Dirk Wössner: Telekom-Deutschland-Chef geht wegen Kritik am 5G-Ausbau
Nach nur zwei Jahren hat Deutschlandchef Dirk Wössner beschlossen, die Deutsche Telekom wieder zu verlassen. Wie das Unternehmen am 12. Februar 2020 erklärte, hat Wössner dem Aufsichtsrat der Telekom mitgeteilt, dass er seinen Ende 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Wössner werde im Jahr 2021 "Vorstandsvorsitzender eines wachstumsstarken Softwareunternehmens", gab die Telekom bekannt.
Einen Nachfolger hat man noch nicht gefunden. Großes Lob der Telekom über die Verdienste des scheidenden Wössner findet sich nicht in der Mitteilung. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats habe "die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis genommen", heißt es.
Wössner galt sogar als Kandidat für die Nachfolge von Konzernchef Timotheus Höttges. Er habe aber laut Informationen des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) keine ausreichenden Antworten auf den zunehmenden Konkurrenzdruck von Vodafone gehabt, die mit der Übernahme von Unitymedia immer stärker wird. "Er konnte aber keine großen Akzente setzen", sagte ein Telekom-Manager. Besonders beim Ausbau von 5G sei Wössner in Deutschland zu langsam gewesen. Campusnetze habe die Telekom der deutschen Industrie nicht ausreichend verkaufen können. Der Konzern sei in die Defensive geraten, sagte der Manager dem Handelsblatt.
Höttges hatte im Juli 2017 betont, dass Wössner gerade bei Gigabitzugängen Erfahrungen habe. "So hat er in den vergangenen Jahren beim kanadischen Marktführer Rogers Communications das Privatkundengeschäft verantwortet und dieses erfolgreich zurück auf einen Wachstumskurs geführt. Unter der Leitung von Dirk Wössner war Rogers das erste Unternehmen, das seinen Kunden 4K-Fernsehen und eine flächendeckende Breitbandversorgung mit 1 GBit/s anbieten konnte." Rogers Communications ist in Kanada aktiv im Bereich TV-Kabelnetz, Festnetz und Mobilfunk.
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