Verfügbarkeit und Fazit
Neben diesen tollen Umgebungen und zwischen den im Spielverlauf immer vielfältigeren Kämpfen gibt es aber auch lange Abschnitte, in denen Corvo oder Emily ihre Spezialkräfte aufbauen müssen. Das tun sie, in dem sie so gut wie jedes Haus, jede Wohnung und dort jeden Schreibtisch und Schrank nach Runen, Knochenartefakten oder schlicht nach Geld durchsuchen.
Nur so lassen sich die Zauberkräfte, aber auch die sonstigen aufrüstbaren Extras verbessern - es gibt keine Erfahrungspunkte etwa für getötete Feinde oder absolvierte Aufgaben. Das durchsuchen von Dutzenden von Zimmern, finsteren Ecken und teils Müllbergen kann manchmal ganz schön nerven, außerdem kostet es sehr viel Zeit.
Die Grafik von Dishonored 2 macht einen sehr durchwachsenen Eindruck. Auf der einen Seite gibt es die künstlerische Gestaltung der Umgebungen und der Figuren, die eine der schönsten Interpretationen von Steampunk überhaupt ist. Alles wirkt stimmig, es gibt viele originelle Details wie ein lichtdurchflutetes Treppenhaus im Sanatorium oder die schöne Kutsche, mit der wir auf Schienen durch Karnaca fahren.
Technisch macht das Spiel keinen so schönen Eindruck: Texturen wirken teils sehr matschig, sodass Details in dunklen Ecken kaum zu erkennen sind. Animationen wirken oft abgehackt, und viele Zwischensequenzen mit ihrer schlechten Kameraführung und -perspektive kaum noch zeitgemäß.
Das von Arkane Studios entwickelte Dishonored 2 ist für Windows-PC (50 Euro), Playstation 4 und Xbox One (60 Euro) erhältlich. Auf die technischen Probleme der PC-Version sind wir bereits in zwei Artikel eingegangen (Technik-Test und Update). Auch Konsolenspieler können selbst Spielstände anlegen, sogar eine - leider etwas umstände - Schnellspeicherfunktion ist vorhanden. Einen Multiplayermodus gibt es nicht.
Die deutsche Version macht einen guten Eindruck, insbesondere die Stimmen der Hauptfiguren gefallen uns sogar etwas besser als die vom US-Original, die bei allen Versionen per Menü ausgewählt werden kann. Hierzulande standen übrigens - parallel zu Papa Corvo und Kind Emily - tatsächlich Vater und Tochter im Synchronstudio, nämlich Manfred Lehmann (Bruce Willis) und seine Tochter Dascha. Die USK hat dem teils sehr blutrünstigen Spiel eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt.
Fazit
Dishonored 2 bietet einige spektakuläre Umgebungen, in denen Raum und Zeit zu weiten Teilen aufgehoben wirken. Allein für diese großen Levels lohnt es sich fast schon, sich mit Corvo oder Emily ins Abenteuer zu schleichen. Dazu kommen die anfangs noch sehr eingeschränkten, später wunderbar ineinandergreifenden Spezialfähigkeiten und Zauber, die viel Kreativität beim Bewältigen von Gegnermassen und sonstigen Herausforderungen erlauben.
Leider gibt es aber auch viele längere Abschnitte, in denen wir auf der Suche nach Credits oder Artefakten leerstehende Wohnung durchsuchen oder im Müll wühlen, und dabei die immer gleich agierenden Wachen ausschalten müssen. Auch die Handlung hat uns nach dem tollen Start nicht mehr so richtig gepackt. Die Sache mit dem Kronenmeuchler etwa wird sehr früh und schlecht aufgelöst.
Wer sich auf das Experimentieren mit den Superkräften der beiden Protagonisten freut, sollte Dishonored 2 eine Chance geben. Spieler, die einfach nur eine kurzweiligere Kampagne mit etwas höherem Tempo und einer gelungenen Handlung erwarten, sollten sich den Kauf gut überlegen und als Alternative vielleicht einen Blick auf Deus Ex: Mankind Divided werfen.
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| Dishonored 2 im Test: Kampftüftler mit Leerlauf |
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Wobei das auch nicht bei jedem ein Problem ist. Bei mir läuft das Game seit Tag 1 ohne...