Diskussionen am Arbeitsplatz: Basecamp-Chefs entschuldigen sich

Die Chefs von Basecamp zeigen sich überrascht über die Reaktion auf die neuen Regeln. Diskussionen über politische Vorgänge bleiben aber verboten.

Artikel veröffentlicht am ,
Die unternehmensweite Diskussion sorgte bei vielen Basecamp-Angestellten wohl für den Entschluss zur Kündigung.
Die unternehmensweite Diskussion sorgte bei vielen Basecamp-Angestellten wohl für den Entschluss zur Kündigung. (Bild: Pixabay)

Nach den kontroversen Diskussionen über neue interne Unternehmensrichtlinien und die zahlreichen in Aussicht gestellten Kündigungen bei Basecamp zeigen sich Chefs des Unternehmens in einer Stellungnahme überrascht und bitten um Entschuldigung. Den neuen Unternehmensrichtlinien zufolge sollen "gesellschaftliche und politische Diskussionen" am Arbeitsplatz künftig nicht mehr erlaubt sein.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (gn)
    ESG InterOp Solutions GmbH, Wilhelmshaven
  2. Web-Entwicklerin/Web-Entwick- ler (m/w/d)
    Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Köln
Detailsuche

Basecamp-Chef Jason Fried schreibt dazu: "Wir begannen mit Richtlinienänderungen, die sich einfach, vernünftig und prinzipientreu anfühlten, und dann sind uns die Dinge intern auf eine Weise um die Ohren geflogen, die wir nie erwartet hätten. David [Heinemeier Hansson] und ich übernehmen dafür die Verantwortung und es tut uns leid."

Nach der Information über die neuen Richtlinien haben ungefähr ein Drittel der Angestellten und ein Teil der bisherigen Führungsriege des Unternehmens angekündigt, dass sie die Firma verlassen wollen. Begründet wurde dies meist direkt oder indirekt mit Bezug auf die Änderungen der Richtlinien.

Basecamp erstellt die gleichnamige Projekt-Management-Software und betreibt den alternativen E-Mail-Dienst Hey. Der Technikchef Hansson ist als Ruby-on-Rails-Gründer sehr bekannt und hat mehr als 400.000 Follower auf Twitter. Auslöser für die neuen Regeln sowie auch die Kündigungen waren Medienberichten zufolge einige interne Diskussionen, die Fried und Hansson nun wohl versuchen wollen zu unterbinden.

Unternehmensversammlung treibt Unternehmen auseinander

Golem Karrierewelt
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    30.05.-03.06.2022, Virtuell
  2. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ausschlaggebend dafür, dass letztlich so viele Angestellte das Unternehmen verlassen wollen und ein dafür aufgesetztes Abfindungsprogramm akzeptieren, waren laut einem Bericht des Magazins The Verge Vorgänge während eines sogenannten All-Hands-Meetings. Demnach bezweifelte der Strategiechef Ryan Singer die Existenz von White Supremacy, also weißer Vorherrschaft. Singer ist seit 18 Jahren in dem Unternehmen und gehört zu einem der ersten Angestellten.

Daraus entspann sich dem Bericht zufolge eine Diskussion, die Fried zunächst unterbinden wollte. Auch auf das Drängen einiger Angestellter, direkt zu den Äußerungen Singers Stellung zu beziehen, reagierten Fried und Hansson wohl nicht oder nicht ausreichend. Erst nach dem Treffen sei Singer zunächst suspendiert worden. Daraufhin habe dann auch Singer selbst gekündigt.

Trotz der inzwischen sehr großen öffentlichen Aufmerksamkeit und der zahlreichen Kündigungen halten Fried und Hansson wohl weiter an den neuen Regeln fest. In dem Blogpost folgt unmittelbar auf die Entschuldigung: "Wir haben viel zu lernen und zu reflektieren, und das werden wir auch tun. Die neuen Richtlinien haben Bestand, aber wir müssen noch einige Verfeinerungen und Klarstellungen vornehmen".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


berritorre 07. Mai 2021

So sehe ich das aus. Entweder sie wollen sich entschuldigen, weil sie zur Einsicht...

berritorre 07. Mai 2021

Sie lenken aber doch nicht ein. Sie sagen "Tut uns leid", bleiben aber dabei. Das ist...

berritorre 07. Mai 2021

Dann tut es ihnen ja nicht wirklich leid. Was ihnen leid tut, ist dass das Ding so in die...

OMGle 07. Mai 2021

Es gab eine heiße aber nicht arbeitsrelevante Diskussion, einer der ältesten Angestellten...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Alterskontrolle und Netzsperren
Es geht um viel mehr als nur die Chatkontrolle

Neben der umstrittenen Chatkontrolle enthält der Gesetzentwurf der EU-Kommission auch Vorgaben zur Altersverifkation, Netzsperren und Appstores.
Eine Analyse von Moritz Tremmel und Friedhelm Greis

Alterskontrolle und Netzsperren: Es geht um viel mehr als nur die Chatkontrolle
Artikel
  1. Liberty Lifter: US-Militär lässt ein eigenes Ekranoplan entwickeln
    Liberty Lifter
    US-Militär lässt ein eigenes Ekranoplan entwickeln

    In den 1960er Jahren schockten die Sowjets den Westen mit dem Kaspischen Seemonster. Die Darpa will ein eigenes, besseres Bodeneffektfahrzeug bauen.

  2. Amazons E-Book-Reader: Alte Kindle-Modelle verlieren Buchkauf und -ausleihe
    Amazons E-Book-Reader
    Alte Kindle-Modelle verlieren Buchkauf und -ausleihe

    Amazon streicht in Kürze auf fünf älteren Kindle-Modellen alle Funktionen, die mit Amazons E-Book-Store zusammenhängen.

  3. Pokémon Go: Niantic entwickelt eigenes soziales Netzwerk
    Pokémon Go
    Niantic entwickelt eigenes soziales Netzwerk

    Unter dem Namen Campfire arbeitet Niantic an einem sozialen Netzwerk, in dem sich die Spieler von Pokémon Go treffen können.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Days of Play: (u. a. PS5-Controller (alle Farben) günstig wie nie: 49,99€, PS5-Headset Sony Pulse 3D günstig wie nie: 79,99€) • Viewsonic Gaming-Monitore günstiger • Mindstar (u. a. MSI RTX 3090 24GB 1.599€) • Xbox Series X bestellbar • Samsung SSD 1TB 79€ [Werbung]
    •  /