Disk Detective: Die Nasa lässt nach Planetennachwuchs suchen

Disk Detective ist das neue Crowdsourcing-Projekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Internetnutzer sollen die Daten von Weltraumteleskopen nach jungen Exoplaneten durchsuchen. Diese wollen die Wissenschaftler dann erneut durchs Teleskop betrachten.

Artikel veröffentlicht am ,
Staubscheibe Herbig-Haro 30 (Bild aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble): besseres Verständnis, wie Planeten wachsen und sich entwickeln
Staubscheibe Herbig-Haro 30 (Bild aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble): besseres Verständnis, wie Planeten wachsen und sich entwickeln (Bild: NASA/Hubble/STScI)

Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) beteiligt Internetnutzer an der Suche nach Nachwuchsplaneten: Sie sollen auf der Crowdsourcing-Website Disk Detective helfen, die Daten des Weltraumteleskops Wise auszuwerten.

Stellenmarkt
  1. Informatiker (m/w/d)
    Technische Hochschule Ingolstadt, Ingolstadt
  2. IT-Spezialist (w/m/d) mit Schwerpunkt Dienstplanung
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg-Eppendorf
Detailsuche

Wise - eine Abkürzung für Wide-field Infrared Survey Explorer - ist ein Infrarotweltraumteleskop, das von Anfang 2010 bis Anfang 2011 unter anderen nach jungen Sternen und Staubscheiben Ausschau gehalten hat. Im September 2013 wurde es wieder aktiviert und sucht seither den Himmel nach Asteroiden ab.

Unbekannte Planetenentwicklung

Die Staubscheiben sind es, nach denen die Scheibendetektive suchen sollen. Sie sind nämlich die Kinderstube von Exoplaneten. "Planeten bilden sich und wachsen in Scheiben aus Gas, Staub und Eiskörnern, die junge Sterne umgeben. Viele Details dieses Prozesses sind uns aber noch unbekannt", erklärt Nasa-Astrophysiker Marc Kuchner. "Wir brauchen mehr Beispiele von planetenbildenden Standorten, um besser verstehen zu können, wie Planeten wachsen und sich entwickeln."

Diese zu finden - dabei soll die Netzgemeinde mithelfen: Zwischen 2010 und 2011 hat Wise den Himmel zweimal vermessen und dabei Daten über 745 Millionen Objekte gesammelt. Das war nach Angaben der Nasa die umfassendste Vermessung des Himmels im mittleren Infrarot-Bereich. In einer ersten Auswertung haben die Forscher etwa 500.000 Objekte identifiziert, die im Infrarot-Spektrum besonders hell scheinen. Es sind mutmaßlich staubreiche Scheiben, die das Licht ihres Sterns absorbieren und als Hitze wieder abstrahlen.

Ziele für Weltraumteleskope

Golem Karrierewelt
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Auf der Website finden die Nutzer Galerien mit Bildern, die Wise und andere Teleskope aufgenommen haben. Die Nutzer sollen diese durchblättern und klassifizieren, somit etwa dokumentieren, ob mehrere Objekte darauf abgebildet sind. Auf diese Weise sollen die Bürgerwissenschaftler, die sogenannten Citizen Scientists, den Nasa-Forschern Hinweise darauf geben, welche Objekte sie sich genauer anschauen sollen. Konkret bedeutet das, sie werden diese anschließend mit dem Weltraumteleskop Hubble oder dessen Nachfolger, dem James Webb Weltraumteleskop, näher betrachten.

Die Suche nach den Staubscheiben sei ein gutes Crowdsourcing-Projekt, befand Kuchner. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Zooniverse, einem Portal für Bürgerwissenschaftsprojekte.

Disk Detective ist nicht das erste Citizen-Science-Projekt der Nasa. Seit einigen Jahren etwa werten die Planet Hunters die Daten des Weltraumteleskops Kepler aus - und sind dabei durchaus erfolgreich: 2012 etwas entdeckten zwei Hobbyastronomen ein System mit zwei Doppelsternen und einem Planeten. Von dem neuen Crowdsourcing-Projekt - ihrem bisher größten - erhofft sich die Nasa ähnlich spektakuläre Ergebnisse.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krypto-Gaming
Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben

Die Gamesbranche wehrt sich bislang vehement gegen jedes neue Blockchain-Projekt. Manager und Entwickler erklären warum.
Von Daniel Ziegener

Krypto-Gaming: Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben
Artikel
  1. Ouca Bikes: E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder
    Ouca Bikes
    E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder

    Ouca Bikes hat ein elektrisches Lastenrad vorgestellt, das eine Zuladung von rund 250 kg transportieren kann. Das E-Bike fährt auf drei Rädern.

  2. Mojo Lens: Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse
    Mojo Lens
    Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse

    Ein winziges Micro-LED-Display, ein Funkmodem, ein Akku - und kein Kabel: Der Chef von Mojo Lens hat seine AR-Kontaktlinse im Auge getragen.

  3. Bill Nelson: Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm
    Bill Nelson
    Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm

    Gibt es Streit um den Mond? Nasa-Chef Bill Nelson fürchtet, dass China den Trabanten als militärischen Außenposten für sich haben möchte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€) • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Alternate (Acer Nitro QHD/165 Hz 246,89€, Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /