei Disney+ in Deutschland nur die ersten drei Staffeln, während in Großbritannien alle Folgen zu sehen sind. Unvollständig ist auch die Disney-Serie Ducktales. Es gibt nur die erste Staffel, aber immerhin steht diese nun vollständig zur Verfügung. Anfangs waren nur 15 der 25 Episoden vorhanden. Bei der Serie Bizaardvark bietet Disney+ den Zugriff auf die erste und die dritte Staffel, aber die zweite Staffel fehlt.

Bei der Disney-Serie Story of Andi fehlt fast die komplette erste Staffel, aber auch viele Episoden der zweiten Staffel fehlen, ebenso die gesamte dritte Staffel. Einigen der paar verfügbaren Episoden fehlt die deutsche Tonspur. Das gleiche Problem mit einer fehlenden deutschen Tonspur existiert auch bei anderen Inhalten. Nach Angaben des Fanblogs What's On Disney Plus(öffnet im neuen Fenster) wurden die Folgen aus dem Abo von Disney+ entfernt, weil der Schauspieler Stoney Westmoreland bei sexuellem Missbrauch eines Jungen erwischt und verhaftet wurde.

Dazu gehören die Filme Die Katze aus dem Weltraum, Die Nacht der Abenteuer, Emil und die Detektive von 1964, Herbie dreht durch, Die Zauberer vom Waverly Place – Der Film, Motocross, Robin Hood und seine tollkühnen Gesellen aus dem Jahr 1952 sowie der Kurzfilm Der Honigdieb. Auch bei der Marvel-Serie X-Men aus dem Jahr 1992 sowie der Serie Lizzie McGuire fehlen eine deutsche Tonspur. Ob diese Fehler jemals behoben werden, ist nicht bekannt.

Arielle nur mit neuer Synchronisation

Für viel Ärger bei den Fans sorgt Disney auch mit Arielle, die Meerjungfrau(öffnet im neuen Fenster) . Bei Disney+ gibt es Arielle nur mit der deutschen Neusynchronfassung von 1998 , bei der im Grunde alles am Film geändert wurde – selbst die zum Teil beliebten Lieder haben einen neuen Text erhalten. Viele Fans des Films mögen die Neusynchronisation daher nicht. Auf Disc bietet Disney den Film auch mit der Originalsynchronisation von 1990 an. Abonnenten von Disney+ sollen die Original-Synchronisation des Films später ebenfalls erhalten, ein Termin dafür steht aber noch nicht fest.

Ältere Filme wie Splash – Eine Jungfrau am Haken(öffnet im neuen Fenster) werden auch schon einmal von Disney nachträglich bearbeitet. Der Film mit einer FSK-6-Einstufung zeigt in einer Szene das entblößte Gesäß von Daryl Hannah. Das hat Disney nicht gepasst und es digital verhüllt, damit der Po nicht mehr sichtbar ist.

Disney Plus – Test
Disney Plus – Test (02:04)

Einschränkungen gibt es bei der Merkliste von Disney+ : Diese zeigt immer nur die letzten 50 Einträge an. Die Merklisten-Markierung bleibt zwar für alle Filme und Serien bestehen, aber es ist unpraktisch, dass nicht alle Einträge der Merkliste an einer Stelle angezeigt werden. Zudem liefert Disney+ Surround-Ton nur auf drei Fire-TV-Modellen . Bisher wurden diese Unzulänglichkeiten nicht korrigiert.

Kinderprofil bei Disney+ mit Fehlern

Das Kinderprofil bei Disney+ weist ebenfalls noch Fehler auf. So werden Inhalte ohne Altersbeschränkung ausgeblendet. Titel wie Vaiana, Alles steht Kopf oder Findet Dorie fehlen, während Findet Nemo mit aktiviertem Kinderprofil geschaut werden kann. Der Grund: Disney zieht auch zwei Monate nach dem Start in Deutschland die US-Einstufung heran und nicht die FSK-Bewertung. Eigentlich sollen alle Inhalte bis FSK 6 im Kinderprofil enthalten sein. Dieser Fehler soll korrigiert werden, wann ist allerdings nicht bekannt.

Abgesehen von der FSK-Bewertung berücksichtigt Disney keine anderen Parameter. So gibt es bei aktiviertem Kinderprofil weiterhin Titel wie Dumbo oder Bambi(öffnet im neuen Fenster) , obwohl beide Filme auf kleine Kinder verstörend wirken können, weil sie die Erfahrungen in den Filmen nur schwer verarbeiten können. Eltern können einzelne Titel nicht händisch aus dem für ihre Kinder zugänglichen Angebot entfernen.


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