Diskriminierung: Ethikrat fordert Begrenzungen für KI-Einsatz

KI-Anwendungen in der Öffentlichkeit dürften menschliche Entfaltung und Entscheidungen nicht einschränken, fordert der Ethikrat.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Julian Nida-Ruemelin, Judith Simon und Alena Buyx (von links) bei der Vorstellung der Stellungnahme des Ethikrats.
Julian Nida-Ruemelin, Judith Simon und Alena Buyx (von links) bei der Vorstellung der Stellungnahme des Ethikrats. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)

Der Deutsche Ethikrat hat sich für strikte Begrenzungen bei der Verwendung von künstlicher Intelligenz (KI) ausgesprochen. "Der Einsatz von KI muss menschliche Entfaltung erweitern und darf sie nicht vermindern", sagte Alena Buyx, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, am Montag in Berlin zur Vorstellung der Stellungnahme Mensch und Maschine - Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz. "KI darf den Menschen nicht ersetzen", betonte sie.

Der Deutsche Ethikrat ist ein unabhängiges Gremium in Deutschland, das sich mit ethischen Fragen und Herausforderungen im Bereich der Naturwissenschaften, Medizin und Gesundheitsversorgung beschäftigt. Die 26 Mitglieder werden von der Präsidentin des Deutschen Bundestages ernannt. Der Bundestag oder die Bundesregierung können den Ethikrat beauftragen, zu bestimmten Themen zu beraten.

Für den Medizinbereich führt der Ethikrat auch Gründe auf, warum ein KI-Einsatz sinnvoll sein könne: So könnten mithilfe von KI Versorgungsengpässe aufgrund von Personalmangel gelindert und präzisere Diagnosen erstellt werden. Bei der Entwicklung und Nutzung von KI-Produkten müsse allerdings ein ärztlicher Kompetenzverlust vermieden werden. Die Privatsphäre von Patientinnen und Patienten müsse mit intensiver Datennutzung in der medizinischen Forschung in Einklang gebracht werden.

Für den KI-Einsatz der öffentlichen Verwaltung müssten die Bürgerinnen und Bürger vor Diskriminierung geschützt werden. Maschinellen Empfehlungen dürfe man nicht blind folgen. Weiterhin müssten Einzelfallbetrachtungen sowie die Einsichts- und Einspruchsrechte von Betroffenen gewährleistet werden. "KI-Anwendungen können menschliche Intelligenz, Verantwortung und Bewertung nicht ersetzen", sagte Julian Nida-Rümelin, der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates.

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User_x 22. Mär 2023

Wenn die KI überall die Produktion, Verwaltung und Vermarktung übernimmt, wird es viele...

Fotobar 21. Mär 2023

Wenn eine Maschine so wie die ganze Menschheit arbeiten würde, dann hätten wir diese...

spyro2000 21. Mär 2023

Vielen lieben Dank, lieber Ethikrat. Was wären wir nur ohne euch. (augenroll)

User_x 20. Mär 2023

Das Wesen "Mensch" lässt sich nicht mal von anderen Menschen lenken. Warum sollte es den...



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