Klischeevolles Katz- und Maus-Spiel
Kellner und Fairchild nehmen dabei besondere Rollen ein, werden als Boten der Wahrheit von einer ganzen Gruppe Whistleblower rund um den scheinbar allwissenden Strippenzieher Hugo Wakefield (Colman Domingo) angeleitet und beschützt.
Wakefield und seine Gruppierung wollen, das erfahren wir alles gleich zu Anfang, die Öffentlichkeit endlich über Aliens aufklären. Dass sie schon lange auf der Erde sind und der Konzern Wardex ihnen Böses angetan hat, deren Technologie unter Verschluss hält, nur für sich selbst benutzt. Nicht ganz so lustige Men in Black also, deren Überwachungszentrale dem MiB-Hauptquartier mit etwas Fantasie sogar ähnlich sieht.
Wardex-Chef Noah Scanlon (Colin Firth) verhält sich zwar wie ein klassischer Antagonist und ist skrupellos beim Einsatz von Gewalt, um seine Ziele zu erreichen. Er erklärt das jedoch als notwendiges Übel und rechtfertigt Wardex' Geheimhaltungskurs damit, dass der ganzen Welt unfassbares Chaos mit unvorhersehbaren Konsequenzen bevorstünde, würde die Wahrheit über Aliens ans Licht kommen.
Den Wistelblowern hingegen ist komplett egal, was die Menschheit aus der Wahrheit letztendlich macht. Sie vertrauen darauf, dass die Vernunft schon siegen wird, wollen aber im Guten wie im Schlechten keine Kompromisse eingehen, wenn es um Transparenz der Öffentlichkeit gegenüber geht. Laut ihnen hat jeder das Recht auf die Wahrheit. Was die Leute dann daraus machen, liegt so wenigstens in ihren eigenen Händen.
Diese diametral entgegengesetzten Positionen werden bereits in der ersten Szene klar formuliert und dann vom Film nie mehr verhandelt. Es folgt ein klischeevoll präsentiertes Katz- und Maus-Spiel, bei dem es nicht um eine intellektuelle Betrachtung und die Folgen eines möglichen Disclosure Days geht, sondern einzig um die Frage, ob es die als Helden gezeichneten Underdogs schaffen, ihr Beweismaterial zu veröffentlichen.
Keine intelligent gedachte Sci-Fi-Geschichte
Wirklich spannend ist die Hatz meistens nicht, weil sich die bösen Damen und Buben ständig lächerlich einfach austricksen lassen. Mitunter wirkt das so, als seien sie Spielfiguren aus Stealth-Games wie Splinter Cell, denen per Cheat-Code das Sichtfeld verkleinert wurde und die hinter sich nichts hören können. Häufig grenzt das schon an Slapstick. Und das fällt doppelt ins Gewicht, weil der Film inhaltlich, abseits aller Action, so lange auf der Stelle tritt.
Hier und da wird mal in einem Dialog kurz eingestreut, was eine große Alien-Enthüllung mit der Welt anstellen könnte. Das geht jedoch nie über Randnotizen hinaus und erfüllt keinesfalls Kriterien tatsächlich intelligent gedachter Science-Fiction-Geschichten, die sich tiefergehend mit der Materie auseinandersetzen.
Am nächsten an eine solche Szene heran kommt noch ein isoliert vom restlichen Geschehen stattfindender Monolog einer Nonne, der so aber bloß wirkt, als hätten die Drehbuchautoren sich damit schnell am Rande selbst die Absolution erteilen wollen, an Aliens und einen Gott gleichzeitig glauben zu dürfen.