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Dirror fällt kaum auf

Wird der Dirror nicht genutzt, kann er mit dem Schalter entweder ausgeschaltet und als halbwegs brauchbarer Spiegel verwendet werden oder etwa eine Uhr oder Fotos anzeigen - oder alles andere, was sich auf einem Windows-Tablet installieren lässt. Dank des breiten Holzrahmens sieht man dem Gerät auf den ersten Blick nicht an, dass es sich um ein Stück Technik handelt; in den meisten Wohnungseinrichtungen dürfte Dirror nicht auffallen.

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Der Dirror soll auch auf Spracheingabe reagieren, diese Funktion konnte bei der Vorstellung des Gerätes aber noch nicht gezeigt werden. Eine eingebaute Kamera hat der Spiegel nicht, Lautsprecher sind hingegen eingebaut.

Schaltzentrale für zu Hause?

Der digitale Spiegel soll in der Vorstellung seiner Erfinder Daniel-Jan Girl und Claus Weibrecht als Schaltzentrale für zu Hause dienen und dem Nutzer bei der Organisation des Tages helfen. Dabei sehen sie es als Vorteil an, dass er an einem festen Platz in der Wohnung hängt. Dies könnte allerdings auch ein herkömmliches, zentral platziertes und günstigeres Windows-Tablet ermöglichen.

Wir sehen allerdings in unserem Alltag eigentlich nicht die Notwendigkeit, die Informationen, die wir täglich benötigen, nur an einem einzigen Ort abzufragen. Im Gegenteil: Wichtige Informationen auf dem PC, dem Tablet und dem Smartphone synchronisiert abfragen zu können, halten wir gerade für praktisch. Die Dirror-Macher sehen hingegen die Gefahr einer Überfrachtung des Nutzers durch zu viele Geräte. Ob in diesem Fall ein weiteres Gerät wirklich hilft, ist die Frage.

Fazit

Zugegeben: Dirror sieht an der Wand besser aus als ein normales stark spiegelndes Tablet. Mit seinem hübschen Rahmen dürfte der digitale Spiegel in den meisten Wohnungen nicht als technisches Gerät auffallen. In der 23- und 27-Zoll-Version ist er außerdem größer. Als Spiegel ist er jedoch höchstens mittelmäßig, zumal er durch die Touch-Bedienung ständig verschmiert wird. Und mehr als ein anderes Windows-Tablet kann er nicht.

Das Konzept eines digitalen Spiegels, der uns beim Zähneputzen interessante Informationen anzeigt wie der von Max Braun, gefällt uns. Aber Dirror ist anders: Er soll überwiegend genutzt werden wie ein normales Tablet: als Schaltzentrale fürs Smart Home oder für die Anzeige anderer Informationen - nur, dass der Nutzer dabei stehen muss. Damit ist er letztlich nur ein stark spiegelndes Tablet, das seiner Mobilität beraubt wurde.

Dafür ist er teurer als vergleichbare Tablets: Für 700 Euro erhalten Nutzer das kleine S-Modell mit 10,1-Zoll-Display, das man tatsächlich einfach durch ein Tablet an der Wand ersetzen könnte. Im S-Dirror steckt zudem nur ein Atom X5-Z8300, der Arbeitsspeicher ist nur 2 GByte groß und der eingebaute Flash-Speicher 32 GByte. Das 23-Zoll-Modell mit schnellem Prozessor kostet hingegen bereits 1.200 Euro, das 27-Zoll-Gerät sogar 1.400 Euro.

Ob sich das Gerät bei diesen Preisen durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Bestellt werden können die verschiedenen Dirror-Modelle auf der Homepage des Herstellers, geliefert werden soll im August 2016.

 Dirror angeschaut: Der digitale Spiegel, der ein Tablet ist
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