Discounter-App Lidl Plus: Lidl streicht Rabattsammler und startet Sammelpunkte
Lidl ändert zentrale Eigenschaften bei Lidl Plus (g+) und führt zum 1. Juni 2026 Sammelpunkte ein, die Kunden mit Einkäufen sammeln können. Mit den gesammelten Punkten sollen Kunden besser als bisher aus Prämien auswählen können. Im Zuge dessen werden bisherige digitale Rubellose eingestellt und auch der Rabattsammler soll dann abgeschafft werden.
Bisher erhielten Lidl-Kunden spezielle Coupons, wenn sie innerhalb eines Monats eine vorgegebene Summe beim Einkaufen erreichten. Diese Coupons wurden von Lidl ausgewählt und meist konnten Kunden aus drei Produkten wählen, die sie bei einem künftigen Kauf kostenlos erhielten.
Bei den neuen Sammelpunkten entspricht ein ausgegebener Euro einem Punkt, wobei jeder angefangene Euro aufgerundet und als voller Punkt gezählt wird. Wer also für 7,01 Euro einkauft, erhält acht Sammelpunkte. Pro Tag werden maximal fünf Einkäufe in einer Lidl-Filiale und im Onlineshop berücksichtigt. Mit den Sammelpunkten sollen Kunden aus über 200 verschiedenen Artikeln wählen können.
Sammelpunkte verfallen nach zwei Jahren
Lidl machte keine Angaben dazu, ob mit den Sammelpunkten künftig kostenlose Produkte angeboten werden oder ob es nur Preisnachlässe gibt. Das neue System bewirbt der Discounter mit einer längeren Laufzeit. So sind Sammelpunkte bis zu 24 Monate ab dem Kaufdatum gültig und können entsprechend lange gesammelt werden. Damit können Kunden auf Wunschprämien hin sammeln, heißt es. Der Rabattsammler galt immer nur für den laufenden Monat.
Zum Start der Aktion sollen alle Kunden 50 Sammelpunkte erhalten. Zudem soll es in der App immer wieder sogenannte Extrapunkte-Aktionen geben, um unabhängig vom Einkauf Punkte zu erhalten. Das neue Sammelpunktesystem berücksichtigt nicht nur Einkäufe in der Filiale, sondern auch Einkäufe im Lidl-Online-Shop.
Die bisherigen wöchentlich wechselnden Lidl-Plus-Coupons für alle Kunden sollen unverändert weiter angeboten werden, heißt es. Auch personalisierte Coupons soll es in der Lidl-Plus-App (g+) weiterhin geben.
Solchen Supermarkt-Apps ist gemein, dass die Unternehmen Kundendaten sammeln und im Gegenzug Preisnachlässe und Rabatte gewähren. Verbraucherschützer sehen diese Rabatte kritisch und gehen juristisch dagegen vor – bisher mit bescheidenem Erfolg. So sah ein Gericht kein diskriminierendes Verhalten darin, dass Personen ohne Smartphone von Rabatten im Geschäft ausgeschlossen werden.



