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Disco: Google präsentiert ungewöhnlichen KI-Browser mit Vibe-Coding

Googles Disco ist eine Mischung aus Browser , KI -Chatbot und Vibe-Coding – eine ungewöhnliche, aber interessante Kombination.
/ Tobias Költzsch
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Ein Gentab in Googles neuem KI-Browser Disco (Bild: Google)
Ein Gentab in Googles neuem KI-Browser Disco Bild: Google

Mit Disco hat Googles experimentelle Abteilung Labs einen neuen Browser vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) , der KI verwendet – aber auf eine neuartige Art und Weise. Im Zentrum von Disco(öffnet im neuen Fenster) , kurz für Discovery, stehen sogenannte Gentabs: Browser-Tabs, die Informationen zu interaktiven Web-Apps verarbeiten.

Dabei setzen die Macher von Disco auf Interaktionen zwischen dem Browser und den Nutzern, wie sie im Gespräch mit The Verge(öffnet im neuen Fenster) erklärten. Das Grundprinzip von Gentabs lautet: Nutzer suchen über eine KI-Anfrage nach Informationen, etwa für eine Reiseplanung oder um wissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen.

Disco präsentiert anschließend verschiedene Links – aber anders als ein klassischer Chatbot keinen ausführlichen Erklärtext. Stattdessen wird erwartet, dass Nutzer die Links anklicken. Diese werden in klassischen Tabs im Browser geöffnet. Nachfragen stellen ist möglich, woraufhin Disco weitere Links ausgibt.

Nutzer klicken auf Links, Disco erstellt eine Web-App

Anhand dieser Links kann der Browser einen sogenannten Gentab öffnen. Dieser fasst Informationen, die anhand des Surfverhaltens interessant erscheinen, in einer Art Web-App zusammen. In Videobeispielen ist das etwa ein interaktiver Reiseplaner, bei dem anhand der zuvor recherchierten Interessen Ziele ausgewählt und der Route hinzugefügt werden können.

Im Beispiel kann die Web-App auch durch weiteren Input erweitert werden – Disco aktualisiert den Gentab dann entsprechend. Im angesprochenen Beispiel werden dem Kalender Wetterinformationen hinzugefügt, so dass der Trip entsprechend auch nach dem Wetter geplant werden kann.

In einem weiteren Anwendungsfall wurde ein Gentab erzeugt, um einen wissenschaftlichen Zusammenhang zu verstehen. Es handelt sich also um eine Art Vibe-Coding, Nutzer müssen keine Programmierkenntnisse haben.

Disco ist aktuell erst einmal ein Experiment – ob der Browser tatsächlich erscheinen wird, ist noch unklar. Die Gentabs lassen sich offenbar nicht speichern oder teilen, was den Machern zufolge ein Wunsch der bisherigen Tester war. Momentan lässt sich Disco nur in den USA nutzen, wie aus dem Anmeldebogen für eine Warteliste hervorgeht.

Das meint der Autor

Disco ist ein interessantes Projekt, das – anders als die KI-Browser von Perplexity, Opera und OpenAI – darauf setzt, dass Nutzer Links mit Informationen tatsächlich öffnen. Ein agentischer Browser ist Disco zumindest bislang nicht, der Fokus liegt auf den durch Vibe-Coding erstellten Gentabs. Wie gut das Konzept ankommen wird, muss sich zeigen – interessant ist es allemal.


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