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Discovery und Lux: AMD und HPE bauen zwei neue Supercomputer für US-Regierung

Das Oak Ridge National Laboratory bekommt gleich zwei neue Supercomputer mit Epycs und Instinct GPUs. Einer davon wird ungewöhnlich finanziert.
/ Johannes Hiltscher
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So etwa soll Discovery 2028 aussehen - Das Oak Ridge National Laboratory hat von Discovery schon einmal ein Bild gerendert. (Bild: Oak Ridge National Laboratory)
So etwa soll Discovery 2028 aussehen - Das Oak Ridge National Laboratory hat von Discovery schon einmal ein Bild gerendert. Bild: Oak Ridge National Laboratory

Dem aktuellen Government Shutdown in den USA zum Trotz hat das US-Energieministerium (Department of Energy, DoE) den Bau von zwei neuen Supercomputern angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Beide bekommt das Oak Ridge National Laboratory (ORNL). Die Ankündigung ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Zuerst einmal sollen beide geplanten Computer, Lux und Discovery, komplett mit AMD-Hardware bestückt sein. In der Vergangenheit hatte das DoE oft versucht, möglichst alle großen US-Unternehmen zum Zuge kommen zu lassen. Diesmal haben Intel und Nvidia das Nachsehen.

Die nächste Besonderheit ist, dass Lux, der Anfang 2026 gebaut werden soll, von privatwirtschaftlichen Partnern mitfinanziert werden soll. Die sollen im Gegenzug im Rahmen der Public-private Partnership Rechenzeit auf dem Computer erhalten. Diese Kooperation soll eine besonders schnelle Inbetriebnahme ermöglichen, was auch der Vergleich zum rein von der US-Regierung finanzierten Discovery zeigt: Der soll als offizieller Nachfolger von Frontier , aktuell der leistungsfähigste Computer des ORNL, 2028 in Betrieb gehen(öffnet im neuen Fenster) .

Den Bau übernimmt, wie bei allen aktuellen Supercomputern der US-Nationallaboratorien, erneut HPE. Lux wird auf Basis von HPEs Plattform Proliant Compute XD685 entstehen, Discovery auf dem bereits angekündigten System GX5000(öffnet im neuen Fenster) . Der soll um ein Viertel schmalere Racks nutzen, von denen jedes eine Leistungsaufnahme von 400 kW erlaubt. Lux soll zudem Oracles Cloud-Infrastruktur nutzen.

Alles mit KI

Während Lux auf aktuelle Instinct-MI355X-GPUs(öffnet im neuen Fenster) , Epyc 9005 und Pensando-DPUs (Data Processing Units) setzt, bekommt Discovery die jeweiligen Nachfolger: Zen6-Epycs alias Venice und Instinct MI430X. AMD gibt den Preis beider Systeme mit einer Milliarde US-Dollar an.

Allerdings ist unklar, wie groß Lux tatsächlich wird. Eine Einordnung im Vergleich zum ebenfalls mit AMD-Hardware bestückten Frontier mit Instinct MI250X und angepassten Zen3-Epycs fehlt.

Mit den beiden neu angekündigten Supercomputern verschiebt sich der Fokus noch weiter von klassischem Hochleistungsrechnen zu KI. Die soll deutlich geringere Rechenzeiten ermöglichen, während die Aufgaben dieselben bleiben: Neben Berechnungen nuklearer Zerfalls- und Spaltungsprozesse im Rahmen des Nuclear Stockpiling (g+) sind Anwendungen in der Forschung zu Stromnetzen, Kernfusion, Materialwissenschaften und Quantenphysik vorgesehen.

Frontier, der erste offizielle Exaflops-Computer, wird 2026 fünf Jahre alt und erreicht damit das Ende der üblichen Nutzungsdauer. Lux könnte damit eine Übergangslösung sein, bis Discovery in Betrieb geht. Die aktuell auf den Plätzen 1 und 3 der Top-500-Liste der leistungsfähigsten Supercomputer platzierten El Capitan und Aurora am Lawrence Livermore und Argonne National Laboratory wurden erst 2024 und 2023 fertiggestellt. Hier könnte 2026 zumindest ein Nachfolger angekündigt werden, bei dem dann auch Intel und Nvidia wieder Hardware liefern könnten.

Korrektur, 28. Oktober 2025, 17:25 Uhr:

Ursprünglich schrieben wir, Lux basiere auf HPEs Plattform Cray EX4000. Richtig ist, dass Proliant-Compute-XD685-Systeme genutzt werden. Wir haben dies korrigiert und bedanken uns für den Hinweis.


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