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Diskriminierung am Arbeitsplatz: Sexismusvorwurf gegen Microsoft-Management

Ein neuer Bericht wirft CEO Satya Nadella vor, nicht ausreichend gegen Fehlverhalten in seinem Unternehmen vorzugehen.
/ Daniel Ziegener
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Hololens-Chef Alex Kipman soll bei einer Demo "VR-Pornos" gezeigt haben. (Bild: Microsoft)
Hololens-Chef Alex Kipman soll bei einer Demo "VR-Pornos" gezeigt haben. Bild: Microsoft

Unter Bezug auf Interviews mit Dutzenden aktiver und ehemaliger Beschäftigter von Microsoft berichtet das Magazin Insider(öffnet im neuen Fenster) von geduldetem Fehlverhalten und Sexismus im Unternehmen. Das reiche von Beschimpfungen bis hin zu sexueller Belästigung. CEO Satya Nadella wird Untätigkeit vorgeworfen.

Unangemessenes Verhalten komme auch von leitenden Angestellten, so Insider. Der Artikel beschreibt einen Vorfall, bei dem der Leiter von Microsoft Mixed-Reality-Abteilung, Alex Kipman, in einem Raum mit anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern "VR-Pornos" angeschaut habe, in dem "mehrere junge Frauen in knapper Kleidung" eine "offenkundig sexualisierte Kissenschlacht" führen.

Die Bilder vom Headset seien dabei auf einen Monitor im Raum gespiegelt worden. Ein genaues Datum für den Vorfall wird nicht genannt, er habe aber "einige Jahre" nach Amtsantritt von CEO Satya Nadella stattgefunden.

Es habe Dutzende Beschwerden gegen Kipman gegeben. Microsoft sagte Insider, es seien keine Beschwerden gegen Kipman bekannt. "Jede gemeldete Beschwerde, die wir erhalten, wird untersucht, und für jede Beschwerde, die sich als begründet herausstellt, werden klare Maßnahmen ergriffen" , sagte ein Unternehmenssprecher dem Magazin. "Diese Disziplinarmaßnahmen können von der Kündigung über die Degradierung, den Verlust des Gehalts oder der Prämie bis hin zu einem offiziellen Verweis, einer obligatorischen Schulung, einem Coaching oder einer Kombination aus mehreren dieser Maßnahmen reichen."

Activision-Einkauf vergrößert das Problem

Abseits der konkreten Vorwürfe gegen Kipman ist das Thema für Microsoft kein neues. Im Dezember 2021 stimmte mit fast 78 Prozent(öffnet im neuen Fenster) eine deutliche Mehrheit der Anleger dafür, einen Bericht über die Wirksamkeit der Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu erstellen. In dem Antrag(öffnet im neuen Fenster) eines Investors heißt es, die Anleger seien "besorgt über aktuelle und frühere Vorwürfe sexueller Belästigung bei Microsoft" und man befürchte wirtschaftlichen Schaden durch eine unterlassene Aufklärung.

Ist die anstehenden Übernahme des Spieleentwicklers und -publishers Activision Blizzard abgeschlossen, wird sich Microsoft mit weiteren Vorwürfen über eine diskriminierende Unternehmenskultur auseinandersetzen müssen. Für den Publisher hatten die Vorwürfe bereits konkrete Folgen. Im September 2021 zahlte Activision Blizzard im Rahmen eines Rechtsstreits einen Millionenbetrag .

Einem früheren Bericht des Magazins Venturebeat zufolge brach Microsoft seine Geschäftsbeziehungen mit dem österreichischen Ori-Entwickler Moon Studios ab , als man von dessen toxischer Arbeitskultur erfuhr. Auch Xbox-Chef Phil Spencer forderte zuletzt strengere Maßnahmen gegen Mobbing und Sexismus in Onlinespielen.


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