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Es war einmal eine Prinzessin ohne Manieren

Klassische Märchenelemente werden eher parodiert, dabei beschränken sich Groening und seine Autoren jedoch nur auf die größten, schon häufig anderswo parodierten Klischees. Dass eine Prinzessin auch tough sein kann und ein Elf von der Dauerfröhlichkeit seiner immerzu singenden Verwandten genervt ist, ließ schon beim dritten Shrek- oder den Sieben-Zwerge-Filmen von Otto Waalkes mit Sicherheit keinen Märchen- oder Fantasy-Nerd mehr in schallendes Gelächter ausbrechen. Wenn eine schlanke Frau mit starrem Blick und osteuropäischem Akzent und ein rothaariger, aufbrausender König mit radikalen Ansichten auftreten, ist kaum zu übersehen, dass US-Präsident Donald Trump und seine Gattin Melania unfreiwillig Pate für die Eltern von Prinzessin Bean standen. Bei oberflächlichen Ähnlichkeiten hört es aber schon auf, satirische Kommentare mit Bezug zum realen Weltgeschehen á la South Park oder einigen der besseren Simpsons-Folgen bleiben in Disenchantment blass bis unsichtbar.

  • Das ungleiche Heldentrio von Disenchantment (Bild: Netflix)
  • Bean, Elfo und Luci auf der Flucht (Bild: Netflix)
  • Bedrohlicher Märchenwald (Bild: Netflix)
  • Matt Groenings Märchenfiguren trinken gerne mal einen über den Durst. (Bild: Netflix)
  • Das offizielle Poster zur Serie (Bild: Netflix)
Bean, Elfo und Luci auf der Flucht (Bild: Netflix)
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Im Vergleich zu Groenings bisherigen Serien machen wir etwas Farblosigkeit in Teilen auch beim Zeichenstil aus. Die Farbpalette im Kingdom of Dreamland ist weniger knallig und mehr an natürliche Erd- und Wiesentöne angelegt, was an klassische Bebilderung europäischer Märchengeschichten erinnert. Dass die Bewohner des Königreichs nichtsdestotrotz entfernte Verwandte der Simpsons- und Futurama-Charaktere sind, ist an ihren Glubschaugen und dem typischen Überbiss erkennbar.

Sympathisch naiv, doch die Konkurrenz ist enteilt

In wenigen Momenten nutzt Disenchantment den aus Futurama bekannten CGI-Cartoon-Look mit zusätzlicher räumlicher Tiefe, etwa bei kurzen Kamerafahrten zum Schloss von König Zøg. Im Vergleich zu seinen Serienvorgängern nahmen Detailverliebtheit und Abwechslung der Kulissen allerdings merklich ab, und es gibt um die Helden herum kaum noch Anspielungen oder charmante Kleinigkeiten zu entdecken. Etwas zugenommen hat dagegen der drastische, wenn auch cartoonhaft verniedlichte Gewaltgrad - hier erkennen wir vielleicht doch den Einfluss von HBOs Game-of-Thrones-Adaption. Nur, dass dabei zum Beispiel niedliche Klabauter und riesige Oger ein blutiges Gemetzel aufgrund ihres Größenunterschieds absurd komisch aussehen lassen.

Fünf Jahre haben Fans nach dem Serienaus für Futurama auf eine neue Schöpfung Groenings gewartet - und dürften jetzt ein wenig, wenn auch nicht komplett enttäuscht sein. Ganz begeistert hat uns die Zeichentrickshow in den fünf vorab gesichteten Folgen zwar nicht, trotzdem finden wir, dass die bereits verkündete Fortsetzung für Netflix Sinn ergibt. Knapp halbstündige Episoden sind ideal für zwischendurch, und obwohl ihr Humor bei weitem nicht an die Simpsons oder Futurama herankommt, sind Bean, Elfo und Luci mit ihrer sympathisch-naiven Art kurzweilige Unterhaltung. Wem das nicht genügt, der ist bei der weit enteilten Konkurrenz von Rick & Morty und South Park nach wie vor besser aufgehoben und bekommt bei den Simpsons Ende des Jahres auch schon wieder Nachschub.

Disenchantment erscheint am 17. August 2018 im Streamingangebot von Netflix.

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 Disenchantment angeschaut: Fantasy-Kurzweil vom Simpsons-Schöpfer
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Dampfplauderer 22. Aug 2018

Ich fand eher das die Filme gezeigt haben das Futurama in diesem Format nicht...

LH 22. Aug 2018

Natürlich, aber eben dies war der Grund, warum man Animation und Hintergrund gut trennen...

MickeyKay 09. Aug 2018

ist auch nicht "Anfang der 90er"... Die liefen schon viel früher auf Premiere. Habs...

SanderK 07. Aug 2018

Bin immer noch nicht Grün mit der neuen Synchronstimme von Homer :(


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