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Früher hat Spielberg noch Maßstäbe gesetzt

Grundsätzlich begrüßen wir und freuen uns über jeden neuen Sci-Fi-Film, dessen Autoren sich auch mal in andere Richtungen Gedanken machen, als nur den üblichen CGI-Exzess ohne sonstigen Inhalt zu produzieren.

Filme wie Contact, Bugonia oder Arrival gibt es im Kino aus Hollywood immer noch viel zu selten. Wenn dann auch noch E.T.s Papa Steven Spielberg Regie führt, dessen Unheimliche Begegnung der Dritten Art von 1977 bei Ufo-Filmen Maßstäbe gesetzt hat, sind wir selbstverständlich besonders gespannt.

Gemessen an dieser Erwartungshaltung hat uns Disclosure Day jedoch herb enttäuscht. Spielbergs Interesse an den großen Fragen einer solchen Enthüllung zeigt sich im Film schwindend gering.

Seine fast zweieinhalb Stunden Laufzeit widmet er einer langgezogenen Verfolgungsjagd mit ein paar passablen Actionszenen, die nur Füllmaterial sind, ehe ganz zum Schluss alle wichtigen Enthüllungen passieren. Dazu spielt ein routinierter Soundtrack des ewigen John Williams.

Das Wrestlingmatch zu Beginn ist Schauplatz eines Undercover-Geiselaustauschs. Whistleblower Daniel Kellner (Josh O'Connor) hat USB-Sticks randvoll mit Alien-Videos und sogar ein außerirdisches Metallobjekt von dem ominösen Tech-Konzern Wardex geklaut.

Das nur schemenhaft umrissene Unternehmen, eine Art abtrünniger Privatgeheimdienst, hat im Gegenzug Kellners Freundin entführt. Unter Einsatz des Alienobjekts, vor dessen Kräften sich alle zu fürchten scheinen, gelingt Kellner samt Lebensgefährtin und brisanter Daten erneut die Flucht.

Merkwürdige Aussetzer in unbekannter Sprache

Kurz darauf hat Moderatorin Margaret Fairchild (Emily Blunt) live im Fernsehen einen merkwürdigen Aussetzer. Anstatt das Wetter anzusagen, gibt sie nur Klickgeräusche von sich, als würde sie eine unbekannte Sprache sprechen. Schon vorher und danach spricht sie unkontrolliert fließend Russisch und Koreanisch, obwohl sie beides nie gelernt hat. Und kann plötzlich auch Gedanken lesen.

Obgleich Filmtrailer anderes vermuten lassen, ist die exotische Wetteransage noch nicht der titelgebende Moment weltweiter Offenbarung, sondern nur Teil einer Verkettung von Ereignissen, die zum Disclosure Day führen sollen.


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