Disk Detective: Die Nasa lässt nach Planetennachwuchs suchen
Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) beteiligt Internetnutzer an der Suche nach Nachwuchsplaneten: Sie sollen auf der Crowdsourcing-Website Disk Detective(öffnet im neuen Fenster) helfen, die Daten des Weltraumteleskops Wise auszuwerten.
Wise – eine Abkürzung für Wide-field Infrared Survey Explorer(öffnet im neuen Fenster) – ist ein Infrarotweltraumteleskop, das von Anfang 2010 bis Anfang 2011 unter anderen nach jungen Sternen und Staubscheiben Ausschau gehalten hat. Im September 2013 wurde es wieder aktiviert und sucht seither den Himmel nach Asteroiden ab.
Unbekannte Planetenentwicklung
Die Staubscheiben sind es, nach denen die Scheibendetektive suchen sollen. Sie sind nämlich die Kinderstube von Exoplaneten. "Planeten bilden sich und wachsen in Scheiben aus Gas, Staub und Eiskörnern, die junge Sterne umgeben. Viele Details dieses Prozesses sind uns aber noch unbekannt", erklärt Nasa-Astrophysiker Marc Kuchner(öffnet im neuen Fenster). "Wir brauchen mehr Beispiele von planetenbildenden Standorten, um besser verstehen zu können, wie Planeten wachsen und sich entwickeln."
Diese zu finden – dabei soll die Netzgemeinde mithelfen: Zwischen 2010 und 2011 hat Wise den Himmel zweimal vermessen und dabei Daten über 745 Millionen Objekte gesammelt. Das war nach Angaben der Nasa die umfassendste Vermessung des Himmels im mittleren Infrarot-Bereich. In einer ersten Auswertung haben die Forscher etwa 500.000 Objekte identifiziert, die im Infrarot-Spektrum besonders hell scheinen. Es sind mutmaßlich staubreiche Scheiben, die das Licht ihres Sterns absorbieren und als Hitze wieder abstrahlen.
Ziele für Weltraumteleskope
Auf der Website finden die Nutzer Galerien mit Bildern, die Wise und andere Teleskope aufgenommen haben. Die Nutzer sollen diese durchblättern und klassifizieren, somit etwa dokumentieren, ob mehrere Objekte darauf abgebildet sind. Auf diese Weise sollen die Bürgerwissenschaftler, die sogenannten Citizen Scientists, den Nasa-Forschern Hinweise darauf geben, welche Objekte sie sich genauer anschauen sollen. Konkret bedeutet das, sie werden diese anschließend mit dem Weltraumteleskop Hubble oder dessen Nachfolger, dem James Webb Weltraumteleskop, näher betrachten.
Die Suche nach den Staubscheiben sei ein gutes Crowdsourcing-Projekt, befand Kuchner. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Zooniverse, einem Portal für Bürgerwissenschaftsprojekte.
Disk Detective ist nicht das erste Citizen-Science-Projekt der Nasa. Seit einigen Jahren etwa werten die Planet Hunters(öffnet im neuen Fenster) die Daten des Weltraumteleskops Kepler aus – und sind dabei durchaus erfolgreich: 2012 etwas entdeckten zwei Hobbyastronomen ein System mit zwei Doppelsternen und einem Planeten. Von dem neuen Crowdsourcing-Projekt – ihrem bisher größten – erhofft sich die Nasa ähnlich spektakuläre Ergebnisse.
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