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Disclosure Day: Spielbergs neuer Alien-Film wirkt jetzt schon wie von gestern

Es hätte so schön werden können! Aber leider wirkt Steven Spielbergs neuer Ufo-Film wie etwas, das er sich vor Jahrzehnten ausgedacht und nie mehr angepasst hat.
/ Daniel Pook
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Filmposter von Disclosure Day (Bild: Universal Pictures)
Filmposter von Disclosure Day Bild: Universal Pictures
Inhalt
  1. Disclosure Day: Spielbergs neuer Alien-Film wirkt jetzt schon wie von gestern
  2. Früher hat Spielberg noch Maßstäbe gesetzt
  3. Klischeevolles Katz- und Maus-Spiel
  4. Modern und veraltet zugleich
  5. Die Wahrheitssuchenden als Helden

Spoiler-Hinweis: Was wir im Artikel über Disclosure Day preisgeben, zeichnet sich in Trailern und der Filmhandlung schon früh eindeutig ab.

Pentagon-Videos(öffnet im neuen Fenster) von nicht identifizierbaren Flugobjekten und US-Senatsanhörungen mit Whistleblowern, die von Alien-Körpern im Besitz der Regierung berichten, lassen viele Menschen daran glauben, dass echte Beweise für die Existenz außerirdischen Lebens sehr bald ans Licht der Öffentlichkeit gelangen werden.

Steven Spielberg verspricht mit seinem neuen Film Disclosure Day, uns diesen Moment der Enthüllung schon einmal im Kino vorwegzunehmen. Leider wirkt die Rückkehr des Regie-Altmeisters zur Alien-Thematik wie ein Relikt vergangener Zeit, erzählt in unserer Gegenwart. Und die Geschichte endet ausgerechnet dann, wenn sie eigentlich erst beginnt, interessant zu werden.

Disclosure Day (Filmtrailer)
Disclosure Day (Filmtrailer) (02:43)

Ein Tritt und noch ein paar Schläge direkt in die Kamera. Wir erleben die ersten Sekunden von Disclosure Day aus der Perspektive eines Wrestlers, der eine ordentliche Abreibung kassiert. Jeder Treffer wirkt wie eine unausweichliche Wahrheit, die wir zwar kommen sehen, an der es jedoch kein Vorbei mehr gibt.

Eine Sequenz, die Regisseur Steven Spielberg gewiss nicht ohne Hintergedanken an den Anfang seines neuen Science-Fiction-Films gesetzt hat. Immerhin zeichnet er mit Disclosure Day ein Szenario, das unsere Perspektive aufs gesamte Universum Schlag auf Schlag kräftig erschüttern würde.

Der Filmtitel ist eine in Kreisen von Ufo-Enthusiasten gebräuchliche Bezeichnung für den Tag der Wahrheit, an dem die Welt erfährt, dass hochentwickelte Außerirdische längst unsere Erde besucht haben oder sogar noch hier sind. Ob nun als Gefangene, an denen experimentiert wird oder als Anführer einer Schattenregierung – das hängt ganz davon ab, in welches Subreddit wir gerade mal wieder zu tief abgetaucht sind.

Religionen, Machtverhältnisse, unser Selbstverständnis als Krönung der Schöpfung: Sollten Regierungen und Geheimdienste tatsächlich vollumfänglich zugeben, längst von der Existenz intelligenten Lebens aus dem All gewusst zu haben, stünde plötzlich alles auf dem Prüfstand. Ganz besonders, sollten die Aliens uns Menschen technisch weit überlegen sein.

Interessante Alien-Fragen werden in Hollywood selten gestellt

Wer darf über den Umgang mit Außerirdischen entscheiden, die auf der Erde gelandet sind? Zumal, wenn sie friedlich erscheinen. Was sagt uns deren Existenz über uns selbst? Verfügen Nationen oder Firmen bereits insgeheim über außerirdische Technologie, verschaffen sich so Vorteile gegenüber dem Rest der Welt? Und wie ordnen wir unser Konzept von Gott in dieses Szenario ein?

Interessante Fragen, die in Hollywoodfilmen viel zu selten ausführlich Beachtung finden, weil sogleich ein interstellarer Krieg ausbricht oder die Flucht vor menschenfressenden Monstern im Mittelpunkt steht.

Meistens ist die zentrale Frage nach einem Erstkontakt in Filmen nicht, was so ein Ereignis als bloße Erkenntnis mit uns als Menschen macht, sondern vielmehr: Wie können wir das Andersartige besiegen und wieder vertreiben?


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