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BGP zieht IP-Adressen um

Die Alternative zum Umschalten auf der DNS-Ebene ist, die IP-Adressen, unter denen das Setup üblicherweise erreichbar ist, hin zu einem anderen Standort zu schwenken. Das ist allerdings nicht ganz trivial und erfordert Fachwissen im Hinblick auf die generelle Funktionsweise des Internets.

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Das Internet ist eigentlich ein Verbund von vielen kleinen Netzwerken. Diese heißen im Fachjargon auch Autonomous Systems, kurz AS. Zu einem solchen AS gehören öffentliche IPv4- oder IPv6-Adressen. Und jedes autonome System hat mindestens einen Router. Der verkündet über ein spezielles Protokoll namens BGP den Routern aller anderen autonomen Systeme, für welche IP-Adressen er gerade zuständig ist. BGP steht dabei für Border Gateway Protocol. Dank BGP weiß ein Server in einem Rechenzentrum also, wie er den Server in einem anderen RZ unter einer bestimmten IP-Adresse erreichen kann und welchen Netzwerkpfad er dazu idealerweise verwendet.

Wer Disaster-Recovery-Szenarien baut, kann BGP folglich für Fail-Over-Vorgänge zwischen Rechenzentren benutzen: Fällt ein Standort aus, ist der dortige Router vermutlich offline und verkündet den anderen autonomen Systemen auch nicht mehr, welche IP-Adressbereiche er gerade verwaltet. Beginnt stattdessen der am anderen Standort aktive Router, sich gegenüber allen anderen autonomen Systemen als zuständig für jene Adressbereiche zu erklären, landen die Pakete an jene IPs künftig automatisch dort. Die einzige Wartezeit ist also die Zeit, welche zwischen dem Ausfall des Routers an Standort 1 und dem BGP-Announcement des Routers am Standort 2 vergeht. Erfahrungsgemäß dauert es noch ein paar Sekunden, bis sich das geänderte Routing bei allen autonomen Systemen herumgesprochen hat. In Summe sollte der gesamte Vorgang allerdings in weniger als einer Minute über die Bühne gehen.

  • Pacemaker eignet sich gut als lokaler Cluster-Manager, doch wenn es um die Redundanz über Standorte hinweg geht, braucht es andere Konzepte. (Bild: Martin Loschwitz)
  • BGP ist das zentrale Routing-Protokoll des Internets und sorgt dafür, dass die verschiedenen autonomen Systeme miteinander kommunizieren können (Bild: Wikipedia)
  • Clouds bieten meist mehrere physische Regionen an, in denen Anwender ihre Applikationen betreiben können - wie hier AWS (Bild: AWS)
Clouds bieten meist mehrere physische Regionen an, in denen Anwender ihre Applikationen betreiben können - wie hier AWS (Bild: AWS)

BGP ist komplex

Mal eben installiert man ein solches Setup allerdings nicht. Wer im Internet zum autonomen System werden will, muss mindestens BGP-Router betreiben. Was auf handesüblichen Routern ebenso wenig ein Problem ist wie unter Linux mit Bordmitteln wie Quagga oder Bird. Das benötigte Wissen muss der Admin jedoch haben und oft genug ist das die eigentliche Herausforderung.

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peddy_hh 13. Mär 2020

Hallo zusammen, also beim Lesen des Artikels hab ich gedacht, ich les was aus dem letzten...

cpi 11. Mär 2020

Der Artikel spricht in erster Linie von Replikation auf Storage Ebene. Und das sind in...


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